Naturschutz-Einsatz am Chiemsee und Simssee - Eine Bilanz der Polizei
Der gemeinsame Naturschutz-Einsatz von Polizei, Staatsanwaltschaft, Naturschutzbehörden, Gebietsbetreuung, Naturschutzwacht, Fischereiaufsicht sowie der Chiemsee-Ranger rund um den Chiemsee und den Simssee stieß jetzt auf ein überwiegend positives Echo in der Bevölkerung. Insgesamt wurden mehr als 70 Verstöße geahndet.
Im Mittelpunkt der Maßnahmen standen der Schutz besonders sensibler Lebensräume, die Information der Erholungssuchenden sowie die konsequente Überwachung und Ahndung der geltenden, naturschutzrechtlichen Bestimmungen.
Unter Leitung der Polizeiinspektion Prien mit der Wasserschutzpolizei und Beteiligung der Polizeiinspektionen Rosenheim, Traunstein und Trostberg, dem Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei Ainring, der Polizeireiter sowie Diensthundeführer konnte dieser gemeinsame Aktionstag bei bestem sommerlichen Wetter in den regionalen Naturschutzgebieten durchgeführt werden.
Die Kontrollen fanden an Land sowie auf dem Wasser mit Unterstützung der drei Polizeiboote der Wasserschutzpolizei Prien statt. Dabei stand auch ein Streifengang auf der Krautinsel auf dem Programm der Einsatzkräfte. Aufgrund der „Chiemsee-Schutzverordnung“ ist auf der unbewohnten Insel das Zelten, Lagern, Müll zurücklassen, Lagerfeuer und Grillen sowie Drohnen wie im gesamten Landschaftsschutzgebiet Chiemsee ebenfalls strikt verboten.
Im Rahmen des Naturschutzeinsatzes am Chiemsee und Simssee kontrollierten die Einsatzkräfte zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Die Bilanz:
Dabei wurden 23 Fahrradfahrer auf Fußwegen mündlich verwarnt und zum Absteigen aufgefordert.
Wegen des unzulässigen Aufenthalts in ausgewiesenen Ruhezonen am Chiemsee, wurden insgesamt sieben Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen erstattet.
In weiteren 20 Fällen erteilte die Polizei Platzverweise an Personen, die im Begriff waren, die Ruhezonen zu befahren.
Durch die Fischereiaufsicht wurden zwei Verstöße gegen fischerei-rechtliche Bestimmungen festgestellt und zur Anzeige gebracht.
Darüber hinaus sprachen die Einsatzkräfte drei mündliche Verwarnungen wegen Verstößen gegen die Leinenpflicht für Hunde aus und forderten die Hundehalter auf, ihre Tiere anzuleinen.
In 25 Fällen mussten Personen wegen unerlaubten Nacktbadens am „Rottspitz“ der Gemeinde Übersee verwarnt und zum Ankleiden aufgefordert werden.
Außerdem wurden zwei Personen angewiesen, zurückgelassenen Müll ordnungsgemäß zu beseitigen.
Weiterhin wurden zwei Verkehrsordnungswidrigkeiten wegen des verbotswidrigen Parkens auf Grünflächen sowie
zwei weitere Delikte wegen des unerlaubten Befahrens einer Naturschutzzone mit Kraftfahrzeugen festgestellt.
Am Simssee wurden
fünf Meldungen über Boote im Schilf- und Seerosenbereich zuständigkeitshalber an das Landratsamt Rosenheim zur weiteren Bearbeitung übergeben.
Ferner wurden zwei Anzeigen wegen Badens in einer naturschutzrechtlichen Verbotszone am Simssee festgestellt. Dabei verhielt sich ein Delinquent besonders uneinsichtig. Er lachte über die Kontrollbeamten und zog die polizeilichen Maßnahmen ins Lächerliche, während er mit seinem SUP im Schilfgürtel des Naturschutzgebietes Simssee Südufer trieb und diverse Halme abknickte. Ihn erwartet nun ein empfindliches Bußgeld.
Die Polizei ziehe trotz der Vielzahl an festgestellten Verstößen eine insgesamt positive Einsatzbilanz, heißt es am heutigen Freitag in einer Stellungnahme.
Die überwiegende Mehrheit der angetroffenen Personen verhalte sich vorschriftsmäßig und zeige durchwegs Verständnis und Einsicht für das Thema Naturschutz.
Die Polizei weist erneut dringend darauf hin, dass die geltenden Regelungen dem nachhaltigen Schutz der sensiblen Tier- und Pflanzenwelt dienen. Insbesondere während der Sommermonate können Störungen erhebliche Auswirkungen auf Brut-, Rast- und Rückzugsgebiete der Tiere haben.
Somit werden Polizei und die zuständigen Fachbehörden auch künftig entsprechende Naturschutzkontrollen durchführen, um die wertvollen Lebensräume in unserer Region dauerhaft zu erhalten.
Foto: Polizei
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