Ein Moor blüht auf

Ein Moor blüht auf

Das Klimaschutzprojekt des Bezirks Oberbayern und der unteren Naturschutzbehörde Erding bei Taufkirchen (Vils) zeigt Wirkung: Trotz Hitze und Trockenheit im Sommer 2026 ist das Wasser im „Hilgermoos“ geblieben. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass sich dort wieder seltene Tiere und Pflanzen ansiedeln können. Das nächste Moor steht bereits in den Startlöchern: Noch in diesem Jahr soll die Wiedervernässung des „Röhrmooses“ bei Wasserburg beginnen.

Das „Hilgermoos“ liegt im Norden Taufkirchens. Ein 2,3 Hektar großes, feuchtes Stück Land, umgeben von Wald – mit großem Potenzial. Denn intakte Moore speichern Wasser und große Mengen Kohlenstoff. Außerdem bieten sie seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Doch das „Hilgermoos“ war über Jahrzehnte entwässert worden, um es landwirtschaftlich zu nutzen. Zwei Gräben leiteten das Wasser ab. Damit sollte Schluss sein: Vor knapp einem Jahr machten sich der Bezirk Oberbayern und die untere Naturschutzbehörde Erding daran, das Moor wiederzuvernässen. Ihr Ziel: das Wasser zurückholen, den CO₂-Ausstoß senken und die Artenvielfalt fördern.

Wasser bleibt trotz trockenem Sommer

Selbst die anhaltende Hitze und Trockenheit im Sommer 2026 konnten dem „Hilgermoos“ wenig anhaben: In den feuchteren Bereichen sammelte sich reichlich Wasser. Dafür wurden Spundwände in die ehemaligen Entwässerungsgräben eingebaut. Sie bremsen den Abfluss und versorgen auch einen kleinen Tümpel ganzjährig mit Wasser. Davon profitieren Amphibien und Libellen. „Wir wollen das Moor ganzheitlich renaturieren. Das betrifft nicht nur den Moorkörper, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt“, sagt Lena Zoor-Füllgraff, Klimaschutzmanagerin des Bezirks Oberbayern. Damit sich im „Hilgermoos“ wieder typische Feuchtwiesenpflanzen ansiedeln, hat der Bezirk heimisches Saatgut ausgesät. Darunter sind auch seltene Arten wie die Prachtnelke und die Gelbe Spargelerbse. Sie sollen sich nach und nach ausbreiten und neuen Lebensraum für Insekten und andere Kleintiere schaffen. Langfristig könnte das „Hilgermoos“ so zu einem wichtigen Rückzugsort für Tiere und Pflanzen in der Region werden. Das „Hilgermoos“ ist nun auch im Ökoflächenkataster erfasst – einer Datenbank des Bayerischen Landesamts für Umwelt, das ökologisch wertvolle Flächen in Bayern dokumentiert.

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Nächste Station: Röhrmoos

Das nächste Klimaschutzprojekt des Bezirks führt nach Gabersee bei Wasserburg am Inn: zum „Röhrmoos“. Im Dezember dieses Jahres sollen die Arbeiten beginnen. Gemeinsam mit der Moormanagerin des Landkreises Rosenheim hat der Bezirk die Wiedervernässung einer rund zwei Hektar großen Teilfläche geplant. Dafür soll zunächst ein Damm einen Entwässerungsgraben verschließen. So soll künftig mehr Wasser im Moorboden und in einer flachen Mulde bleiben, die bereits als Lebensraum für den Kiebitz angelegt wurde. So bleibt der Kohlenstoff im Torf, statt als klimaschädliches CO₂ in die Luft zu gelangen.

Foto: Lena Zoor-Füllgraff

Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/11/06/ein-moor-blueht-auf/

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Kommentare

  1. Einerseits sollen Moore wiedervernässt werden – mit viel Aufwand – andererseits werden überall die Biber bekämpft, die diese Arbeit kostenlos leisten würden. Darüber sollte mal nachgedacht werden.

    Trotzdem gut, dass hier jetzt etwas in Bewegung kommt.

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  2. logisch –
    in Biberfamilien wird bekanntlich das Wissen vermittelt wo einst Moore waren –
    deshalb können sie zielgerichtet an Stellen die in unserer Kulturlandschaft geeignet sind Moore wiedervernässen .
    abgesehen davon würden sie niemals schnellfliessende kühle Wiesenbäche (die wertvollsten Biotope die (noch) existieren) aufstauen und damit zerstören.

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