Großeinsatz geprobt: Brennender Zug in Rott

Ein brennender Zug im Bahnhofsbereich, dutzende Einsatzfahrzeuge und Verletzte, die schnellstens versorgt werden müssen: Was wie das Szenario eines schweren Unglücks klingt, war am heutigen Vormittag glücklicherweise nur eine groß angelegte Gemeinschaftsübung. Am Bahnhof in Rott trainierten zahlreiche Einsatzkräfte aus der Region unter äußerst realitätsnahen Bedingungen das komplexe Zusammenspiel für den Ernstfall.
Die angenommene Lage forderte den Helfern einiges ab. Nachdem der Brand des Zuges gemeldet war, musste zunächst zügig eine stabile Wasserversorgung aufgebaut werden. Im Anschluss drangen Trupps unter schwerem Atemschutz zur gezielten Brandbekämpfung vor. Ein große Herausforderung stellte auch die Menschenrettung dar. Insgesamt dreizehn teils schwerverletzte Fahrgäste befanden sich noch im Zug und mussten versorgt werden. Dafür bauten die Retter extra eine spezielle Rettungsplattform am Waggon auf.
Die Kräfte setzten schienenfahrbare Rollwägen ein, um schweres Arbeitsmaterial effektiv an den Einsatzort zu bringen. Gleichzeitig dienten diese Wägen in Kombination mit Schleifkorbtragen dazu, die Verletzten schonend aus dem Gefahrenbereich zu bergen. Während die Rettungsarbeiten am Zug auf Hochtouren liefen, durchkämmten weitere Feuerwehrkräfte die angrenzende Böschung. Dort mussten vermisste Personen aufgespürt werden, die sich in der ersten Panik selbst in Sicherheit gebracht hatten.
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Um ein solches Szenario bewältigen zu können, ist reibungslose Teamarbeit gefragt. Die Einsatzleitung lag in den Händen der Feuerwehr Rott, die tatkräftig von den Feuerwehren aus Ramerberg, Griesstätt, Attel-Reitmehring und Wasserburg unterstützt wurde. Komplettiert wurde das Aufgebot durch die Fachbereiche der Kreisbrandinspektion, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, den Rettungsdienst sowie einen Fachberater des THW. Auch die Bundespolizei und Notfall-Vertreter der Deutschen Bahn waren aktiv in die organisationsübergreifende Übung eingebunden.
Wie elementar diese Vernetzung ist, unterstrich Einsatzleiter Christian Schaber von der Feuerwehr Rott: „Gerade bei solch komplexen Lagen zeigt sich, wie wichtig die reibungslose Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte ist. Die gemeinsame Übung mit unseren Nachbarfeuerwehren und den weiteren Hilfsorganisationen ist absolut unerlässlich, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.“ Er betonte, dass alle Maßnahmen im Notfall nur dann nahtlos ineinandergreifen, wenn die Abläufe im Vorfeld gemeinsam trainiert werden.
Am Ende des Vormittags fiel das Fazit durchweg positiv aus. Das komplexe Geschehen verlief sehr strukturiert und ohne größere Probleme. Davon konnte sich auch Kreisbrandmeister Marcus Huber überzeugen, der die Abläufe am Rotter Bahnhof als Vertreter für die Kreisbrandinspektion Rosenheim aufmerksam verfolgte.
Fotos: RB
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