Ungerath gibt wildem Spiel eine letzte Wendung

„Wasserburg hat noch nie zuvor gegen Schalding gespielt. Wir wollten zeigen, was Wasserburg ausmacht. Das weiß hier noch niemand“, eröffnete Max Backa die Pressekonferenz nach einem denkwürdigen 4:3-Erfolg des TSV 1880 Wasserburg beim SV Schalding-Heining.
„Wir hatten uns den Spielverlauf ein bisschen anders vorgestellt, aber das sind schon auch wir, dass wir zweimal wiederkommen und das Spiel dann drehen.“ Dabei wussten die Fußballer aus dem Passauer Stadtteil ganz genau, was auf sie zukommt, denn nur wenige Kilometer nordöstlich hatten die Innstädter im Mai den FC Sturm Hauzenberg in der Relegation souverän besiegt und sich in Niederbayern erstmals einen Namen gemacht.
Die Gäste gingen bereits nach vier Minuten in Führung. Nach einem Einwurf flankte Dominik Köck von der Grundlinie in die Mitte, wo Janik Vieregg verlängerte und Robin Ungerath aus drei Metern zum 1:0 einköpfte (4.). Beim Großteil der 503 Zuschauer machte sich da schon großer Unmut breit, denn bei den Hausherren reihte sich in den ersten 20 Minuten Fehlpass an Fehlpass. Das Raunen auf der Tribüne wurde immer lauter, ehe ein Elfmeterpfiff die erhitzten Gemüter beruhigte. Nach einem weiten Einwurf war Jaume Rubio Gonzalez der Ball an die Hand gesprungen und Schiedsrichter S
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tefan Treiber hatte keine andere Wahl. Den Handelfmeter verwandelte Adrian Böck sicher und glich zum 1:1 aus (24.). Wasserburg war zwar stets am Drücker, doch das Spiel wurde immer zerfahrener und wilder. Symptomatisch dafür war ein doppelter Pfostenschuss in der 43. Minute. Thomas Voglmaier hatte zunächst aus 20 Metern an den linken Pfosten geschossen und nach einem Querschläger des meist indisponierten Stejepan Kovacevic den Nachschuss aus acht Metern an den rechten Pfosten.
Nach dem Seitenwechsel ging es weiter hin und her. In der 52. Minute übersah Thomas Voglmaier den besser postierten Janik Vieregg und Torhüter Marinus Herzig konnte den Abschluss sicher festhalten. Aus dessen Ausschuss wurde die Vorlage zum 2:1, da ein Wasserburger Verteidiger die Flugkurve falsch einschätzte und Quirin Stiglbauer dadurch frei vor Lino Volkmer einschießen konnte (53.). Anstatt selbst in Führung zu sein, lagen die Löwen nun zurück. In der 56. Minute wurde Vieregg dann doch bedient und der Stürmer schlenzte aus halblinker Position eiskalt zum 2:2 ins lange Eck.
Verschnaufpausen gab es in dieser zwar nicht hochklassigen, dafür aber hochspannenden Begegnung nicht und nach etwas über einer Stunde ging Schalding-Heining erneut in Führung. Eine zu kurz abgewehrte Ecke hämmerte Maximilian Moser aus dem Rückraum volley in die Maschen und kann damit auf die Wahl zum Bayerntreffer des Monats hoffen (64.). Backa, der den privat verhinderten Cheftrainer Florian Heller vertrat, reagierte und brachte mit Daniel Kononenko und Vinzenz Egger frische Angreifer ins Spiel. Mit Egger stach in der 76. Minute sofort einer der Joker. Florian Grundner hatte sich auf rechts durchgesetzt und seine Hereingabe schoss Egger aus fünf Metern gekonnt mit dem Außenrist ein.
Die Löwen spürten, dass an diesem Nachmittag ein Unentschieden in Schalding zu wenig war und drängten auf den Sieg. „Wenn man die vollen 90 Minuten betrachtet, kann ich den Jungs wirklich kaum einen Vorwurf machen. Wir haben uns nach dem Rückstand zurückgekämpft und hätten uns einen Punkt mehr als verdient gehabt. Dass dir dann zum Schluss so ein Unding reinfällt, ist einfach extrem bitter“, haderte der sichtlich angeschlagene SVS-Trainer Heiko Schwarz auf der Pressekonferenz.
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Das von Schwarz als „Unding“ bezeichnete Tor in der dritten Minute der Nachspielzeit war ein Traumkopfball von Robin Ungerath. „Ich habe so gehofft, dass noch eine Flanke reinfliegt“, verriet der Goalgetter nach dem Spiel. Die Vorlage von Dominik Brich war dabei gar keine Flanke, sondern bei genauer Betrachtung ein Flugball von der Mittellinie, den Ungerath aus elf Metern zum 4:3 in den Winkel köpfte. „Es war glücklich, aber verdient“, bilanzierte Wasserburgs stellvertretender Abteilungsleiter Michael Stürmlinger, ehe der Elder Statesman nach turbulenten 98 Minuten in aller Seelenruhe zum Ausgang schlenderte.
Wasserburg: Volkmer, Biegel, Grundner, Rubio Gonzalez, Brich, Stellner (86. Rauscher), Dittrich, Köck (89. Haunolder), Voglmaier (65. Kononenko), Ungerath, Vieregg (69. Egger)
Tore: 0:1 Robin Ungerath (4.), 1:1 Adrian Böck (24., Foulelfmeter), 2:1 Quirin Stiglbauer (53.), 2:2 Janik Vieregg (56.), 3:2 Maximilian Moser (64.), 3:3 Vinzenz Egger (76.), 3:4 Robin Ungerath (93.)
Schiedsrichter: Stefan Treiber (FC Zell-Bruck)
Zuschauer: 503
JAH
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