Löwen-Team packte den Blaumann aus

„Das war nicht unser bestes Spiel, das wissen wir“, bilanzierte Wasserburgs Trainer Florian Heller nach dem ganz hart erkämpften 2:0-Sieg gestern in der Fußball-Bayernliga gegen den TSV Schwabmünchen - „aber dennoch muss man auch, wenn es nicht läuft, wenn es zäh ist und wenn es schwerfällig wirkt, zum einen in der Lage sein, zwei Tore zu machen und zum anderen zu null zu spielen." Die Löwen feierten damit den siebten Sieg aus den letzten acht Spielen und bewiesen, dass sie auch schwächere Partien gewinnen können. Zwei Mal traf Torgarant Robin Ungerath - sein schon neunter und zehnter Treffer der Saison. Der Spielbericht ...
„Es ist ein gutes Gefühl, das Spiel auf unsere Seite gezogen zu haben, obwohl wir sicherlich nicht unseren besten Tag hatten“, schnaufte auch Spielmacher Danilo Dittrich erleichtert durch. Um die Leistung der Innstädter jedoch einordnen zu können, gehört auch die Betrachtung des Gegners, denn Schwabmünchen spielte nicht wie der Tabellen-Sechzehnte.
Angetrieben vom überragenden Maik Uhde, der in jeder Mannschaft der Liga eine tragende Rolle einnehmen würde, kamen die Gäste von Anfang an immer wieder gefährlich nach vorne, wo Matteo di Maggio wirbelte, der ebenfalls in jeder Bayernliga-Mannschaft eine Bereicherung wäre. Angesichts der Qualität im Schwabmünchener Angriff war es eine beachtliche Leistung der Löwen, dass sie die bis dahin viertbeste Offensive der Liga bei null Toren gehalten haben. „Ich glaube, dass wir dieses Spiel am Anfang der Saison verloren hätten. Mittlerweile gewinnen wir es, was natürlich für die Entwicklung der Mannschaft spricht. Wenn man nicht gut mit Ball agiert und nicht gut Fußball spielt, muss man dementsprechend viel aushalten und wegverteidigen“, so Heller.
Exemplarisch für das Wasserburger Spiel stand Danilo Dittrich. Der Spiritus Rector bevorzugt normalerweise die feine Klinge, doch am Samstag packte er den Blaumann aus. „Auch wenn im Laufe der 90 Minuten nicht immer alles geklappt hat, haben wir an unseren Tugenden festgehalten und umso mehr den Fokus auf die Arbeit gelegt“, so der Dittrich. Der 31-Jährige kämpfte und machte in einem Spiel mehr Grätschen und Pressschläge als in der gesamten Landesliga-Saison. Für seine Mitspieler war klar: Wenn der feinste Techniker im Team auf Zweikampf-Modus umstellt, streifen auch wir den Blaumann über.
Nachdem die Innstädter den ersten Angriffen der Gäste standgehalten hatten, gingen sie selbst in die Offensive und Dittrich knallte den Ball aus 25 Metern an den Pfosten (20.). Die nächste Offensivaktion brachte dann die Führung. Janik Vieregg hatte an der Mittellinie seinen Gegenspieler aussteigen lassen und steckte geschickt in den Lauf von Robin Ungerath, der den Ball mit links ins Tor hämmerte (28.).
Schwabmünchens Trainer Emanuel Baum hatte vor dem Spiel auf der Vereins-Homepage noch gewarnt: „Der Vorteil ist, wir wissen, wer gefährlich ist.“ Der Nachteil war: Schwabmünchen konnte gegen Robin Ungerath trotzdem nichts unternehmen. In der 65. Minute war Ungerath nämlich erneut zur Stelle. Thomas Voglmaier hatte den Ball erobert und Ungerath bedient, der aus einem missglückten Hakentrick das Beste machte und den Ball aus der Drehung einfach trocken einschoss.
Schwabmünchen gab nie auf und kam vor allem über Standardsituationen zu Chancen. In der 72. Minute schoss der eingewechselte Achim Speiser ans Außennetz und einmal musste Lino Volkmer gegen di Maggio sein ganzes Können aufbieten (83.). Allein von der 87. bis zur 89. Minute machte der Meister der Landesliga Südwest mit vier Ecken in Folge Dauerdruck, doch die Wasserburger Verteidigung köpfte alles aus dem Strafraum, was hineingeflogen war.
„Wir haben definitiv einen Step nach vorne gemacht. Das hat mir schon gut gefallen, dass wir das zu null über die Runden gebracht haben – egal, wie es ausgesehen hat“, lobte Heller seine Arbeiter. „Das ist gut fürs Gemüt. Wir wissen aber schon, dass wir besser spielen können und auch besser spielen müssen.“
JAH
Wasserburg: Volkmer, Biegel, Grundner, Brich, Pollak (46. Rauscher), Fischer (65. Stellner), Köck, Voglmaier (72. Haunolder), Ungerath (80. Lechner), Vieregg (67. Egger)
Tore: 1:0 Robin Ungerath (28.), 2:0 Robin Ungerath (65.)
Schiedsrichter: Magnus Gehrwald (JFG Straubinger Land)
Zuschauer: 356



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