Ein musikalisches Highlight voller Emotionen

Ein musikalisches Highlight voller Emotionen

Gut gefüllt war sie schon, die Attler Klosterkirche. Trotzdem nicht gut genug. Denn beim Benefizkonzert des Wasserburger Lions-Club mit dem Polizeiorchester Bayern für eine gute Sache hätten in den letzten Reihen schon noch einige Besucher mehr ihren Platz gefunden. Die Mitarbeiter mit einer Beeinträchtigung im Attler Hof der Stiftung Attl, die Rotter Tafel und der Bereich Robotik im Gymnasium in Gars werden jedoch trotzdem von Lions unterstützt.

Vor Beginn des Konzertabends bedankte sich deshalb die Erste Vorsitzende der Rotter Tafel, Michaela Arndt, beim Lions-Club, beim Polizeiorchester Bayern und ihrem Chefdirigenten Johann Mösenbichler für die zuverlässige Unterstützung, die das immer wieder notwendige Angebot der Tafel abzusichern hilft.

„Deep Harmony“ war das Konzert-Motto, tiefe Seelenmusik wurde geboten. Wie eine helle Eröffnungsfanfare klang die Komposition „Flourish for Wind Band“ von Ralph Vaughan Williams. Sakrale Musik und eine „Kleine Fuge“ von Johann Sebastian Bach begleiteten danach das Publikum in die andächtige Stille von Sankt Michael. Und dann ganz was Besonderes. Mitglieder des Schlagwerkregisters, das in einem Orchester zwar wahrgenommen, aber selten solistisch gesehen wird, boten ein Vibraphonsolo für vier Spieler von Mark Pollard. Nur mit Händen berührt und berührend musiziert und sich dann im Kirchraum wie ein Windhauch zu verlieren schien.

Fast wie eine beste italienische Operndramatik erklang in der symphonischen Dichtung Das Jüngste Gericht des Neapolitaners Camillo de Nardis. Immer wieder ertappte man sich beim Zuhören in dem man glaubte, das klingt vielleicht doch wie Verdi oder Donizetti.

Tiefe Seelenharmonie auch bei den musikalischen Streicheleinheiten von Steven Bryand und seinem Stück „First Light“. Die gleich am Anfang einsetzenden mystischen Klarinettenlinien glichen Nebelschwaden, die von den weich und dezent angesetzten Flötentönen in den Sonnenaufgang und den Tag hinein begleitet wurden. Nicht nur der Norweger Edvard Grieg kann die Sonne aufgehen lassen. Steven Bryand steht ihm da in nichts nach.

Am Ende des Programms dann der Namensgeber für den Konzertabend. „Deep Harmony“, ein schlichter Choral, den der Generalmusikdirektor der Bayerischen Polizei und Chefdirigent des Polizeiorchesters Bayern, Johann Mösenbichler, zum leisen „…jetzt ist es aber gut“ werden ließ. War es da nicht wirklich eine grandiose Idee von Johann Mösenbichler, als letzte Zugabe das Lied aus dem Gotteslob Nr. 380, „Großer Gott wir loben Dich“ zu intonieren und das Publikum zum Mitsingen einzuladen?

Leider war es wohl das letzte Konzert mit Johann Mösenbichler in Attel. Als Genius der Symphonischen Blasorchestermusik hat er sich diese altersbedingte Entscheidung allerdings sehr wohl verdient. Der Vizepräsident des Wasserburger Lions-Club, Josef Zenz, bezeichnete ihn und „sein“ Orchester in seinem Dank als „musikalisches Highlight“ in einem „phantastischen“ Kirchenraum.

Alle die zum Konzert nicht gekommen sind, dürfen es bereuen. Denn die Musikerinnen und Musiker des Orchesters bewiesen gemeinsam mit ihrem Chef wieder einmal, welch‘ exzellenter Klangkörper sie sind.

Andreas Burlefinger   

 



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