Weltmeister-Empfang in Obing

Große Emotionen und gigantische Begeisterung auf dem Obinger Rathausplatz: Die Gemeinde, die Motorradfahrergemeinschaft Obing (MFG) und der Fanclub haben dem frischgebackenen FIM-Langstrecken-Weltmeister Markus „Reiti“ Reiterberger einen herzlichen und gebührenden Empfang bereitet.
Der feierliche Einzug startete am Sportplatz, wo die MFG den Weltmeister in Empfang nahm. In einer feierlichen Eskorte wurde Reiterberger über die alte B304 ins Dorf geleitet. Für Rennfahrerlegende Adi Stadler war es dabei eine Ehrensache, den Champion persönlich zu chauffieren – stilvoll im Wehrmachtsgespann einer BMW R75 aus dem Baujahr 1942. Andrea Matter, Vorsitzende der MFG Obing, lobte das große Engagement des Fanclubs und zeigte sich sichtlich erfreut über den weltweiten Erfolg.
Bereits von der Kienberger Straße über die Schulstraße bis hin zum Rathausplatz drängten sich hunderte von Fans, Freunden und Bürgern. Als ihr „Reiti“ in Sichtweite kam, brach ohrenbetäubender Jubel aus. Die Nachricht von dem Event hatte sich in der Gegend wie ein Lauffeuer verbreitet. Vor dem Rathaus wurde der sichtlich bewegte 32-Jährige von Bürgermeister Sepp Huber und Matthias Hainz, dem Vorstand des Reiti-Fanclubs, offiziell begrüßt.
„Markus, du hast auf den Titel hingearbeitet, wir haben daraufhin gefiebert – die Kreidler-Fahrer, der Reiti-Fanclub, die MFG Obing und natürlich die ganze Gemeinde und darüber hinaus sind wirklich begeistert, was du in den letzten Monaten bei diesem Rennen geschafft hast“, betonte Bürgermeister Huber in seiner Laudatio.
Für die Gemeinde Obing ist es eine besondere Ehre, dass sich nun ein weiterer Weltmeister in das Goldene Buch des Ortes einträgt. Bürgermeister Huber erinnerte sich in seiner Rede daran, wie er vor 50 Jahren als kleiner Junge selbst auf dem Rathausplatz stand, um dem damaligen Seitenwagen Straßenweltmeister Sepp Huber zuzujubeln.
Auch Adi Stadler, der vor 50 Jahren ebenfalls dabei war und vor gut 30 Jahren (unter anderem als Europameister 1987 in der 125cc-Klasse und Deutscher Meister 1993 in der 250cc-Klasse) die Rennsportbegeisterung im Dorf neu entfachte, gratulierte herzlich. Markus Reiterberger, Sohn des bekannten Speedwayfahrers Thomas Reiterberger, setzt damit die traditionsreiche Erfolgsgeschichte der Obinger Rennfahrer von Karl Freilinger über Franz Wimmer bis hin zu Fredl und Sepp Huber fort. Stadler betonte, wie gut die Erfolgsnachricht aus einem der härtesten Rennen der Welt tue und dass Reiterberger den Ort Obing weltweit in aller Munde bringt. Seine Wünsche schloss er mit den Worten: „Ich wünsche dir, dass du immer die richtigen Weichen für dich und deine junge Familie stellst und wenn du einmal den Rennsport beenden wirst, wünsche ich dir, als allerwichtigstes, dass du gesund aussteigst.“
Überwältigt von der Kulisse bedankte sich Markus Reiterberger, der schon im Alter von vier Jahren seine Leidenschaft für das Motorradfahren entdeckte, bei allen Gästen: „Für mich eine große Ehre, nach 50 Jahren wieder einen Weltmeister nach Obing zu bringen.“ Bis zu diesem Titel sei es nach mehreren Niederlagen ein langer, harter Weg gewesen, auf dem er jedoch immer wieder die Motivation fand. Sichtlich zu Tränen gerührt dankte er seiner Familie, seinem Team, dem Fanclub, der MFG Obing sowie seinen Sponsoren: „Ohne euch hätte ich das nicht geschafft.“
Nach dem offiziellen Teil ging der Empfang in eine ausgelassene Feier über. Die neu gegründete Band „Vollgas-Buam“ (Frank und Volker Schöftenhuber sowie Andreas Hundseder) sorgte mit Live-Musik bis tief in die Nacht für beste Stimmung. Begleitet von reichlich Bier der Schloßbrauerei Stein und einem brillanten Feuerwerk zu später Stunde auf dem Rathausplatz wird dieses feuchtfröhliche Event fest in die Geschichte der Gemeinde Obing eingehen. Der Reiti-Fanclub bedankte sich abschließend bei allen Sponsoren, der Gemeinde und den Teilnehmern für das rundum gelungene Fest.
EMK




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