Wasserburger sind in der Bayernliga noch nicht angekommen - Spielbericht

Eines lässt sich nach zwei Spieltagen sagen: Der TSV 1880 Wasserburg ist noch nicht in der Bayernliga Süd angekommen. Nach dem 1:3 zum Auftakt gegen den FC Gundelfingen unterlagen die Löwen am jetzt mit 1:5 bei den Sportfreunden Schwaig – wie kurz berichtet. Das größte Problem für die Innstädter besteht – abgesehen davon, dass sie weder mit der Härte noch der Intensität zurechtkommen – darin, dass ihnen ihre größte Stärke aus der Aufstiegs-Saison abhanden gekommen ist: Ihre defensive Stabilität.

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„Wir sind zu schnell im Ergebnis verteilen. Die Hypotheken, die wir uns jetzt schon im zweiten Spiel nach 20 Minuten mit so einem krassen Rückstand aufladen, sind nicht einfach aufzuholen“, analysierte der sichtlich angefasste Florian Heller.

Wasserburgs Coach war wie die mitgereisten Fans fassungslos über das unzureichende Defensivverhalten, das schon nach sieben Minuten zu einem 0:2-Rückstand führte. So einfach wie momentan war es lange nicht, gegen Wasserburg Tore zu erzielen.

Die ersten drei Schwaiger Tore resultierten aus weiten Einwürfen von Tobias Jell. In der 5. Minute schleuderte der Kapitän den Ball an den Fünfmeterraum und Torjäger Raffael Ascher köpfte wuchtig ins kurze Eck ein.

Beim 2:0 wurden die Gäste schlichtweg überrumpelt, denn Jell schaltete bei einem an sich harmlosen Einwurf Mitte der eigenen Hälfte am schnellsten und schickte Robert Rohrhirsch mit einem weiten Wurf alleine auf das Tor von Lino Volkmer. Der Wasserburger Torhüter verlor den Pressschlag und Rohrhirsch schob ins leere Tor ein (7.).

Als die Löwen etwas besser im Spiel waren, gab es erneut Einwurf auf der rechten Außenbahn. Obwohl der Strafraum von vielen Wasserburgern besetzt war, wurde der eingelaufene Tim Schels nicht markiert, sodass dieser völlig frei aus sechs Metern einschießen konnte (29.). „Wir müssen versuchen, anders zu agieren und das Ergebnis offener zu halten“, weiß Heller.

Etwas offener hätte das Spiel in der 43. Minute werden können, als Robin Ungerath einen Abpraller mit der Brust zum vermeintlichen Anschlusstreffer über die Linie drückte. Schiedsrichter Simon Küblböck wollte ein Handspiel gesehen haben, was sich im Video als falsch herausstellte. Somit kam zum eigenen Unvermögen wie schon gegen Gundelfingen eine kapitale Fehlentscheidung des Unparteiischen. Zu allem Überfluss erzielte Schwaig im Gegenzug das 4:0 (45.). Dieses Mal war jedoch kein Einwurf, sondern ein Ballverlust vorausgegangen.

Mit einem Ballverlust ging es auch unmittelbar nach der Halbzeit weiter. Da es Torhüter Lino Volkmer war, der den Ball vertändelte, konnte Leon Roth mühelos zum 5:0 einschießen (51.). Wie Schwaigs Trainer Christian Donbeck nach der Partie bekannte, schalteten die Hausherren anschließend mindestens einen Gang runter, da sie bereits am Freitag wieder im Einsatz sind. Entsprechend hielt sich das Wasserburger Debakel in Grenzen. Der eingewechselte Janik Vieregg sorgte in der 73. Minute per Foulelfmeter, den er selbst rausgeholt hatte, für Ergebniskosmetik.

Der erfahrene Christian Donbeck wusste genau, was seine Mannschaft brauchte, um dieses Spiel zu gewinnen. Die ersten drei Tore nach Einwürfen bezeichnete er als „etwas glücklich. Natürlich muss man sie aber auch machen. Das hat uns sehr in die Karten gespielt. Nichtsdestotrotz haben wir hervorragend Fußball gespielt und standen größtenteils sehr gut.“ Den Klassenunterschied fasste er so zusammen: „Wir haben in der zweiten Halbzeit das Spiel kontrolliert und hätten noch mehr machen können.“

Für die Löwen gilt es nun schnellstmöglich, in die Saison zu finden und vor allem in der Liga anzukommen.

JAH

Wasserburg: Volkmer, Köck, Grundner (88. Pichler), Rubio Gonzalez, Fischer, Biegel, Simeth, Haunolder (71. Pollak), Voglmaier (58. Ferreira Goncalves), Egger (58. Kononenko), Ungerath (58. Vieregg)

Tore: 1:0 Raffael Ascher (5.), 2:0 Robert Rohrhirsch (7.), 3:0 Tim Schels (29.), 4:0 Robert Rohrhirsch (45.), 5:0 Leon Roth (51.), 5:1 Janik Vieregg (73., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Simon Küblböck (SV Untergriesbach)

Zuschauer: 453

 

 

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