Langjähriger Notarzt und ehemaliger Chefarzt informierte Schüler
Aufmerksame Zuhörer: Schüler der Aiblinger Wilhelm-Leibl-Realschule verfolgten gestern in der neuen Aula den Vortrag von Dr. Michael Riffelmacher interessiert. Der ehemalige Chefarzt klärte über Gefahren und Unfallrisiken beim Fahren mit E-Scootern auf … Ermöglicht wurde der Vortrag durch die Verkehrswacht Rosenheim.
Welche Gefahren birgt das Fahren mit dem E-Scooter? Welche Verletzungen können bei einem Unfall entstehen? Und was kann jeder Einzelne tun, um sicher unterwegs zu sein? Mit diesen Fragen beschäftigten sich gestern die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Leibl-Realschule Bad Aibling. Dr. Michael Riffelmacher (Foto unten), langjähriger Notarzt und ehemaliger Chefarzt der Anästhesie an der Schön Klinik in Bad Aibling, informierte in der neuen Aula über die Risiken rund um das inzwischen alltägliche Verkehrsmittel.
Über den gesamten Vormittag hinweg kamen alle Jahrgangsstufen von der 5. bis zur 9. Klasse in den Genuss des Vortrags.
Dass das Thema die Schülerinnen und Schüler beschäftigt, zeigte sich dabei schnell. Sie verfolgten die Vorträge aufmerksam und nutzten immer wieder die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. Besonders bei den älteren Schülerinnen und Schülern war das Interesse groß – wenig überraschend, schließlich dürfen E-Scooter in Deutschland ab einem Alter von 14 Jahren gefahren werden und spielen damit für viele Jugendliche spätestens ab der 8. oder 9. Jahrgangsstufe auch ganz praktisch eine Rolle.
Dr. Riffelmacher weiß aus seiner Tätigkeit in der Notfallmedizin, welche Folgen Unfälle mit E-Scootern haben können. In seinem Vortrag machte er deutlich, dass Verletzungen keineswegs immer harmlos ausfallen. Kopf- und Gesichtsverletzungen, Gehirnerschütterungen, Zahnschäden und Kieferbrüche gehören ebenso zu den möglichen Folgen wie Verletzungen an Wirbelsäule, Brustkorb und Becken oder Knochenbrüche an Händen, Armen und Beinen.
Besonders nachdenklich stimmte dabei, dass die Unfallopfer häufig junge Menschen sind. „Die Fahrer sind oft sehr jung“, hatte Riffelmacher bereits vor Kurzem angesichts der steigenden Unfallzahlen betont. Bundesweit wurden im Jahr 2024 knapp 12.000 E-Scooter-Unfälle registriert, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden. Rund 1.500 Menschen wurden schwer verletzt, 27 kamen ums Leben.
Viele dieser Unfälle wären nach Einschätzung des erfahrenen Notarztes vermeidbar. Ablenkung durch das Smartphone, Kopfhörer während der Fahrt, das Fahren auf Gehwegen, Missachtung der Vorfahrt oder mehrere Personen auf einem E-Scooter erhöhen das Risiko erheblich. Hinzu kommt, dass Stürze auch ganz ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer geschehen können. „Fast ein Drittel sind Alleinunfälle“, so Riffelmacher. Schon eine übersehene Bordsteinkante könne ausreichen, um schwer zu stürzen.
Ein wichtiges Anliegen des Mediziners ist deshalb die Prävention.
Er wirbt unter anderem für das konsequente Tragen eines Helms und dafür, Verkehrsregeln auch auf dem E-Scooter ernst zu nehmen. Seine Botschaft an die Jugendlichen war eindeutig: Die unkomplizierte Nutzung eines E-Scooters darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass man damit als Verkehrsteilnehmer unterwegs ist – mit entsprechender Verantwortung für sich selbst und für andere.
Ermöglicht wurde der Vortrag durch die Verkehrswacht Rosenheim. Deren Vorsitzende Adelgunde Jungkunz stellte das Angebot der Wilhelm-Leibl-Realschule kostenlos zur Verfügung. Mit der Veranstaltung leistete die Verkehrswacht damit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrserziehung und Unfallprävention bei Jugendlichen.
Mit dem Vortrag für die Schülerinnen und Schüler soll die Aufklärungsarbeit jedoch nicht enden. In Abstimmung mit Dr. Riffelmacher und Adelgunde Jungkunz plant die Wilhelm-Leibl-Realschule für das kommende Schuljahr zusätzlich einen Informationsabend für Eltern. Denn auch sie spielen beim Thema E-Scooter eine entscheidende Rolle. „Sie sind diejenigen, die die E-Scooter kaufen“, hatte Riffelmacher bereits im Zusammenhang mit seiner Präventionsarbeit betont.
Die Veranstaltung zeigte, wie wichtig es ist, Jugendliche frühzeitig für Risiken im Straßenverkehr zu sensibilisieren – noch bevor sie selbst mit dem E-Scooter unterwegs sind. Bei den älteren Schülerinnen und Schülern ging es dagegen bereits ganz konkret um das eigene Verhalten im Straßenverkehr. Am Ende blieb vor allem eine Botschaft hängen, die Dr. Riffelmacher auch bei seiner Aufklärungsarbeit außerhalb der Schule immer wieder formuliert:
„Es braucht ein Umdenken.“
Fotos: Realschule Bad Aibling
Schaufenster



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