Zweiter Platz beim Bayerischen Biodiversitätspreis für den Landkreis Mühldorf

Unter dem Motto „Mehr Biodiversität durch naturnahe Hecken und Säume“ hat der Bayerische Naturschutzfonds den Biodiversitätspreis 2026 verliehen. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, Stiftungsratsvorsitzender des Naturschutzfonds, hat die Auszeichnung in Bamberg an insgesamt acht Preisträger überreicht. Der Landkreis Mühldorf erhielt für sein Projekt „Verbindende Landschaftselemente: Hecken als ökologische und soziale Brücken“ den mit 4.500 Euro dotierten zweiten Preis.

Mit dem Bayerischen Biodiversitätspreis würdigt der Freistaat herausragende Projekte, die zum Erhalt der biologischen Vielfalt und wertvoller Lebensräume beitragen. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Artenvielfalt als einzigartigen Schatz zu stärken und das Engagement von Kommunen, Verbänden und Privatpersonen sichtbar zu machen. „Artenvielfalt ist die Grundlage allen Lebens. Sie sichert unsere Ernährung, sauberes Wasser, fruchtbare Böden und stabile Ökosysteme. Zum Schutz der Biodiversität setzen wir dort an, wo wir mit einfachen und wirksamen Maßnahmen viel erreichen können: vor unserer Haustür. Hecken sind für den Biotopverbund und den Erhalt der Artenvielfalt von unschätzbarem Wert. Viele naturnahe Hecken und Säume bilden ein starkes Netzwerk, das Lebensräume verbindet und den Biotopverbund in unserer Kulturlandschaft stärkt. Mit dem Biodiversitätspreis würdigen wir vorbildliches Engagement und machen gute Ideen sichtbar“, so Umweltminister Torsten Glauber.

Der Landkreis Mühldorf setzt sich bereits seit fast 40 Jahren für die Neuanlage von Hecken und Säumen ein. Bis Ende 2025 wurden im Landkreis 165 Hecken mit einer Gesamtlänge von knapp 20 Kilometern angelegt. Allein in den vergangenen Jahren kamen jährlich rund ein Kilometer neue Hecken hinzu – das entspricht etwa zehn Pflanzprojekten pro Jahr. Jede einzelne Hecke leistet dabei einen wichtigen Beitrag zum Aufbau eines funktionierenden Biotopverbunds und schafft Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Der Fachbereich Naturschutz am Landratsamt berät interessierte Grundstückseigentümer direkt vor Ort und begleitet die Planungen. Die praktische Umsetzung erfolgt anschließend gemeinsam mit der Jagus-Umweltgruppe des AWO-Projektehauses Waldkraiburg. In ihrer Begründung hob die Jury insbesondere den freiwilligen und kooperativen Ansatz des Projekts hervor. Das Heckenprogramm verbinde Naturschutz, soziale Integration und Umweltbildung in besonderer Weise und erreiche dadurch eine hohe Akzeptanz bei Grundstückseigentümern sowie den beteiligten Partnern. Die langjährige Erfolgsgeschichte und die breite gesellschaftliche Verankerung machten das Projekt zu einem besonderen Beispiel innerhalb der bayerischen Naturschutzarbeit.

„Diese Auszeichnung ist eine Bestätigung für die hervorragende Arbeit vieler engagierter Menschen über mehrere Jahrzehnte hinweg“, freut sich Landrat Max Heimerl. „Unser Dank gilt den Mitarbeitern im Naturschutz, der Jagus-Umweltgruppe und vor allem den Grundstückseigentümern. Ohne deren Bereitschaft, die Artenvielfalt in unserem Landkreis zu erhalten und weiter zu stärken, wäre die beste Idee nichts wert. Dabei ist jede neu gepflanzte Hecke ein wichtiger Baustein für den Biotopverbund und damit für den Schutz unserer heimischen Natur.“

Den zweiten Preis teilt sich der Landkreis Mühldorf mit der Stadt Bamberg für deren Projekt zur ökologischen Straßenrandpflege vergeben. Der Hauptpreis des Bayerischen Biodiversitätspreises ging an die Familie Haake für ihr Projekt „Gepflanzt, als anderswo gerodet wurde“. Den dritten Preis erhielt die Kreisgruppe Kelheim des BUND Naturschutz in Bayern für ihr Umweltbildungsprojekt „NANU! – Hecken und Feldgehölze: viel mehr als nur Gestrüpp“.

Unser Bild zeigt von links Umweltminister Thorsten Glauber mit Matthais Nirschl, Philipp Wagner und Benedikt Schwarzfischer vom Landratsamt Mühldorf sowie Ulrike Strohmaier vom Bayerischen Naturschutzfonds.

Bild: Bayerischer Naturschutzfonds

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