Betrunken an der Mangfall

Einsatz Nummer zwei am Samstag für die Feuerwehr Bad Aibling. Mehrere Jugendliche feierten an der Mangfall. Ein Jugendlicher hatte etwas zu viel getrunken und war kaum noch ansprechbar. Der herbeigerufene Rettungsdienst konnte die Jugendlichen allerdings nicht erreichen, da das Gelände sehr unwegsam war. Daraufhin wurde die Feuerwehr zur Unterstützung alarmiert.

Die Besatzung des Hilfeleistungslöschfahrzeuges und des Rüstwagens musste den Weg durch das Wasser nehmen. Mithilfe einer Schleifkorbtrage musste der Verletzte über das Wasser getragen werden und wurde anschließend an den Rettungsdienst übergeben.

Fotos: © Feuerwehr Bad Aibling

 




Die Menschen akzeptieren die Regeln

Seit  21. März kontrollieren die Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung sowie der Abstands- und Schutzregeln, die für den Freistaat Bayern zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie gelten. Wie in den Wochen zuvor, fällt auch die Bilanz nach der nun mehr vierten Woche positiv aus. Fast alle Menschen im südlichen Oberbayern akzeptieren die Regeln und halten sich nach wie vor an die Beschränkung.

Knapp 13.000 Kontrollen führte die Polizei seit Ostermontag bis zum Morgen des heutigen Sonntags im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Verordnung der Bayerischen Staatsregierung anlässlich der Corona-Pandemie durch. Dabei wurden 1.149 Verstöße festgestellt. In 799 Fällen wurden Anzeigen erstattet, die meisten (791) davon wegen Missachtung der Ausgangsbeschränkung.

Am gestrigen Samstag war zwar im Vergleich zum Osterwochenende deutlich stärkerer Ausflugsverkehr festzustellen, jedoch hielten sich die Wanderer und Radlfahrer mehrheitlich an die Vorgaben, so dass es kaum zu Beanstandungen kam. Die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung wurde, wie bereits an den vergangenen Wochenenden, nicht nur von den Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, sondern mit Unterstützung der Alpinen Einsatzgruppe, der Reitergruppe, der Kontrollgruppe Motorrad, der Wasserschutzpolizei sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei kontrolliert.

Über einen Fall, der sich am Freitag in Siegsdorf im Landkreis Traunstein zutrug, kann man jedoch nur verwundert den Kopf schütteln. Eine Streife der Verkehrspolizei Traunstein kontrollierte einen Pkw mit französischer Zulassung. Im Fahrzeug: ein 37-jähriger Mann, seine 38-jährige Partnerin, beide französische Staatsangehörige, mit ihrem gemeinsamen Kleinkind. Der Familie war zuvor an der Grenze bei Bad Reichenhall die Einreise nach Österreich verweigert worden, da sie angaben, sich auf einer europaweiten Städtetour zu befinden. Zum Kontrollzeitpunkt hatte die Familie schon über 1400 Kilometer zurückgelegt. Doch damit nicht genug: bei der Überprüfung des Fahndungsbestands stellte sich heraus, dass das Pärchen offensichtlich drei weitere minderjährige Kinder einfach in Frankreich zurückgelassen hatte. Die Kinder hatten sich deshalb bereits an die französische Polizei gewandt, welche die Aufenthaltsermittlung der Personen veranlasste. Weil es sich bei der Urlaubsfahrt um keinen triftigen Grund handelt, die Wohnung zu verlassen, wurde gegen beide Personen ein Bußgeldverfahren eingeleitet, welches durch Hinterlegung einer Sicherheitsleistung an Ort und Stelle abgearbeitet wurde. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Pärchen umgehend und auf kürzestem Weg nach Frankreich zurückgekehrt ist.

Polizeipräsident Robert Kopp: „Glücklicherweise stellen Sachverhalte wie länderübergreifende Städtetouren mit dem Auto in dieser Zeit die absolute Ausnahme dar. Die Menschen im südlichen Oberbayern verhalten sich überwiegend sehr diszipliniert und beachten die Schutzregeln. Aber wir müssen weiter gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Pandemie einzugrenzen! Deshalb kann ich auch für die ab morgen, 20. April, geltenden Lockerungen nur dringend appellieren: Halten des Mindestabstands von 1,5 Metern ist das Gebot der Stunde! Nur gemeinsam können wir den Kampf gegen das Corona-Virus gewinnen!“

Die Lockerungen treten mit der „Zweiten Bayerische Infektionsschutzmaßnah-menverordnung“ ab Montag, 20.04.2020, in Kraft. Sie sehen unter anderem vor, dass Bau- und Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen und Fahrradwerkstätten wieder öffnen dürfen. Für das Benutzen von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs sowie für den Aufenthalt in Geschäften wird dringend empfohlen, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Bisher waren nur Bewegung und Sport mit Personen des eigenen Hausstands oder dem Lebenspartner erlaubt. Mit der Neuregelung darf die Wohnung zu Sport und Bewegung an der frischen Luft alternativ auch mit einer weiteren nicht im selben Hausstand lebenden Person verlassen werden. Diese Neuregelung umfasst das Treffen von maximal zwei Personen. Familientreffen sowie Besuche bei Freunden bleiben auch weiterhin wegen des Infektionsrisikos untersagt!

Für Fragen zur Ausgangsbeschränkung sowie zu den Veranstaltungsverboten und Betriebsuntersagungen bitten wir auch weiterhin, nicht den Polizeinotruf 110 oder die örtlichen Polizeiinspektionen anzurufen.




Es sind noch Plätze frei

Vorausschauendes Handeln. Oft gewünscht, selten gemacht. Nicht so bei den Kliniken in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach. Dort haben die Verantwortlichen angesichts der drohenden Corona-Krise schon im Februar die richtigen Dinge gemacht und Platz geschaffen für einen großen Ansturm. Der blieb zum Glück aus. Deshalb haben die Krankenhäuser der Region noch genügend Kapazitäten frei. Für Covid-19-Fälle ebenso wie für Patienten mit anderen Gebrechen.

Beim virtuellen Pressegespräch am Mittwochnachmittag waren sie alle versammelt: Der Ärztliche Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz Dr. Michael Städtler, Dr. Hanns Lohner (Foto) von den RoMed-Kliniken, Dr. Steffen Herdtle vom Krankenhaus Agatharied, Dr. Volker Huge von den Schön Kliniken und Professor Peter Young von der Gruppe Medical Park. Und sie alle konnten Gutes berichten. Dass sie alle auf die Corona-Welle gut vorbereitet gewesen seien und dass deshalb freie Plätze in den Kliniken keine Mangelware wären.

Bemerkenswert dabei: Schon früh sprachen sich die Kliniken untereinander ab. „Wir haben in den Medical Park Kliniken keine Möglichkeiten, Intensivbehandlungen von Corona-Patienten durchzuführen”, sagt Professor Peter Young. Trotzdem bringen sich seine Häuser mit ein. Indem sie die Fälle aufnehmen, die nur leichte oder mittelschwere Symptome aufweisen.

Der RoMed-Verbund hat seine Kliniken inzwischen ganz klar definiert: Während man sich am Standort Bad Aibling nur um die Versorgung von Corona-Patienten kümmert und Prien dagegen frei von Covid-19-Fällen bleiben soll, werden in den Häusern Wasserburg und Rosenheim sowohl Corona-Patienten als auch Menschen mit anderen Krankheiten aufgenommen. Doch letztere bleiben zur Zeit verstärkt aus. Dr. Hanns Lohner: „Das macht uns schon etwas Sorge. Denn wir beobachten einen starken Rückgang von Patienten, die eigentlich wegen anderer Beschwerden dringend behandelt werden müssten. Vor allem die Zahl der Herzinfarkt-Patienten ist um einiges weniger geworden.”

Sein Kollege Dr. Steffen Herdtle aus Agatharied pflichtet ihm da bei: „Auch wir erleben das. Viele Menschen haben wohl Angst, sich mit Corona zu infizieren. Die brauchen sie bei uns nicht haben und ich will hier noch einmal sagen, dass die Akutversorgung in den Landkreisen ganz normal läuft. Es ist ganz entscheidend, dass sich Patienten trauen, auch mit anderen Krankheiten vorbei zu kommen.”

Dr. Michael Städtler freut sich darüber, dass die Versorgungslage von bedürftigen Patienten gerade in Sachen Corona in seinem Zuständigkeitsbereich sehr positiv ist. Dennoch sagt er auch: „Wir schwimmen nicht im Luxus.” Doch so lange die Häuser in den beiden Landkreisen derzeit auch noch Patienten aus München aufnehmen, scheint die Lage entspannt. Auch vor einem möglichen Anstieg der Patientenzahlen nach einer Lockerung ist ihm nicht bange. „Das wird zwar eine spannende Zeit, doch wir haben auch dafür noch Kapazitäten frei.”

Deutlich wird das an einer Zahl aus dem „Corona Krankenhaus” Bad Aibling, die Dr. Hanns Lohner nennt: Dort liegen in der RoMed-Klinik derzeit 35 Covid-19-Patienten. Davon zwei auf der Intensivstation. Da ist noch Luft nach oben.




„Es fehlt an Schutzanzügen”

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Und so wurde aufgrund der Corona-Situation Dr. Fritz Ihler (Foto) zum Versorgungsarzt im Landkreis Rosenheim bestimmt. Sein Hauptaufgabengebiet: Die Koordination von über 400 Ärzten im Landkreis und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung sowohl für Corona- als auch für Nicht-Corona-Patienten.

Im Pressegespräch am Mittwochnachmittag beteuert Ihler, der als Allgemeinmediziner eine Praxis in Schechen und in Rosenheim hat und im Aufsichtsrat der RoMed-Kliniken sowie für die SPD im Rosenheimer Stadtrat sitzt, dass die medizinische Versorgung in Stadt und Landkreis generell gut wäre, aber dass die Sache dennoch einen Haken habe: „Das Wichtigste ist die Versorgung mit Schutzkleidung für die Ärzte und da gibt es nach wie vor Engpässe.”

Im ärztlichen Alltag bedeutet dies, dass manche Praxen ihre Arbeit nicht machen können, da es an der entsprechenden Kleidung fehlt. Auch ein großer Posten an vom Landkreis bestellter Kleidung sei bisher noch nicht eingetroffen, sagt Ihler.

Um genügend Ärzte für die Bevölkerung zur Verfügung zu haben, ist Dr. Fritz Ihler auf das Entgegenkommen seiner Kollegen angewiesen, doch das ist zum Glück groß: „Viele Praxen haben ihren Osterurlaub abgesagt, um auch in den kommenden Tagen und Wochen für ihre Patienten da zu sein. Viele Ärzte sprechen sich da untereinander ab”, sagt der Versorgungsarzt. Selbstverständlich werden auch weiterhin Menschen ohne Corona-Symptome behandelt, doch Ihler empfiehlt allen Patienten mit aufschiebbaren Terminen, diese auf später zu verlegen. Er weiß, dass sich viele Leute ihre Medikamente auch telefonisch verschreiben lassen, andere wiederum schicken Bilder von ihren Erkrankungen, um eine erste Diagnose auch online zu bekommen.

Damit die medizinische Versorgung so reibungslos wie möglich läuft, gibt’s die Koordination über den E-Mail-Verteiler des ärztlichen Kreisverbandes. Ihler: „Die jungen Kollegen tauschen sich zudem über WhatsApp aus.”

Ressourcen werden derzeit auch bei Arztbesuchen in Alten- und Pflegeheimen geschont. „Momentan geht nur ein Arzt in ein Heim und betreut dort die Insassen – es ist nicht wie bisher, dass mehrere Ärzte in einem Heim ein- und ausgehen und jeder nur nach seinen eigenen Patienten schaut.” Auch hier wird immer wieder gewechselt, die Ärzte sprechen sich ebenfalls ab.

Dass die Mediziner im Landkreis noch genügend Kapazitäten für eventuelle Corona-Fälle haben, liegt auch daran, dass die Zahl der Menschen zurück gegangen ist, die normalerweise wegen anderer Wehwehchen in die Praxis kommen. Hier empfiehlt Dr. Fritz Ihler weiterhin, den Arztbesuch auf einen späteren Zeitpunkt zu legen. Und zu Risikopatienten sagt er: „Wenn ein Termin nicht absolut notwendig ist, dann ist es besser wenn man zuhause bleibt.” So haben Corona-Behandlungen derzeit fast überall Priorität, vorausgesetzt, es ist genügend Schutzkleidung vorhanden.

 

 

 




Mutter tötet ihre Kinder und sich selbst

Fassungslosigkeit in Vogtareuth und bei den Einsatzkräften am Tatort: Heute morgen wurden – wie berichtet – gegen 4.40 Uhr drei Leichen in einem Haus in Vogtareuth aufgefunden. Wie Polizeipressesprecher Martin Emig bestätigt, sind die Opfer zwei Kinder und ihre Mutter.

„So wie sich die Lage derzeit darstellt, wurden die Kinder durch ihre Mutter getötet, die sich dann selbst das Leben nahm”, heißt es. Die Mutter war eine Bundespolizistin.

Die Polizei vermeldet dazu:

Am frühen Freitagmorgen, 3. April 2020, fand die Polizei in einem Wohnhaus in Vogtareuth drei tote Personen. Es handelt sich dabei um eine 36-jährige Frau und deren 12 und 10 Jahre alten Töchter. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei übernahmen die Untersuchungen. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass die Frau ihre Kinder gewaltsam tötete und sich anschließend selbst das Leben nahm.

Um kurz nach 04.30 Uhr wurde der Einsatzzentrale im Polizeipräsidium Oberbayern Süd über Notruf ein Rettungseinsatz in Vogtareuth mitgeteilt. Mehrere Streifenfahrzeuge der Polizei fuhren daraufhin an den Einsatzort. In dem Wohnhaus fanden die Beamten dann drei tote Personen. Dabei handelt es sich um eine 36 Jahre alte Frau und deren 12 und 10 Jahre alten Töchter.

Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, übernahmen die Ermittler des zuständigen Fachkommissariats K1 der Kripo Rosenheim die Untersuchungen. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass die 36-jährige Mutter gegen 4.30 Uhr morgens ihre beiden Töchter mit einer Schusswaffe tötete und sich damit anschließend selbst das Leben nahm. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen, in die unter anderem auch Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamts und Rechtsmediziner eingebunden werden, dauern aber derzeit natürlich noch an. Über die Hintergründe der tragischen Tat ist noch nichts bekannt.

 




Vorausmeldung: Drei Tote in Vogtareuth

Schreckliche Meldung am Freitagmorgen: In einem Haus in Vogtareuth wurden heute drei Tote aufgefunden. Die Polizei ist vor Ort und ermittelt, so das Polizeipräsidium. Näheres ist noch nicht bekannt. Foto: Georg Barth

 




Auf Suche nach einem Hilfskrankenhaus

Pressegespräche mit physischer Anwesenheit sind derzeit out – so geht’s dann eben auch über den PC am eigenen Schreibtisch. Auf diese Art stellte sich jetzt auch Dr. Michael Städtler, der Ärztliche Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz, vor. Im Gespräch mit den Medien aus dem Landkreis lag sein Schwerpunkt vor allem auf dem Thema „Hilfskrankenhaus”.

Noch, so sagte er, gibt es in und um Rosenheim zwar noch reichlich Kompensationsmöglichkeiten. Doch wenn die Corona-Lage an Dynamik zunehmen sollte, dann will der Landkreis gerüstet sein.

Städtler: „Deshalb halten wir Ausschau nach geeigneten Gebäuden und muss dabei gleich vorausschicken: Es wird mit Sicherheit in nächster Zeit keine Turnhalle zu einem Krankenhaus umfunktioniert. Wir schauen da eher nach stillgelegten Kliniken, die man zur Not wieder reaktivieren kann.” Wo das sein wird – darüber schweigt er sich aus, um Spekulationen nicht Tür und Tor zu öffnen.

Seit dem 25. März, dem Tag, an dem der Landkreis die Allgemeinverfügung der Kategorie I  erlassen hat, ist Michael Städtler im Amt. Der Anästhesiearzt der RoMed-Klinik wurde dazu vom Klinikum freigestellt, seitdem ist vor allem die Koordination der Krankenhäuser im Landkreis sein Hauptaufgabengebiet.

„Hier gibt’s ein Online-Tool, auf dem alle Kliniken die Zahl ihrer verfügbaren Betten melden können”, berichtet er. Dabei wird unterschieden in Krankenhäuser, die mit High-End-Medizin die Kapazitäten und die Ausrüstung für schwere Corona-Fälle haben, in Häuser, die die eher moderaten Fälle behandeln können und in Reha-Kliniken, die sich um die Menschen kümmern, die von der Krankheit geheilt sind.

Zusätzlich koordinieren Städtler und sein Team Einsätze wie beispielsweise die Verlegung von 41 Bewohnern des Pflegeheims St. Lukas in Bad Feilnbach in andere Einrichtungen (wir berichteten). „Da waren 15 Fahrzeuge im Einsatz, denn viele Personen haben unterschiedliche Schweregrade der Erkrankung. Das war eine logistische Herausforderung.”

Mit derartigen Planungen und Aktionen wird Katastrophenschutz-Leiter wohl noch einige Zeit beschäftigt sein. Denn: „Zur Zeit gibt es keine Engpässe in den Kliniken, wir haben noch Kapazitäten an Plätzen frei. Zudem hat sich die Lage in Bezug der Unterbringungen in Krankenhäusern seit dem vergangenen Wochenende ganz leicht entspannt. Doch niemand kann derzeit seriös vorhersagen, wie lange die Lage noch andauert.”




In Großkaro dauert’s noch ein bisschen

In allen Gemeinden des Landkreises sind die Ergebnisse der Kreistagswahl ausgezählt – nur Großkarolinenfeld lässt noch etwas auf sich warten (wir berichteten). Nach Informationen aus dem Rathaus, die es nach einem Anruf für uns gab, soll’s aber heute im Laufe des Tages so weit sein. Es wird scheinbar noch einmal gezählt. Angesichts der generell dezimierten Zahl an Wahlhelfern in der momentanen Situation drücken wir ein Auge zu und können’s wohl auch verschmerzen …




Landkreis: Absagen und abwarten

Es ist immer wieder Südtirol. Auch der dritte bestätigte Corona-Fall im Landkreis – eine Frau aus Reitmehring ist erkrankt und im Klinikum untergebracht – ist auf einen Kontakt in Südtirol zurückzuführen. In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz äußerten sich sowohl Gesundheitsamt-Leiter Dr. Wolfgang Hierl, als auch Dr. Jens Deerberg-Wittmann, Geschäftsführer der RoMed-Kliniken, und Nina Maschner von der Abteilung Gesundheit und Verbraucherschutz am Landratsamt zur neuen Situation.

Foto: Dr. Jens Deerberg-Wittmann, Dr. Wolfgang Hierl, Nina Maschner und Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamtes (von links).

Dabei konnte Wolfgang Hierl bezüglich des ersten bekannten Falls Entwarnung geben: „Die Person hatte generell keine Symptome und nur einen Tag, an dem sie leichte Erkältungserscheinungen feststellte. Sie ist in der Zwischenzeit aus dem RoMed-Klinikum entlassen worden. Heute und morgen werden noch Proben entnommen, sollten die Tests negativ ausfallen, ist die Erkrankung bei ihr vorbei.”

Dr. Jens Deerberg-Wittmann äußerte sich über die Mitarbeiterin des Klinikums, die positiv getestet wurde (wir berichteten): „Sie hat nur sehr milde Symptome und befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne.” Auch Kontaktpersonen der Patientin wurden vorsorglich nach Hause geschickt, in der Chirurgie wurde die Zahl der Behandlungen auf das Notwendige heruntergefahren.

Dr. Wolfgang Hierl zur allgemeinen Lage: „Wie schon erwähnt, entwickelt sich die Situation zur Zeit sehr dynamisch, in Deutschland wie auch in Stadt und Landkreis Rosenheim.” Das Gesundheitsministerium erwarte eine weltweite Ausbreitung, und auch das Gesundheitsamt in Rosenheim für den Landkreis sieht eine erhöhte Risiko-Situation. Deshalb gelte momentan die vom Robert-Koch-Institut vorgegebene „Containment-Strategie”. Bedeutet: Verdachtsfälle isolieren und Empfehlungen für Großveranstaltungen aussprechen.

In einem Fall kann Nina Maschner von der Abteilung Gesundheit und Verbraucherschutz am Landratsamt schon Vollzug melden: „Das Starkbierfest in Raubling wurde auf Anordnung des Landratsamtes bereits abgesagt.” Im Falle des Festes in Rosenheim, das schon angelaufen ist, kann die Behörde allerdings nur die Empfehlung aussprechen, die Türen zu schließen. „Entscheiden muss hier die Stadt Rosenheim”, sagt Maschner.

Dass es gerade die Starkbierfeste trifft und noch keine Sportveranstaltung wie beispielsweise ein Spiel der Starbulls, begründet Dr. Wolfgang Hierl wie folgt: „Gerade die Bierzeltsituation ist riskant. Hier sind viele Menschen auf engem Raum dicht zusammen, nur durch einen schmalen Tisch getrennt.”

Ob und wie schnell die Zahl der infizierten Personen steigt, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand genau sagen. Laut Gesundheitsamt gibt es Stand Montagnachmittag weltweit 110.086 nachgewiesene Corona-Fälle, davon 80.735 in China, 7375 in Italien, 1112 in Deutschland und 256 in Bayern. „Doch diese Zahlen”, sagt Hierl, „können sich stündlich verändern.”

Ein Grund, in Angst und Panik zu verfallen sei dies noch nicht. Der Gesundheitsamtleiter und Dr. Jens Deerberg-Wittmann empfehlen, größere Menschenansammlungen zu meiden, sich regelmäßig und jeweils mindestens 30 Sekunden lang die Hände mit Seife zu waschen und sich zudem zu beobachten: Habe ich irgendwelche Symptome? Kam ich mit Menschen in Berührung, die aus Risikogebieten kommen?

In Schulen bekommt bei einem Verdachtsfall in einer Klasse die ganze Klasse bis zum Testergebnis des betreffenden Schülers oder Lehrers für diese Zeit schulfrei. Sollte die Person dann positiv getestet werden, gibt’s zwei Wochen „Zwangsurlaub” von der Schule. So lange dauert ungefähr die Ansteckungszeit durch Corona-Viren.

Ob die Krankenhäuser auf eine stark steigende Anzahl von Verdachtsfällen und Patienten vorbereitet sind, vermag Dr. Jens Deerberg-Wittmann nicht mit Bestimmtheit sagen. „Ich denke, wir sind gut aufgestellt, doch auch wir schauen von Woche zu Woche.”

An Schutzanzügen für das Personal würde es nicht mangeln, nur mit Desinfektionsmitteln würde in seinen Häusern sparsam umgegangen werden. Deshalb hat die Krankenhausleitung auch an den Stellen in den Kliniken, an denen es nicht unbedingt erforderlich ist, die Flaschen aus den Desinfektionsmittel-Spendern entfernen lassen. „Oft reicht tatsächlich auch gründliches Händewaschen”, sagt er.

 

 




„Die Situation entwickelt sich sehr dynamisch”

Die Menschen machen Hamsterkäufe, Schülern, die im Italien-Urlaub waren, wird nahegelegt, zwei Wochen lang nicht in die Schule zu gehen, im Landkreis gab es jetzt den ersten Corona-Fall: Für Dr. Wolfgang Hierl (2.v.r.), den Leiter des Gesundheitsamtes in Rosenheim, war das der Anlass, vor die Medien zu treten und seine Einschätzung der Lage abzugeben. Sein Fazit: Man sei in Stadt und Landkreis gut gerüstet für alle Fälle. Dennoch sagt er auch: „Die Situation entwickelt sich sehr dynamisch.”

Wie verhält man sich optimal im Falle eines Falles? Dr. Wolfgang Hierl kann das am Beispiel des Mannes erklären, der seit diesem Wochenende als der erste Corona-Fall im Landkreis gilt: „Dieser 55-Jährige hat sich bei einem Freund aus Baden-Württemberg angesteckt”, berichtet der Gesundheitsamt-Leiter. „Beide waren bis zum 26. Februar Skifahren in Südtirol. Als der Mann erfahren hat, dass sein Bekannter mit dem Corona-Virus infiziert war, hat er sich gleich beim Gesundheitsamt gemeldet. Eine Mitarbeiterin des Amtes kam dann in Schutzkleidung bei ihm zuhause vorbei und machte einen Rachenabstrich. Einen Tag später herrschte dann Gewissheit: Er hat das Virus. Derzeit lebt er in strikter räumlicher Abtrennung von seiner Familie. Das geht deshalb gut, da er in einem Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung lebt. Er wird ärztlich betreut und muss täglich seine Temperatur messen. Sollten bei ihm tatsächlich Krankheitssymptome auftreten, kommt er ins RoMed-Klinikum nach Rosenheim.” Dort habe man zwei Zimmer zur Absonderung der Kranken bereitgestellt.

So weit, so vorbildlich. Der häuslichen Quarantäne hat man seitens der Behörde allerdings nur deswegen zugestimmt, da die Voraussetzungen hier passen. Der Mann muss nun 14 Tage lang isoliert leben. So lange ist das Virus ansteckend.

Ist dieser Fall denn nun der Anlass, in höchste Alarmstufe zu verfallen? Wolfgang Hierl bemüht sich, hier nichts unnötig aufzubauschen. „Wir wollen Ruhe und Gelassenheit vermitteln”, sagt er und rät den Bürgern zu den allseits bekannten Vorsichtsmaßnahmen: Nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge niesen, sich nicht mit der Hand ins Gesicht greifen, öfter und gründlich die Hände waschen und zu anderen Menschen, die infizieret sind oder aus Risikogebieten kommen, möglichst einen Abstand von etwa zwei Metern halten.

Sie informierten die Medien im Landratsamt: Stefan Forstmeier (Leiter Sachgebiet Öffentliche Ordnung), Bettina Bauer (Abteilung öffentliche Sicherheit und Ordnung), Nina Mascher (Abteilungsleiterin Gesundheit), Dr. Wolfgang Hierl (Leitung Gesundheitsamt)(v.l.)

Und wenn man selbst Angst hat, ein Betroffener zu sein? Da heißt es erst einmal, sich selbst zu beobachten. Hat man Krankheitssymptome? Fällt das Atmen schwer? Hat man eventuell Fieber? Dann sollte man am besten seinen Arzt oder das Krankenhaus telefonisch informieren und keinesfalls unangemeldet in der Praxis auftauchen.

Was keinen Sinn macht: Sich einfach so aus Neugier testen zu lassen. Ohne Symptome kann das Virus nicht nachgewiesen werden.

Obwohl in den vergangenen Tagen die Schutzkleidung und Atemschutzmasken für die Ärzte und das Pflegepersonal knapp geworden sind, sieht Hierl die Stadt und den Landkreis gut gewappnet für alle Eventualitäten. Dazu wurde am vergangenen  Freitag eine Koordinationsgruppe ins Leben gerufen, die aus Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen, Feuerwehren, der Bundespolizei und dem Polizeipräsidium Oberbayern sowie Vertretern des Romed-Klinikums und des Gesundheitsamtes besteht. Die Beteiligten entwickelten einen Drei-Stufen-Plan, der die Vorgehensweise bei infizierten Einzelfällen, bei größeren Personengruppen oder bei flächendeckenden Infektionen regeln soll.

Ob es zu den letzteren beiden Szenarien kommen wird, kann derzeit kein Mensch sagen. Auch Dr. Wolfgang Hierl nicht. Er weiß nur, dass die Strategie der Absonderung bisher ein schnelles unkontrolliertes Ausbreiten der Krankheit verhindert hat – er nennt hier als Beispiel die Infizierten im Landkreis Starnberg. Noch ist die Lage im Landkreis Rosenheim entspannt. Aber der Gesundheitsamtchef weiß auch: „Die Situation entwickelt sich sehr dynamisch.”

Wer sich unsicher ist, wer Sorge und Angst hat, dem rät er, sich telefonisch entweder beim Arzt zu melden oder gleich beim Gesundheitsamt unter der Nummer 0 80 31/392-60 02 anzurufen.




Ins Bewusstsein rücken

„Jeder achte Bürger in Deutschland hat Angehörige, die Opfer des NS-Euthanasie-Programms wurden.“ Mit dieser Zahl verdeutlichte gestern Prof. Dr. Michael von Cranach (Foto) die Dimensionen der von den Nazis begangenen Verbrechen an kranken und behinderten Menschen in seiner Rede zur Eröffnung der Sonderausstellung „In Memoriam“ im Wasserburger Museum. Vorausgegangen war die berührende Einweihung des neuen Mahnmals am Heiserer Platz, das mit 62 Stelen an die 742 Menschen erinnert, die in Attl und Gabersee lebten und ermordet wurden (wir berichteten).

Nach einem feierlichen musikalischen Gruß des Saxophon-Quartetts der Wasserburger Stadtkapelle begrüßte Museumsleiterin Sonja Fehler die Gäste, unter ihnen die Bürgermeister Michael Kölbl und Werner Gartner, und verwies auf die Akten und Archivalien der Stiftung Attl und des Stadtarchivs, mit denen die Ausstellung den lokalen Bezug bekommt.

Von Cranach (79), Psychiater und von 1980 bis 2006 ärztlicher Direktor, des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren sowie Kurator der Ausstellung, erinnerte daran, wie diese schrecklichen Verbrechen ans Tageslicht kamen. „1945 kamen US-Offiziere ins Krankenhaus Kaufbeuren und fanden getötete Kinder“, so von Cranach, „das war der Anlass, um weiter zu recherchieren, was geschehen war.“

So hätten die Amerikaner schließlich die Quellen zugänglich gemacht und sich entschieden, die Verbrecher ab 1947 in den sogenannten Ärzteprozessen vor Gericht zu stellen. Anschließend wurden die Akten der Bundesrepublik übergeben, wobei im Nachgang viele Vorgänge von Justiz und Öffentlichkeit verleugnet wurden. „So gab es kein Bewusstsein für diese Taten“, so der Psychiatrie-Professsor.

Auch in den Nachkriegsjahren war das Schicksal behinderter Menschen bedrückend. „Wir trafen noch 1980 auf ein Elend, wie man sich es kaum vorstellen kann“, erinnert sich von Cranach an seine ersten Kontakte zu den Patienten. „Die Menschen hatten kaum eigene Kleidung, fast keinen Kontakt zu den Angehörigen“, so der Kurator. Dadurch sensibilisiert habe man begonnen, in den Archiven zu forschen und sich mit dem Thema „Euthanasie“ auseinanderzusetzen.

Der Initialzündung kam 1999, als die Deutsche Fachgesellschaft für Psychiatrie den Auftrag bekam, einen Weltkongress auszurichten. Weil aber kein schlechtes Licht auf die Mediziner fallen sollte, wurde bei den Planungen nicht auf das „Euthanasie“-Programm eingegangen. Der Protest internationaler Ärzte, die deshalb den Kongress boykottieren wollten, führte schließlich zu der Sammlung, die seither als Wanderausstellung an 40 Orten gezeigt wurde.

Wirklich angekommen im Bewusstsein, sei das Thema aber erst 2017 als der Bundestag mit einer eindrucksvollen Feier an die Verbrechen der NS-Zeit mahnte.

Die Ausstellung diene darüber hinaus den Angehörigen, die sich informieren können, ob Verwandte vom „Euthanasie“-Programm betroffen waren.

„In Memoriam“ läuft noch bis 10. Mai und wird von zahlreichen Veranstaltungen begleitet.

Museumsleiterin Sonja Fehler und Prof. Dr. Michael von Cranach eröffneten die Ausstellung gestern.




Mietraching: Wohnungseinbruchsdiebstahl geklärt

Mietraching – Am 26.Oktober 2019 ereignete sich in den frühen Morgenstunden ein Einbruch in eine Wohnung in Mietraching. Die Tat konnte nun aufgeklärt werden. Im Rahmen von umfangreichen Ermittlungen, federführend durch das Polizeipräsidium Schwaben Nord und in enger Zusammenarbeit mit den Polizeipräsidien Oberbayern Süd, Schwaben Süd/West und Niederbayern wurden die Tatverdächtigen, drei junge Männer aus dem Raum Kempten im Alter von 17, 18 und 20 Jahren ermittelt und noch an den Weihnachtsfeiertagen festgenommen.

Die Täter sind verdächtig insgesamt acht Wohungseinbruchsdiebstähle in vier bayerischen Landkreisen begangen zu haben. Der hier ansässige Geschädigte hatte vor dem Einbruch hochpreisige Schmuckstücke und Sammlerartikel über eine Onlineverkaufsplattform zum Verkauf angeboten gehabt.

Offensichtlich nutzten die Täter diesen Umstand um sich ihr späteres Opfer gezielt auszusuchen. Da die Täter bei dem Einbruch in Mietraching von der nach Hause kehrenden Hausbewohnerin überrascht wurden, verließen diese das Anwesen fluchtartig und ließen einen Großteil der bereits bereitgelegten Beute am Tatort zurück.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang zu einem sensiblen Umgang mit den eigenen persönlichen Daten im Internet.




Tuntenhausen: Aßlinger in der Attel

Tuntenhausen – Gestern Nacht gegen 23:45 Uhr ereignete sich auf der Kreisstraße RO 50 im Gemeindegebiet Tuntenhausen an der Landkreisgrenze nach Ebersberg ein Verkehrsunfall, bei dem ein Pkw von der Fahrbahn abkam und in der Attel landete. Ein 80-Jähriger Aßlinger kam aus bislang noch nicht näher bekannten Gründen von Ostermünchen kommend von der Fahrbahn ab, nachdem er zuvor die Leitplanke touchiert hatte. Schließlich kam der VW im Bach zum Stehen.

Der Fahrzeugführer wurde leicht verletzt ins Krankenhaus Rosenheim eingeliefert. Der Pkw musste von einem Abschleppdienst aus dem Bach geborgen werden.

Die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang führt die Polizeiinspektion Bad Aibling.

 

 




Großer Fang auf der Autobahn

Ungewöhnlich große Fische gingen den Schleierfahndern der Grenzpolizeiinspektion Raubling am Dienstag im Landkreis ins Netz. Sie kontrollierten am Nachmittag auf der Autobahn A93 in Fahrtrichtung Kufstein eine Sattelzugmaschine der Marke Volvo mit bulgarischer Zulassung. Der Fahrer konnte sich ordnungsgemäß ausweisen und händigte auch für den Lkw eine gültige Zulassungsbescheinigung aus. Aber …

… bei der näheren Überprüfung schlug der Fahndungscomputer Alarm:

Für die Sattelzugmaschine bestand seit dem 3. Januar eine Sachfahndung aus Bulgarien zur Sicherstellung des Kraftfahrzeuges.

Zur gleichen Fahndungsnotierung gehörten drei weitere Lkw, nach denen ebenfalls gesucht wurde. Und tatsächlich: Innerhalb von nur zehn Minuten fischten die Beamten  auch die restlichen drei Sattelzugmaschinen aus dem fließenden Verkehr.

Auch für diese drei Lkw, ebenfalls Marke Volvo, legten die Fahrer gültige Zulassungspapiere vor. Alle vier Sattelzugmaschinen sind neuwertig und am 2. Januar 2020 frisch zugelassen.

Die Lkw wurden durch ihre Fahrer zur Grenzpolizeiinspektion Raubling gebracht. Dort gaben die Männer an, bei einer Firma als Berufskraftfahrer beschäftigt zu sein. Sie hätten den Auftrag erhalten, die Lkw von Köln nach Wörgl in Österreich zu bringen.

Da in Deutschland kein Straftatbestand vorlag, konnten die Fahrer, alle bulgarische Staatsangehörige, nach ihrer Vernehmung die Dienststelle verlassen.

Die vier Sattelzugmaschinen im Gesamtwert von 500 000 Euro und die Zulassungsdokumente wurden sichergestellt und die Behörden in Bulgarien informiert.

 




Doppelt gegen Hauswand gekracht

Eine 78-jährige Autofahrerin aus Stephanskirchen wollte heute gegen 12 Uhr mit ihrem Toyota aus einem Parkhaus in der Rosenheimer Salinstraße ausparken. Beim Losfahren verwechselte sie aber offenbar – laut Polizei – das Gas- mit dem Bremspedal und fuhr mit der Pkw-Front frontal gegen eine Hausmauer. Beim Zurücksetzen passierte ihr das gleiche Missgeschick leider noch einmal und der Pkw stieß nun frontal mit dem Heck in die gegenüberliegende Hauswand der Tiefgarage.

Durch den Unfall wurde die Fahrerin leicht verletzt und zur ambulanten Behandlung ins Klinikum Rosenheim gebracht.

Am Toyota entstand ein Gesamtschaden von rund 4000 Euro, an beiden Hausmauern von rund 500 Euro.




Walter Pakulat ist Spitzenkandidat

Am Wochenende haben die Freien Demokraten im Landkreis Rosenheim ihren Landratskandidaten und die FDP-Kreistagsliste aufgestellt. Der langjährige Bruckmühler Kreisrat und Unternehmensberater Walter Pakulat, 59 Jahre, verheiratet und zwei Töchter, wurde zum Landratskandidaten der Kreis-FDP für die Kommunalwahlen im März 2020 gewählt.

Er führt auch die Kreistagsliste der FDP Rosenheim-Land als Spitzenkandidat an, gefolgt von Michael Linnerer, Projektingenieur aus Raubling, 39 Jahre alt, verheiratet und zwei Töchter und Martina Blank, Unternehmerin aus Prien, 64 Jahre alt, verheiratet und ein Sohn.

Alle gewählten Listenkandidaten der FDP Rosenheim-Land wollen mit ihrem regionalen Kommunalwahlprogramm unter dem Motto „Zukunft braucht Freiheit“ den Bürgern und sich selbst eine politische Orientierung geben, für ihre Zielsetzungen vor der Wahl und das Versprechen für das Eintreten für diese wichtigen Vorhaben nach der Wahl. Diese Ziele umfassen u.a. spezifische Forderungen zu Themen, wie Bildung, Digitalisierung, Wohnungsbau, Mobilität, Verkehrsinfrastruktur, Umwelt und wirtschaftliche Entwicklung in der Rosenheimer Region.

Für die Plätze 4 bis 70 auf der Kreistagsliste wurden in der nachfolgenden Reihung gewählt:

Dirk Peschutter (59, Bauleiter), Heinz Hilgendorf (76, Dipl.-Ing.der Luft-und Raumfahrt), Michael Kästner (21, Malermeisterschüler), Georg Resch (57, Zahntechnikermeister), Karin Linnerer (34, Tagespflegerin), Marcus Moga (22, Steuerfachangestellter), Markus Franzen (40, Geschäftsführer), Heinz Benninghoven (63, Kaufmännischer Angestellter), Ulrike Peschutter (56, Betriebswirtin) Andreas Bauer (19, Student), Dr. Wilfred Stehling (69, Dipl.-Mathematiker), Thomas Müller (40, Steuersachbearbeiter), Petra Pakulat (53, Hotelfachfrau), Andreas Feuersinger (31, Rechtsanwalt), Thomas Effenberger (52, Geschäftsinhaber), Josef Fritz (54, Landwirt), Florian Rosa (38, Informatiker), Josef Fellner (33, Kfz-Meister), Ingeborg Benninghoven (63, Arzthelferin), Stefan Felder (42, Unternehmer), Thorger Hübner (76, Rentner), Klaus Blank (71, Geschäftsführer), Christian Engert (71, Justizbeamter i.R.), Dr. Wolf-Dieter Schuck (75, Rentner), Erik Schmolinske (78, Rentner), Brigitte Hilgendorf (74, Beamtin i.R.), Nicolas Schmid (21, Student), Dr. Maderholz (63, Arzt), Sarah Rawe (29, Mentorin), Ingrid Stout (Steuersachbearbeiterin) , Laura Horn (24, Mentorin), Prof. Dr. Eckhart Lachmann (58, Hochschulleiter BWL), Bianca Jahnke (42, Köchin), Sebastian Wolf (21, Azubi. Informatiker), Dominik Jahnke (24, Berufskraftfahrer), Herta Pakulat (80, Rentnerin), Ferdinand Blumenröther (65, Zollbeamter i.R.)

 

 

 




Update Lkw-Unfall: Stau im Inntal

A93 – Ergänzende Infos zum Lkw-Unfall, der sich heute am frühen Morgen auf der Inntalautobahn ereignet hat (wir berichteten): Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen befuhr der 40-jährige Fahrer aus Kroatien mit einem kroatischen Sattelzug über einen längeren Zeitraum und mit sehr geringer Geschwindigkeit den Seitenstreifen der A 93 in Richtung Rosenheim. Etwa einen Kilometer vor der Ausfahrt Brannenburg näherte sich ein italienischer Sattelzug, der von einem 40-jährigen Serben gelenkt wurde und es kam zum Zusammenstoß der beiden Sattelzüge.

Die beiden Lkw-Fahrer wurden in umliegenden Kliniken stationär aufgenommen und verleiben dort für 48 Stunden zur Beobachtung.

Der Auflieger des kroatischen Sattelzuges wurde hinten links erheblich beschädigt und musste abgeschleppt werden. Die Zugmaschine des italienischen Kühlzuges wurde vorne rechts stark deformiert. Beide Sattelzüge kamen nach rechts von der Fahrbahn ab und landeten im Grünstreifen. Entgegen der ersten Meldung fiel der italienische Sattelzug nicht um. Die Bergung und anschließende Abschleppung dieses Sattelzuges läuft derzeit noch. Die Leitplanke wurde im Bereich der Unfallstelle über eine Länge von etwa 40 bis 50 Metern stark deformiert, bzw. aufgerissen.

Der rechte Fahrstreifen ist nach wie vor gesperrt und es kommt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Der Rückstau geht derzeit bis zur Landesgrenze und beträgt rund 15 Kilometer.

Wie lange die Sperrung des rechten Fahrstreifens aufrecht erhalten bleiben muss, ist derzeit noch nicht absehbar. Das THW übernahm die Abladung der beiden Sattelauflieger. Ortskundigen Autofahren wird empfohlen, die Unfallstelle zu umfahren.

Nach Begutachtung durch einen Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim muss das Erdreich, das durch den ausgelaufenen Kraftstoff verunreinigt wurde, abgetragen werden. Das Ausbaggern erfolgt nach der Bergung des italienischen Sattelzuges.

Der Sachschaden an den Sattelzügen beläuft sich nach derzeitigem Stand auf zirka 180.000 Euro, zuzüglich beschädigter Leitplanken und Kosten für das Ausbaggern und Entsorgen des verunreinigten Erdreiches. Sobald die Sperrung des rechten Fahrstreifens aufgehoben wird, erfolgt eine erneute Meldung.

Foto: © THW




Rosenheim: „Kasperl, Zigeuner, Deppen“

Am Salzstadl fiel am Sonntag gegen 3 Uhr morgens ein 38-jähriger Mann aus Rosenheim auf. Als er an einer uniformierten Streifenwagenbesatzung vorbeiging, schrie er die Beamten lauthals an und nannte sie „Bullenschweine“. Dem Mann wurde gesagt, dass seine Äußerungen nicht allzu schön wären und aufgrund der Alkoholisierung hätten die Beamten vielleicht die Beleidigung noch einigermaßen „akzeptieren“ können. Aber es kam gar kein Gespräch zustande, denn der Mann trat mit einem Fußtritt den Außenspiegel des Dienst-Fahrzeuges ab.

Nun wurde der Mann gefesselt und in Gewahrsam genommen. Er war sichtlich alkoholisiert, ein Test ergab über 1,5 Promille. Seine Aggressionen und seinen Rausch konnte er in einer Ausnüchterungszelle der Rosenheimer Polizei nachgehen. Am Dienst-Fahrzeug entstand ein Schaden von rund 200 Euro.

Doch die Geschichte hatte noch kein Ende. Der Mann hätte am Morgen aus dem Gewahrsam entlassen werden sollen. Bei der Entlassung weigerte sich der Mann, die Dienststelle zu verlassen. Wieder schrie er herum und beleidigte die Beamten als „Arschlöcher“ und „Deppen“. Als er dann die Dienststelle doch verlassen hatte, kam er nach ein paar Minuten wieder zurück, läutete durchgehend an der Wache, betitelte die Beamten als „Kasperl, Zigeuner, Deppen“ und noch einer Vielzahl anderer Beleidigungen.

Als er dann auch noch gegen die Türen der Dienststelle schlug, wurde der Mann wieder in Gewahrsam genommen. Nach Rücksprache mit dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Rosenheim wurde der Gewahrsam weiter angeordnet. Nachmittags konnte der Rosenheimer dann ohne weitere Probleme entlassen werden. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Beleidigung und Sachbeschädigung eingeleitet.

Der gesamte Vorgang wurde auf Body-Cam der eingesetzten Beamten aufgenommen und dokumentiert.

 




Brandalarm im Schülerwohnheim

Alarm für die Wasserburger Feuerwehr – um 11.30 Uhr löste die Brandmeldeanlage des Schülerwohnheims in der Ponschaubaustraße aus. Ob es ein Fehlalarm war oder doch ein echtes Ereignis dahinter steckt, ist zur Zeit noch unklar. Die Feuerwehr ist vor Ort.




Tödlicher Unfall bei Pfaffing

Tragischer Unfall am frühen Nachmittag bei Rattenbach in der Gemeinde Pfaffing: Auf der Kreisstraße zwischen Lehen und Jakobneuharting erlitt ein 68-jähriger Radfahrer aus dem nördlichen Landkreis Rosenheim bei einem Zusammenprall mit einem Pkw tödliche Verletzungen. 

Der 68-Jährige war mit seinem Pedelec die Kreisstraße RO43 in südliche Richtung unterwegs. Nach bisherigem Ermittlungsstand fuhr er in den Kreuzungsbereich der RO44 ein und übersah dabei einen vorfahrtsberechtigten Pkw, der in Richtung Jakobneuharting fuhr, so die Polizei. Es kam zum Zusammenstoß.

Jede Hilfe kam für den Radfahrer zu spät: Der 68-Jährige erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.

Der Fahrer (59) des Pkw Opel, ebenfalls aus dem Landkreis Rosenheim, wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde zur Klärung des Unfallhergangs ein Gutachter eingesetzt.

Die Freiwillige Feuerwehr Pfaffing war mit den Verkehrslenkungsmaßnahmen betraut. Die Kreisstraßen RO43 und RO44 waren für mehrere Stunden gesperrt.

Im Einsatz waren Rettungsdienst und Polizei sowie die Feuerwehr Pfaffing.

Vor knapp zehn Monaten erst war es in der Gemeinde Pfaffing bereits zu einem tödlichen Radfahrer-Unfall gekommen. 

Fotos: Georg Barth

 




Bad Feilnbach: Über 12 Kilo Koks

Schleierfahnder der Grenzpolizeiinspektion Raubling spürten bei einer Fahndungskontrolle etwa 12,5 Kilo Kokain auf. Die Beamten der Grenzpolizeiinspektion Raubling überprüften im Rahmen ihrer Streifentätigkeit auf der Autobahn A8 am Samstag gegen 3 Uhr auf Höhe der Eulenauer Filz einen Pkw mit deutscher Zulassung. Der Fahrer, ein 28-jähriger albanischer Staatsangehöriger, befand sich auf dem Weg in Richtung Österreich.

Im Zuge der Kontrolle entdeckten die Fahnder insgesamt 12, 5 Kilo Kokain, die im
Fahrzeuginneren versteckt waren. Näheres zu dem dringend Tatverdächtigen und seiner genauen Fahrtroute sind derzeit noch Bestandteil der laufenden Ermittlungen. Gegen den 28-Jährigen ordnete der zuständige Richter am Amtsgericht Rosenheim die
Untersuchungshaft an. Ihm wird die Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer
Menge zu Handelszwecken zur Last gelegt.

Die weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen übernahm die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Südbayern (GER Südbayern) des Bayerischen Landeskriminalamtes und des Zollfahndungsamtes München unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein.




Zwei Verletzte bei Haag

Einsatz für die Rettungskräfte am Sonntagnachmittag bei Haag auf der B15. Auf der Umgehungsstraße hat ein Autofahrer beim Abbiegen mit seinem Pkw nach Lengmoos einen entgegenkommenden Pkw. Bei dem Unfall wurden zwei Personen verletzt – eine davon so schwer, dass sie mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste. Im Einsatz waren neben dem BRK und der Polizei die Feuerwehren aus Haag und Kirchdorf.

Fotos: Georg Barth




Vier Personen bei Unfall verletzt

Vier Verletzte – darunter zwei Kinder – sind die Folge eines schweren Verkehrsunfalls, der sich heute um etwa 11.30 Uhr bei Ellmosen ereignet hat. Die Polizei schreibt jetzt dazu Folgendes …

Eine 35-Jährige aus Großkarolinenfeld fuhr mit ihrem VW von Bad Aibling kommend in Richtung Großkarolinenfeld. Mit im Fahrzeug befanden sich die zwei und siebenjährigen Kinder der Fahrerin. Aus bislang ungeklärter Ursache kam sie mit ihrem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn und stieß dort frontal mit einem entgegenkommenden Fiat einer 22-jährigen Bad Aiblingerin zusammen.

Durch den Unfall wurden alle Beteiligten verletzt und wurden vom Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser verbracht. Aufgrund der ordnungsgemäß gesicherten Kinder durch Kindersitze wurden diese glücklicherweise nur leicht verletzt.

Der Fiat wurde durch die Wucht des Aufpralls in eine angrenzende Wiese geschleudert. Die 22-jährige Frau wurde bei dem Unfall in ihrem Auto eingeschlossen und musste von der Feuerwehr befreit werden.

Die Unfallstelle musste für eineinahalb Stunden komplett gesperrt werden. Der Verkehr wurde durch die örtliche Feuerwehr umgeleitet.

 




Aufatmen in Oberaudorf

Oberaudorf – Nach bangen Momenten in der Inntalgemeinde macht sich mittlerweile  (Freitag, 22 Uhr) so etwas wie Entspannung breit. Der Großbrand in der Ortsmitte von Oberaudorf (Rosenheimer Straße) scheint mittlerweile von den Feuerwehren am Einsatzort unter Kontrolle gebracht worden. Zwar schlagen immer wieder grelle Flammen aus dem Dachstuhl des Gebäudes, doch ein Übergreifen auf nebenstehende Häuser ist offensichtlich nicht mehr zu befürchten.

Für die Öffentlichkeit bleibt die Ortsmitte allerdings die ganze Nacht gesperrt, für Verkehrsteilnehmer sind Umleitungen eingerichtet. Im Einsatz waren nicht nur die Feuerwehren aus Oberaudorf, Kiefersfelden, Flintsbach, Fischbach, Niederaudorf, Mühlnbach und Raubling – auch die Kameraden aus Kufstein waren mit einem Löschzug vor Ort.

Über die Brandursache gibt es noch keine Aussagen am Brandort. Man stecke noch mitten in den Ermittlungen, heißt es von der Einsatzleitung.

Hier ein Video von den Löscharbeiten:




Update: Brand in Oberaudorf

Oberaudorf – Dramatische Entwicklung in Oberaudorf: Das Haus, ein Neubau, steht in Vollbrand. Besonders heikel – das Gebäude steht in der Ortsmitte und die Einsatzkräfte der Feuerwehren sind jetzt vor allem damit beschäftigt, ein Übergreifen auf die umstehenden Gebäude zu verhindern, was einer Katastrophe gleich käme.

Wir berichten weiter

 




Oberaudorf: Feueralarm am Abend

Oberaudorf – Ein brennender Dachstuhl hält derzeit die Feuerwehren im Inntal auf Trab. Denn in Oberaudorf soll ein Haus in Flammen stehen. Mehrere Rettungskräfte sind im Einsatz und versuchen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Ob Menschen und Tiere bei dem Brand zu Schaden gekommen sind, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Auch über das Ausmaß und die Ursache des Feuers gibt es im Moment noch keine verlässliche Aussagen.

Wir berichten weiter.

 




Motorradfahrer schwer verletzt

Wie bereits berichtet, ereignete sich heute Nachmittag gegen 15.20 Uhr auf der Kreisstraße RO41 zwischen  Rott und Lehen ein Verkehrsunfall mit einem Motorradfahrer. Die Polizei meldet dazu:

Ein 25-Jähriger, der mit seiner schwarzen Aprilia von Rott kommend auf der Kreisstraße in Richtung Lehen unterwegs war, kam bei regennasser Fahrbahn in einer langgezogenen Rechtskurve ins Schlingern. Anschließend verlor der 25-Jährige die Kontrolle über sein Krad und schleuderte mit diesem links an einen Baum.

Der Kradfahrer, der aus Baden-Württemberg stammt, wurde durch den Unfall schwer verletzt und kam mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum nach Traunstein. Die schwarze Aprilia musste mit wirtschaftlichen Totalschaden abgeschleppt werden. Von der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde ein unfalltechnisches Gutachten angeordnet.

Die Freiwillige Feuerwehr Rott am Inn war mit 24 Einsatzkräften vor Ort und sperrte für etwa zwei Stunden einen der beiden Fahrstreifen.

Fotos: Georg Barth

 

 

 




Unfall auf der B304: Kinder mit in den Autos

Die Feuerwehr Evenhausen, zahlreiche Rettungswagen, Notarzt und Polizei rückten heute gegen 16 Uhr auf der B304 bei Stephanskirchen nahe Amerang aus. Im Kreuzungsbereich bei der Abzweigung in Richtung St. Leonhard sind zwei Pkw zusammengeprallt – mehrere Personen wurden verletzt. Darunter auch Kinder.

Wie es zu dem Unfall kam und über die Schwere der Verletzungen ist zur Zeit noch nichts bekannt. Polizeibericht folgt.

 

Fotos: Georg Barth

 




Au: Schwerer Unfall bei der Kirschenernte

Au – Böses Ende eines fröhlichen Nachmittags: Im Ortsteil Eulenthal stürzte kurz nach 18.30 Uhr bei der Kirschenernte ein Radlader um – sechs Personen stürzten dabei rund zehn Meter in die Tiefe, alle sechs wurden dabei verletzt, fünf davon so schwer, dass drei Rettungshubschrauber im Einsatz waren, um sie in die umliegenden Krankenhäuser zu transportieren. Neben zahlreichen Rettungskräften waren auch die Feuerwehren aus Dettendorf, Au und Bad Feilnbach vor Ort, um bei den Verletzten Erste Hilfe zu leisten.

Wieso der Radlader umstürzte und wie es zu dem Unfall kam, ist derzeit noch unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Fotos: AIB-Stimme




„Es darf nicht noch etwas passieren”

Wenn die Mütter wissen, dass ihre Kinder auf ihrem Schulweg an der Straße mit dem dem Garten vorbei müssen, sehen sie erst nach, ob die Luft rein ist. Obwohl mittlerweile seit längerem ein hoher Zaun das Grundstück umgibt, herrscht dennoch Angst und Unwohlsein. Hinter dem Zaun in einem kleinen Weiler bei Albaching läuft ein Rottweiler frei herum, der mittlerweile drei Menschen verletzt hat. Darunter zwei Kinder, die beide notärztlich versorgt und operiert werden mussten. Zwei Jahre gehe das nun schon so. Zwei Jahre, in denen der Hundehalter uneinsichtig ist und den Behörden offenbar die Hände gebunden sind …

„Der Gemeinderat hat jetzt nach eingehender Diskussion beschlossen, dass das Tier in ein Tierheim oder zu einem professionellen Halter kommt”, sagte gestern Albachings Bürgermeister Franz Sanft. „Es darf nicht noch etwas passieren.”

Die betreffende Gemeinderatssitzung war vor über drei Wochen. Geändert hat sich seither offenbar nichts. „Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob der Hund schon weg ist. Ich weiß nur, dass sich die Halter einen Anwalt genommen haben.” Rechtlich sei es sehr kompliziert, einem Besitzer sein Tier wegzunehmen. „Es ist nicht klar, ob unsere Entscheidung vor Gericht überhaupt Bestand hat”, sagt der Bürgermeister.

 

Ingrid N. (Name von der Redaktion geändert) versteht indes die Welt nicht mehr. Ihr siebenjähriger Sohn wurde vor Ostern von dem Rottweiler so schwer verletzt, dass er sich einer Operation unterziehen musste. „Mein Mann hatte unseren Sohn dabei, als sie eine benachbarte Baustelle besuchten, um den Bauherren zu sprechen. Der Hund lag scheinbar ruhig auf dem Boden, das Herrchen befand sich zirka zehn Meter daneben. Als sich die Beiden wieder entfernten, sprang das Tier ohne erkennbaren Grund auf und biss unser Kind in die Wade.”

Dem Vater sei es mit aller Kraft gelungen, den Siebenjährigen zu befreien und hochzuheben, aber der Hund habe sich ein zweites Mal in die gleiche Wade verbissen. „Die schweren Verletzungen mussten operativ behandelt werden, ein fünftägiger stationärer Aufenthalt im Krankenhaus war nötig. Noch längere Zeit musste das Kind auf Krücken laufen und Schmerzen erdulden”, so die Mutter. Man müsse sich mal die Kräfteverhältnisse vorstellen: „Unser Kind wiegt 21 Kilo, der Hund 40.” Auch wenn die Verletzungen körperlich allmählich heilen, psychisch leiden der Junge und seine Familie noch heute sehr unter der Attacke des Hundes.

Der Vorfall ereignete sich in Söchtenau, wo die Albachingerin Ingrid N. mit ihrer Familie jetzt lebt. Der Zufall wollte es, dass Hund und Hundehalter ebenfalls aus Albaching kommen. Und es war nicht der einzige Vorfall mit dem Rottweiler: Nur kurze Zeit davor hatte das Tier einen Paketboten angegriffen und verletzt.

Wie gefährlich das Tier offenbar ist, müsste eigentlich schon seit zwei Jahren klar sein. Bereits damals, als noch sehr junger Hund,  attachkierte das Tier einen zwölfjährigen Buben aus Albaching.

Bereits nach diesem Übergriff wurde in einem Auflagenbescheid eine generelle Maulkorb- und Leinenpflicht angeordnet. Offenbar ohne Erfolg, wie die anderen Fälle zeigten. Deshalb zog der Gemeinderat Albaching in der letzten Sitzung die Reißleine: „Das Risiko für die Öffentlichkeit ist zu hoch, die Hundehalter haben mit dem Verstoß gegen die Auflagen mehrfach bewiesen, dass sie zur Haltung und Führung eines solchen Hundes nicht geeignet zu sein scheinen”, hieß es in der Sitzung.

Die Entscheidung machte sich der Rat nicht leicht, die Wegnahme wurde mit einer knappen Mehrheit von sechs gegen fünf Stimmen beschlossen.

„Wir waren uns grundsätzlich alle einig, dass der Hund im Sinne der öffentlichen Sicherheit entzogen werden muss“, so ein Mitglied des Gemeinderates. „Lediglich die Vorgehensweise war einigen Räten zu forsch. Wir können alle verstehen, dass die Halter ihr Tier lieben. Aber letztlich hat deren eigenes Fehlverhalten zu dieser Situation geführt. Wir können einfach nicht riskieren, dass der Hund einen weiteren Menschen verletzt, deshalb war diese Entscheidung folgerichtig“

Die Hundehalter können sich vor allem auf die kürzlich erfolgte Begutachtung berufen. Dazu der Sachverständige Franz Breitsamer aus München, der mit dem Fall betraut war: „Der Rüde zeigte sich im Zeitraum der Begutachtung unter strenger, sorgfältiger Führung durch den Besitzer „ist er ja prüfungskonform unauffällig”. Das bedeutet aber nicht, dass er als ungefährlich anzusehen ist. Im Gegenteil, der Hund kann auch mit Maulkorb und Leine zur Gefahr werden.“

Weiterhin habe er zwar die Wegnahme aus verwaltungsrechtlichen Gründen nicht empfohlen, jedoch dem Ordnungsamt eine ganze Reihe von weitergehenden Sicherheitsmaßnahmen vorgeschlagen. Würden diese gewissenhaft befolgt, „sollte es zu keiner weiteren Sicherheitsstörung kommen können.” Jedoch stellte Breitsamer auch fest, dass die vorangegangenen Vorfälle deutlich zeigten, „dass sich die Hundehalter unzuverlässig in der Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen verhielten, obwohl ihnen die potentielle Aggressivität des Hundes bekannt war.”

Viele Anwohner sind jetzt über das Einschreiten des Rates erleichtert. Noch ist der Beschluss offenbar nicht vollzogen. Wenn es aber soweit ist, wird vor allem der Nachbarsjunge und seine Familie einmal kräftig durchschnaufen: Er war im Sommer 2017 das erste Opfer. Nach einem Biss in den Oberschenkel musste sich der damals Zwölfjährige einer Operation unter Vollnarkose unterziehen. Viel schwerer wogen aber die psychischen Schäden.

Nur dank einer langwierigen Therapie konnte er seine Angst vor großen Hunden soweit ablegen, dass er heute sogar wieder seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Gassigeher im Tierheim aufnehmen konnte. „Komplett unbedarft wird er sich aber wohl nie wieder einem Hund nähern“, so seine Mutter. „Seit die anderen beiden Vorfälle bekannt wurden, sind unsere Ängste wieder da.“

Besonders tief sitzt bei den Eltern der Opfer das Gefühl der Machtlosigkeit. „Es war lange Zeit so, dass wir weniger Gehör fanden als die Hundehalter“, so die Mutter des Siebenjährigen. „Die Hundehalter wurden zur Anhörung geladen, uns hingegen hat niemand gefragt.“ Weiterhin bedauern beide Familien, dass von den Haltern nie eine Entschuldigung oder eine Nachfrage kam, wie es den Kindern geht.

Die Mutter weiter: „Uns geht es nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Wir möchten lediglich sensibilisieren. Hundehalter müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein, vor allem bei der Führung von so großen und kräftigen Hunden. Und auch die Behörden sollten besser auf solche Fälle vorbereitet und geschult sein.“

Tatsächlich gibt es kein Standartvorgehen bei Sicherheitsstörungen durch Hunde.Jeder Fall müsse einzeln abgewogen und überprüft werden, heißt es von Behördenseite. Die Maßnahmen seien immer nach Ermessen zu treffen und im Zweifel vom  Verwaltungsgericht zu überprüfen. Das erschwert vor allem kleinen Kommunen ein rasches Eingreifen …




Schlangenträger, Bärenhüter und Herkules

Landkreis – Die zweite Jahreshälfte hat begonnen. Was die einen etwas schade finden, freut wiederum andere. Astronom Manuel Philipp zum Beispiel. Der Experte für das Geschehen über uns hat so langsam wieder mehr Zeit, Sterne und Planeten zu begutachten. Er sagt über diesen Monat: „Im Juli werden die Nächte schon wieder etwas länger und somit ist auch der Zeitraum, bei dem es richtig dunkel ist und man die Sterne prächtig sieht, länger …

Dominiert wird der Nachthimmel im Juli von den Sternbildern Schlangenträger, Bärenhüter und dem Herkules, der in diesen Wochen senkrecht über uns am Nachthimmel steht. Tief im Süden thront noch immer der herrliche Skorpion mit seinem gelblich-orangeleuchtenden Hauptstern Antares. Rechts daneben, also in westlicher Richtung, funkelt uns die Waage entgegen. Und gegen Ende des Monats wird dann auch der beeindruckende Schütze endlich hoch genug über dem Südhorizont stehen, so dass man dieses fantastische Sternbild genießen kann. Aber auch das diffuse Band der Milchstraße steht im Juli so günstig, dass es von Nacht zu Nacht besser zu sehen ist (insbesondere in der zweiten Juli-Hälfte, weil da das Mondlicht nicht stört). Dieses schwach leuchtende Band, das aus Milliarden von Sternen besteht, führt von Cassiopeia angefangen, quer durch Drache, Leier und Schwan und mündet im Zentrum unserer Galaxie. Und zwar direkt neben dem Sternbild Schütze, also über dem Südhorizont. Hell erscheint uns das Milchstraßen-Zentrum allerdings nicht, da von der Erde aus betrachtet üppige Staubwolken das eigentlich sehr helle Licht verschlucken. Und am Westhimmel versinkt mittlerweile immer mehr eines der markantesten Frühlingssternbilder: der Löwe.”

Wer noch viel mehr über den Sternenhimmel wissen möchte, schaut auf www.abenteuer-sterne.de oder kommt besser gleich live bei einer der Sternenführungen von Manuel Philipp vorbei. Diese finden zwar auf der Ratzinger Höhe statt. Doch der Weg lohnt sich, denn das Erlebnis ist das Geld auf jeden Fall wert.




Maxlrain: Oldies als Goldies

Maxlrain – Es ist eine liebgewonnene Tradition: An Fronleichnam startet das jährliche Oldtimer Festival in und um Bad Aibling mit dem Oldtimer-Treffen in Maxlrain. Und beinahe schon traditionell ist auch das Wetter in Feierlaune – die Auftaktveranstaltung fand in den vergangenen Jahren stets bei warmen Temperaturen und Sonnenschein statt. Kein Wunder, dass auch heuer wieder tausende Besucher auf das Gelände vor das Maxlrainer Schloss und die Schlossbrauerei zogen, um die edlen Karossen zu bestaunen, die aus allen Teilen des Landes nach Maxlrain kamen.

Das Programm:

Nach dem Auftakt am Donnerstag um 10 Uhr mit rund 3000 ausgestellten alten Fahrzeugen, startet dann um 14.30 Uhr die ADAC Bavaria Historic – die Oldtimer-Ausfahrt endet dann am Freitag um 17.30 Uhr am Marienplatz mit der Ankunft der Fahrzeuge. Abend gibt’s dann auf der Open-Air-Bühne ab 20 Uhr Livemusik, in diesem Jahr serviert die Band „Disco Fever” Hits aus den 70ern und 80ern.

Auch am Samstag kann man alte Karossen bestaunen – von 14.30 Uhr bis 17 Uhr auf dem Kurhaus-Vorplatz.

Den Abschluss der vier Oldtimer-Tage machen dann am Sonntag der Oldtimer Korso zur Mittagszeit und die Fahrzeug-Ausstellung in der Kirchzeile. Musikalisch umrahmt wird das Ganze von Rock’n’Roll & Petticoats, die von 13 Uhr bis 16 Uhr Golden Oldies auf dem Marienplatz spielen.

Die Fotos:




Rosenheim: Seniorin stürzt in Kellerschacht

Ein 24-jähriger Rosenheimer kam am Sonntagmorgen gegen 6.30 Uhr in der Wittelsbacher Straße betrunken nach Hause und wollte mit die Haustür mit seinem Schlüssel aufsperren. Ihm fiel der Schlüssel aber in den Schacht vor der Eingangstür. Nun versuchte der Rosenheimer, den Schlüssel wieder herauszufischen, schaffte dies aber nicht und so hob er einfach das Gitter des Schachts beiseite.

Der Vorgang hat dann wohl sehr lange gedauert und war wohl auch ein Kraftakt für ihn, denn der Rosenheimer schlief vor der Haustür direkt neben dem nun offenstehenden Schacht ein.

Eine 76-jährige Bewohnerin des Hauses wollte am Morgen aus dem Haus gehen und öffnete die Haustür um ins Freie zu gelangen. Da der Schacht offen stand, stürzte sie in den Schacht und verletzte sich am Fuß-/Armbereich.

Durch die Rosenheimer Feuerwehr sowie den Rettungsdienst wurde sie aus dem Schacht befreit und zur kurzen ambulanten Behandlung ins Klinikum Rosenheim verbracht. Sie erlitt zum Glück nur Prellungen und Schürfwunden und keine schwereren Verletzungen.

Der Mann wurde durch die Rettungskräfte ebenfalls geweckt, ein Atemalkoholtest ergab über zwei Promille Alkohol.

Gegen den Mann wird jetzt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

 




Über 100 Sprengungen am Wendelstein

Einmal im Jahr treffen sich die drei ehrenamtlichen Lawinenkommissionen aus dem Landkreis Rosenheim um Bilanz zu ziehen. Auf Einladung des Sachgebiets Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Rosenheim blickten sie in Aschau auf einen Winter zurück, der vor allem im Januar enorme Schneemassen mit sich brachte. Mehrfach mussten Pisten und Bahnen gesperrt werden. Um die Lawinengefahr zu minimieren, setzten die Lawinenkommissionen immer wieder Sprengstoff ein. Allein am Wendelstein wurde mehr als einhundert Mal gesprengt.

Unser Foto: Hans Konetschny, Leiter der Lawinenwarnzentrale Bayern.

In der Schloßbergalm konnte Abteilungsleiterin Bettina Bauer, neben der einen Dame und den vielen Herren aus den Lawinenkommissionen, Vertreter von der Polizei, der Bergwacht und aus dem Landratsamt begrüßen. „Dieser Winter hat uns vor große Herausforderungen gestellt”, stellte sie fest.

Auch der stellvertretende Landrat Josef Huber sprach in seiner Begrüßung von einem ereignisreichen Winter mit Schneehöhen, „die wir nicht alle Jahre haben.“ Er bedankte sich ganz herzlich bei allen Mitgliedern der Lawinenkommissionen aus Aschau, Brannenburg und Oberaudorf: „Sie gehen einer Arbeit nach, die Erfahrung erfordert und nicht ungefährlich ist. Und es ist eine wichtige Aufgabe, weil Menschenleben betroffen sein können.“

Als Hausherr begrüßte Aschaus zweiter Bürgermeister Max Pfaffinger die Versammlungsteilnehmer: „Wir stehen am Ende eines atemberaubenden Winters.“ Auch Pfaffinger blickte vor allem auf den Januar zurück, „was innerhalb einer Woche runterkam, haben wir noch nie gesehen.“ Trotz allem glaubt der zweite Bürgermeister von Aschau, dass der Winter in guter Erinnerung bleibt, „weil nichts passiert ist.“

Den Reigen der Tätigkeitsberichte eröffnete der Obmann der Aschauer Lawinenkommission Rudi Angermaier. Auf der Kampenwand fiel bereits Anfang Oktober der erste Schnee. Aber erst am Neujahrstag war die Lawinenkommission Aschau zum ersten Mal gefordert, nachdem in der Silvesternacht mehr als 30 Zentimeter Neuschnee gefallen waren. Weitere Schneefälle und starker Wind machten eine erste Sprengung an der Schwarzen Wand am 3. Januar notwendig. Insgesamt wurden an sechs Tagen Sprengungen ausgelöst und dabei 150 Kilogramm des winterfesten und handhabungssicheren Sprengstoffs Ladin verbraucht. Zeitweise herrschte starke Lawinengefahr, Bahn und Lifte mussten immer wieder gesperrt werden. Die tagelangen Schneefälle sorgten zumindest Anfang Januar für einen Jahrhundertwinter, meinte Rudi Angermaier.

Außergewöhnlich war der Winter auch auf dem Wendelstein. Der Obmann der Lawinenkommission Brannenburg Hans Vogt sagte: „In meiner über 50-jährigen Tätigkeit im Winter am Wendelstein, sind mir derartige Wetterereignisse nicht untergekommen.“ Die Schneefälle ab Silvester und starker Nord-Westwind führten zu einer massiven Schneeverfrachtung. Weil Tourenskigeher immer wieder die Ostabfahrt benutzten, empfahl die Lawinenkommission ihre Sperrung.

Nur in einem wenige Wochen umfassenden Zeitraum von Ende Januar bis Ende Februar stand die Ostabfahrt für Wintersportler zur Verfügung. Ansonsten blieb sie bis Mitte April gesperrt. Auch die Zahnradbahn musste ihren Betrieb immer wieder einstellen, was laut Vogt etwas Besonderes ist. Ende April verursachte eine Lawine an der Zahnradbahnstrecke im Bereich der Einfahrt Holzgalerie erhebliche Schäden. Ein Stück der Galerie wurde durchschlagen und die Fahrleitung abgerissen.

Ende Januar erstattete die Lawinenkommission Brannenburg Anzeige gegen einen Skitourengeher. Nach einer Übernachtung auf der Mitteralm Ende Januar hatte er eine Absperrung beseitigt, die wegen einer geplanten Lawinensprengung im Gschwandt errichtet worden war.

Weil der Aufstieg des Tourengehers in der Ostabfahrt zu spät bemerkt wurde, konnte die Sprengung nicht mehr verhindert werden. Der Tourengeher hatte großes Glück, die abgehende Lawine verschüttete ihn nicht. Später beschwerte er sich am Talbahnhof der Wendelsteinbahn über die Sprengung. So konnte sein Name festgestellt und Anzeige erstattet werden. Das Bußgeldverfahren gegen ihn ist abgeschlossen.

Insgesamt wurden am Wendelstein im Laufe des Winters 111 Mal Schneefelder gesprengt, acht Mal davon aus dem Hubschrauber heraus. Die Kommission verbrauchte 550 Kilogramm Sprengstoff. Am Ende seines Berichts teilte Obmann Hans Vogt mit, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung zu stellen. Auch Peter Unbehauen will aus Altersgründen ausscheiden.

Hans Berger, Obmann der Lawinenkommission Oberaudorf, sprach ebenfalls von überdurchschnittlichen Neuschneemengen und von Schneeverfrachtungen aufgrund von stürmischen Winden. Die Grafenherberg Straße war vom 8. bis 11. Januar gesperrt. Erst nach einer Lawinensprengung konnte sie wieder freigegeben werden. Die Skiabfahrt Rosengasse und das Traithenkar wurden mit Neuschnee überladen. Hinzu kamen orkanartige Windböen, die eine Sperrung vom 8. bis zum 17. Januar notwendig machten. Die Lawinenkommission Oberaudorf ist seit diesem Winter nur noch für das Gemeindegebiet Oberaudorf zuständig. Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat von Kiefersfelden beschlossen, die Kommission zu verlassen. Die Mühlauer Straße war aufwendig saniert worden, zudem waren im Gemeindegebiet von Kiefersfelden Schutzzäune gebaut worden. Öffentliche Verkehrswege sind dadurch nicht mehr einer erheblichen Gefährdung durch Lawinen ausgesetzt, hieß es zur Begründung.

Florian Lotter, als hauptamtlicher Geschäftsführer der Regionalvertretung Bergwacht Hochland in Bayrischzell auch für die Bergwachten im Landkreis Rosenheim zuständig, bedauerte diese Entscheidung und äußerte die Hoffnung, dass es in Kiefersfelden noch zu einem Umdenken kommt.

Als Hans Konetschny, der Leiter der Lawinenwarnzentrale Bayern, seinen Rückblick auf den zu Ende gegen Winter begann, gab dieser Winter ein kleines Lebenszeichen auch im Mai noch einmal von sich: In Aschau fiel etwas Schnee, der sogar auf den parkenden Autos liegen blieb.

Die enormen Schneefälle im Januar sorgten in Verbindung mit massivem Windeinfluss für eine große Lawinengefahr, so Konetschny. Im Bayerischen Alpenraum starben drei Menschen durch Lawinen, einer davon am Teisenberg im Chiemgau. Wie gefährlich ihre Arbeit sein kann, erlebten Mitglieder der Lawinenkommission in Ruhpolding, als sie nur knapp von einer Lawine verfehlt wurden. „Es war ein intensiver und turbulenter Winter“, sagte Konetschny abschließend.




Der Sternenhimmel im Mai

Unser Blick in den Sternenhimmel im Mai – vorgestellt von Astronom Manuel Philipp aus dem Chiemgau. Er weiß Folgendes zu berichten: „Der bisherige Platzhirsch am Nachthimmel, nämlich der Löwe, bekommt im Mai Konkurrenz vom Sternbild Jungfrau. Beide leuchten über unseren Köpfen, etwas südlich des Zenits, um die Wette. Richtung Nordwesthorizont verabschieden sich langsam aber sicher die Zwillinge und der Fuhrmann …

Und leider ist es nun auch mit dem herrlichen Orion, dem Himmelsjäger vorbei. Das Sternbild verschmilzt am Horizont bereits mit der Dämmerung.

Genau auf der anderen Seite – am Südosthorizont – zeigt sich bereits die Waage, der große Schlangenträger und schon ein Teil des herrlichen Sternbildes Skorpion.

Direkt über uns: Der Große Wagen und etwas südöstlich davon der Bärenhüter (oder auch Bootes genannt). Und weil es auf den Sommer zugeht, machen sich mittlerweile auch schon tief am Nordost-Horizont die Sommer-Sternbilder Schwan und Leier bereit. Erst recht der Herkules. Er thront bereits recht hoch am Himmel – etwa auf halbem Weg zwischen Osthorizont und Zenit.

Mehr zum Thema Sonne, Mond und Sterne sowie die Termine für die Freiluftführungen auf der Ratzinger Höhe gibt’s hier:

www.abenteuer-sterne.de

 

 




Tag der Bayerischen Wirtschaftsschule in Bad Aibling

Über 450 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Bayern trafen sich am Wochenende zum 16. Wirtschaftsschultag in Bad Aibling. „Die Wirtschaftsschule Alpenland feiert Geburtstag und erhält als Geschenk den Tag der Bayerischen Wirtschaftsschule“, freute sich der Schulleiter Oberstudiendirektor Randolf John (Foto) in seiner Begrüßung. Beim Festakt hieß er Vertreter aus der Kommunal- und Landespolitik, dem Kultusministerium und weiterer Behörden, benachbarter Schulen sowie der regionalen Wirtschaft willkommen.

„Unsere Absolventinnen und Absolventen werden von den regionalen Betrieben stark nachgefragt.“ Dies sei sicher ein gutes Zeichen dafür, dass die Wirtschaftsschule Alpenland im 70. Jubiläumsjahr „modern, innovativ und zukunftsgerichtet ist“, betonte John.

Der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, Ministerialdirektor Herbert Püls Foto), hob im Festakt ebenso die Bedeutung der Wirtschaftsschule für die späteren Ausbildungsbetriebe hervor. Auch die mögliche Ausweitung der Wirtschaftsschule auf die 6. Jahrgangsstufe bezeichnete er als eine gezielte Vorbereitung auf die berufliche Zukunft der Schülerinnen und Schüler. Die Glückwünsche der Stadt Bad Aibling und des Landkreises überbrachten der zweite Bürgermeister Erwin Kühnel und der stellvertretende Landrat Dieter Kannengießer. Der Vorsitzende des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB), Pankraz Männlein, gratulierte der Stadt Bad Aibling zu der „außergewöhnlich erfolgreichen“ Schule. Im bayernweiten Fokus pries er den wichtigen Beitrag der Wirtschaftsschulen bei der Integration und Inklusion als Teil der beruflichen Schulfamilie.

Den Tag der Bayerischen Wirtschaftsschulen richtete die Wirtschafsschule Alpenland in Bad Aibling anlässlich ihres 70. Geburtstages aus. Die Lehrkräfte aus ganz Bayern informierten sich im Laufe des Tages in unterschiedlichen Workshops über aktuelle Themen und Trends im Unterricht sowie der Pädagogik.




Ruhe am Himmel

So schaut’s aus über uns: Im Monat März sind bereits einige Frühlingssternbilder zu sehen, die über dem Ost- und Nordosthorizont emporsteigen. So das Sternbild Bootes – auch Bärenhüter genannt – und eher über dem Osthorizont stehend die Jungfrau. Im Nordosten taucht gegen Ende des Monats auch schon der herrliche Herkules über dem Horizont auf. Genau gegenüber machen sich indes die letzten sichtbaren Herbststernbilder vom Acker.

Trotzdem: Dieser März ist hinsichtlich des Sternenhimmels ausnahmsweise mal ein sehr ruhiger Monat.

Keine nennenswerten Sternschuppen-Aktivitäten. Keine Kometen, die man mit bloßem Auge sehen kann und die markanten Wintersternbilder Orion, Fuhrmann, Zwillinge und Großer Hund tauchen zusehends ab in Richtung Westhorizont. Der Frühling steht schließlich vor der Tür.

Ein Highlight sind aber in jedem Fall die ersten Märztage, zumindest frühmorgens ab etwa 5 Uhr. Denn dort reihen sich zwischen Ost- und Südhorizont die Planeten derzeit auf: Jupiter, Saturn und Venus. Zeitweise sogar mit vorbeiziehendem Mond, was zu einem noch schöneren Anblick des Ganzen führt …

Noch mehr zu den Sternbildern gibt es auf www.abenteuer-sterne.de von Astronom Manuel Philipp. Dort stehen auch die Termine zu den Sternführungen unter freiem Himmel auf der Ratzinger Höhe.




Mehr Verletzte und Getötete

Landkreis/südliches Oberbayern – Mehr Fahrzeuge, aber weniger Unfälle – was sich im ersten Moment wie eine sehr erfreuliche Jahresbilanz des Polizeipräsidiums liest, bekommt bei genauerem Hinsehgen allerdings einen Schatten: Denn gleichzeitig stieg die Zahl der Verkehrstoten und der Verletzten im Zuständigkeitsbereich steil an. Wenn es auch im Langzeitvergleich einen leichten Abwärtstrend gibt, so bleibt festzuhalten: 2018 war diesbezüglich kein gutes Jahr für die Landkreise im südliche Oberbayern. Die gesamte Bilanz … 

Der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd umfasst die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie die neun Landkreise Rosenheim, Miesbach, Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Zusätzlich sind im Bereich der Landeshauptstadt und des Landkreises München knapp 50 Autobahnkilometer als Übertragungsbereich zu betreuen. Insgesamt summiert sich das Straßennetz auf eine Länge von ca. 15.500 km.

1.192.568 Fahrzeuge waren zum Stichtag 31.12.2018 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums zugelassen, was einer Steigerung von 2,1 Prozent bzw. 24.688 Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr (31.12.2017) entspricht.

Gesamtentwicklung

Auf den Straßen und öffentlichen Verkehrsflächen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ergab sich bei der Gesamtunfallentwicklung ein Rückgang um 1,1 Prozent von 39.893 auf 39.457 Unfälle.

 

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Sachschaden verringerte sich geringfügig von 11.314 auf 11.300 (- 0,1 Prozent). Stärker fiel mit -2,1 Prozent die Abnahme der Kleinunfälle aus (von 22.436 auf 21.962 Unfälle). Bei den Kleinunfällen sind 6.817 Wildunfälle enthalten (Vorjahr 6.776; + 0,6 Prozent).

 

Die Unfallfluchten blieben auf nahezu dem gleichem Niveau (+ 0,8 Prozent auf 8.162 Unfälle) wie im Jahr 2017.

 

Verkehrsunfälle mit Personenschaden

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 6.195. Verletzt wurden dabei 8.276 Personen (+ 0,9 Prozent).

 

Bei 93 Verkehrsunfällen wurden 99 Personen tödlich verletzt (Vorjahr: 77; + 28,6 Prozent), dennoch ergibt sich im 10-Jahres-Vergleich tendenziell ein Rückgang bei den Verkehrstoten. Anstiege sind hier sowohl innerorts mit 24 als auch außerorts mit 75 tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern festzustellen.

 

Hauptunfallursachen

Insbesondere bei den tödlichen Unfällen spielte überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit die größte Rolle: 40 Personen und damit vier von zehn Verkehrstoten, verloren im Straßenverkehr ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde. Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit war zudem für 1.498 zum Teil schwerverletzte Verkehrsteilnehmer verantwortlich.

Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich Alkohol am Steuer ist ein Rückgang von 619 auf 606 Unfälle in 2018 zu verzeichnen. Die Alkoholbeeinflussung gehört aber nach wie vor zu den Hauptursachen bei schweren Unfällen mit Verletzten oder gar Getöteten. 10 Personen verstarben und 355 erlitten Verletzungen im Straßenverkehr, weil betrunkene Fahrzeugführer am Straßenverkehr teilgenommen haben.

Angestiegen sind dagegen die Verkehrsunfälle nach dem Konsum von Drogen auf 63 im Jahr 2018 (2017: 51). Zwei Personen haben bei diesen Unfällen ihr Leben verloren (2017: 0).

Hauptrisikogruppen

Es ist ein Anstieg bei der Zahl der getöteten Radfahrer von 13 auf 18 festzustellen (+ 38,5 Prozent). Die Anzahl der beteiligten Radfahrer blieb im Vergleich zu 2017 nahezu konstant (2.269), bei den Verkehrsunfällen wurden jedoch geringfügig mehr Radfahrer (1.978; + 4,4 Prozent) verletzt.

Auffallend in diesem Bereich ist die weitere Zunahme von beteiligten Pedelecs (Anstieg von 188 auf 249; + 32,4 Prozent) und der bei Unfällen mit Pedelecs verletzten Personen (Anstieg von 176 auf 232; + 31,8 Prozent). Diesem negativen Trend folgend haben sich auch die bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückten Fahrer von Pedelecs entwickelt (Anstieg von 2 auf 6).

Fußgänger waren 2018 wieder häufiger an Verkehrsunfällen beteiligt (Zunahme von 563 auf 579 oder + 2,8 Prozent). Dabei wurden geringfügig mehr Personen verletzt (Zunahme um 1,9 Prozent von 415 auf 423). Die Zahl der getöteten Fußgänger entwickelte sich mit einer Verdoppelung dagegen deutlich negativer (Anstieg von 7 auf 14).

Zu den Hauptrisikogruppen zählen nach wie vor Motorradfahrer. 1.128 Biker waren 2018 an Unfällen beteiligt (Vorjahr 1.090, + 3,5 Prozent). Davon wurden 991 Fahrer bzw. Mitfahrer verletzt (+ 6,9 Prozent). Mit 21 tödlich verletzten Personen waren bei Kradunfällen fünf mehr als noch ein Jahr zuvor festzustellen. Hauptunfallursache in diesem Bereich ist nach wie vor nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat bereits im Jahr 2015 die „Kontrollgruppe Motorrad“ ins Leben gerufen. Ein Erfolgsmodell, das inzwischen  vom Bayerischen Staatsministerium des Innern für Sport und Integration in allen bayerischen Polizeipräsidien umgesetzt wurde. Die „Kontrollgruppe Motorrad“ wird vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd in der kommenden Motorradsaison von 12 auf 14 Polizeibeamte, allesamt Experten und selbst begeisterte Biker, personell verstärkt. Die Beamtinnen und Beamten der Kontrollgruppe werden vor allem an den stark frequentierten Motorradstrecken präsent sein, um gegen sog. „High-Risk-Biker“ – eine kleine Minderheit innerhalb der stetig wachsenden Gruppe der Zweiradfahrer – konsequent vorzugehen.

Im Rahmen der Überwachungsmaßnahmen wurden von der „Kontrollgruppe Motorrad“ im Jahr 2017 insgesamt 2.326 Motorradfahrer kontrolliert. Davon wurden 937 beanstandet, was einem hohen Anteil von 40 Prozent entspricht. Die Motorradspezialisten leiteten dabei 98 Strafverfahren ein und brachten 453 Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige – 44 Prozent davon wegen Verhaltensverstößen, wie überhöhter Geschwindigkeit. Gebührenpflichtig vor Ort verwarnt wurden 386 Motorradfahrer. Die Weiterfahrt wurde 228 Bikern untersagt, 305 Motorradfahrer mussten ihr Fahrzeug zur Überprüfung später vorführen bzw. Dokumente vorzeigen. Zehn Motorräder mussten wegen festgestellter technischer Veränderungen von einem Sachverständigen untersucht werden.

Die Zahl der Schulwegunfälle sank gegenüber dem Vorjahr von 70 auf 69, während sich die Anzahl der bei diesen Unfällen verletzten Schüler von 72 auf 75 (davon 63 „nur“ leicht verletzt) erhöhte. Drei Kinder verloren im Jahr 2018 auf dem Schulweg durch einen Verkehrsunfall ihr Leben.

Bei den unfallbeteiligten Senioren (65 Jahre und älter) stellt die Polizei eine negative Entwicklung bei der Gesamtunfallzahl (4.362 Unfälle; Vorjahr 4.137 Unfälle) und bei den verletzten Senioren (1.189 Verletzten (Vorjahr: 1.049 Verletzte) fest. Negativ fällt auch der Trend bei den bei Verkehrsunfällen getöteten Senioren (30 Tote; Vorjahr 24) aus.

Um diese negative Entwicklung umzukehren, werden vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd auch in diesem Jahr kostenlose Sicherheitskurse für Senioren durchgeführt.

Bei der Risikogruppe der jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) ist die Gesamtunfallzahl (3.510 Unfälle; Vorjahr 3.719) und die Anzahl der Verletzten (1.033 Verletzte; Vorjahr: 1.177) erfreulicherweise signifikant rückläufig. Mit 11 Getöteten (Vorjahr: 12) hält die positive Entwicklung bei der jungen Generation an, wenngleich diese Altersgruppe immer noch einen überproportional hohen Anteil am Gesamtunfallaufkommen aufweist.

Regionale Zahlen

Verkehrssicherheitsarbeit

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration initiierten Verkehrssicherheitsprogramms 2020 „Bayern mobil – Sicher ans Ziel“ nach wie vor gefordert. Es werden deshalb auch im Jahr 2019 Kontrollen sowie Maßnahmen der Verkehrsüberwachung im Rahmen des allgemeinen Streifendienstes durchgeführt. Hinzu kommen verschiedene Schwerpunktaktionen, wie z.B. der „Blitzmarathon“, der Aktionstag „Fuß vom Gas“, Kontrollen zum Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“ und für mehr „Sicherheit von Zweiradfahrern“. Daneben zählen Alkohol- und Drogenkontrollen zu den Standards der polizeilichen Verkehrs-sicherheitsarbeit. Hinzu kommen öffentlichkeitswirksame Präventions-veranstaltungen, insbesondere zu den Themen „Schulweg- und Motorrad-sicherheit“, „Rettungsgasse“ sowie „Ablenkung im Straßenverkehr“.

Polizeipräsident Robert Kopp:

„Im Jahr 2018 wurden nicht nur mehr Menschen bei Ver- kehrsunfällen verletzt – vor allem haben mehr Menschen ihr Leben im Straßenverkehr verloren, als in den Jahren zuvor. Die Entwicklung ist dabei in den einzelnen Landkreisen sehr unter-schiedlich. Auch bei den Risikogruppen „Senioren“ und „Zweiradfahrer“ sowie bei den „Schulwegunfällen“ haben sich die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre nicht mehr fortgesetzt. Das ist insgesamt keine gute Entwicklung und wir können mit der letztjährigen Bilanz –   trotz rückläufiger Gesamtunfallzahlen – nicht zufrieden sein. Wir würden es uns zu leicht machen, die Entwicklungen mit zunehmender Mobilität, gestiegenen Zulassungszahlen und einem „Jahrhundertsommer“ zu erklären. Auch wenn alle diese Faktoren einen gewissen Einfluss haben – jeder Verletzte, jeder Verkehrstote ist einer zu viel! Alle an der Verkehrssicherheitsarbeit Beteiligten müssen ihre Anstrengungen weiter forcieren. Das gilt für Prävention und Infrastruktur gleichermaßen, wie andererseits für Überwachung und Repression. Die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen ist eine Daueraufgabe, nicht zuletzt auch für alle Verkehrsteilnehmer selbst. Die präventive und repressive Bekämpfung der Hauptunfallursachen sowie von schweren Unfallfolgen werden wir mit hohem Kontrolldruck auch zukünftig weiter in den Mittelpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd stellen – denn 40 Menschen und damit vier von 10 Verkehrstoten verloren im südlichen Oberbayern ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde. Wir setzen bei Maßnahmen der Geschwindigkeitsüberwachung einen polizeilichen Tätigkeits-schwerpunkt, flankiert von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen der Ermittlungsgruppe „Autoposer“ sowie der „Kontrollgruppe Motorrad“ Daneben werden wir auch 2019 wieder eine Vielzahl öffentlichkeitswirksamer Präventionsveranstaltungen durchführen. Verkehrsunfälle sind keine schicksalhaften Ereignisse – ich appelliere deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, sich die Grundregel des §1 der Straßenverkehrsordnung zu eigen zu machen: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht!“

 

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd weist bereits jetzt auf einen wichtigen Termin zur Eröffnung der Motorradsaison hin:

Am Sonntag, 5. Mai 2019 findet in der Innenstadt von Rosenheim die Motorrad-Präventionsveranstaltung „ride safe“ mit einem Motorradgottesdienst, einem vielfältigen Begleitprogramm und anschließendem Motorradkorso durch die Stadt und in die nahegelegenen Berge statt.