Unser Mundart-Montag: „Gschert“

Bayerische Ausdrücke und wo sie herkommen

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Mit dem  Wort „Gscherter“ will man einen ungehobelten, groben Menschen charakterisieren – oder auch eine Sache, die man gemein findet. ‚Des war gschert.‘ Oft wird es aber auch mit einer vorangehenden Tierbezeichnung verstärkt, zum Beispiel ‚gscherter Hammel‘. Die Suche nach der Herkunft des Wortes führt bis zu den Germanen zurück.

Bei den Germanen war das Stutzen (Scheren) des Haupt- und Barthaares nicht angesehen, da es als Zeichen der Unfreiheit galt. Im Gegensatz zu freien Germanen, die langes Haar tragen durften, wurden Leibeigene, Gefangene und Verbrecher kahlgeschoren, also „gschert“.

Weil sich diese Leute oft nicht zu benehmen wussten, hat sich „geschert“ als Ausdruck für „ungehobelt“ oder „grob“ etabliert.

 

Morgen gibt’s wieder unser Voigas-Interview.

 

 

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