„Pro Bahn“ präsentiert „Pro Bus“

Verkehrsplaner schildert Möglichkeiten des Busverkehrs im Wasserburger Land

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meersteinDie Wasserburger Ortsgruppe von Pro Bahn hatte dieser Tage einen Spezialisten für Verkehrsplanung und -konzeption in die Paulanerstuben eingeladen. Sprecher Bernd Meerstein (rechts) konnte zahlreiche Zuhörer aus dem kommunalen Umfeld begrüßen. Der Referent, Dr. Thomas Huber, arbeitet bei Regionalbus Ostbayern, einem Verkehrsunternehmen der DB-Gruppe, das sich unter anderem mit der Planung neuer Mobilitätskonzepte beschäftigt.


Dr. Huber erläuterte, wie sich der klassische Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zukünftig weiter entwickeln wird. Das Wichtigste: „Die Hauptverkehrs-Äste brauchen einen leicht merkbaren Taktverkehr mit längerer Tagesverkehrszeit. In Regionen mit geringerer Verkehrsdichte sollte ein Bedarfsverkehr mit flexiblen Bedienformen ohne festen Fahrplan im Angebot sein.“

Bisherige Erfahrungen in Bayern kamen zur Sprache, wie der Rufbus Pfaffing, der schon seit geraumer Zeit recht erfolgreich benützt wird. Diese Bestellbusse fahren meist als Kleinbusse und bedienen nur Haltestellen, die wirklich zum Ein- oder Ausstieg angefragt wurden. Unterschiedliche Bestellsysteme mit Telefonzentralen oder per App mit diversen Reservierungszeiten ermöglichen den reibungslosen Betrieb.

Um Regionen mit zusätzlicher Mobilität versorgen zu können, sind umfassende Zahlen zum Ist-Zustand gefragt. Der Verkehrsplaner erläuterte dem interessierten Publikum einige erfolgreich erarbeitete Konzepte. Der demographische Wandel erfordere kontinuierliche Innovationen auf allen Gebieten. Besonders erfolgreich zeigten sich dynamische Informationssysteme, die dem Fahrgast (zum Beispiel per Smartphone) die passende Verknüpfung zwischen verschiedenen Verkehrsmöglichkeiten vorschlagen. „Da wählt der Interessent dann zwischen Bus, Schiene, Carsharing, Mitfahrzentrale oder E-Bike aus, um möglichst bequem oder besonders schnell sein Ziel zu erreichen. Durch eine geschickte Verknüpfung aller Verkehrsmöglichkeiten entwickelt sich ein Gesamtsystem, das sowohl den Fahrgast als auch die Verkehrsunternehmen zufrieden stellt. Dies gilt sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht.“ 

Das fachlich komplexe Thema führte natürlich zu einer regen Diskussion, in der Dr. Huber als fachkundiger Referent auf alle angesprochenen Punkte informativ einzugehen wusste.
Gegen Ende der Veranstaltung kamen erwartungsgemäß noch Zuhörerfragen zum Stand der Altstadtbahn: „Ist sie jetzt bereits still gelegt?“. Walter Neumayer von Innrail gehört zum Konsortium, das sich um eine Wiederinbetriebnahme der Strecke im Besitz der Stadt bemüht. Er erläuterte aus seiner Sicht den momentanen Stand der mehr oder weniger gescheiterten Verhandlungen mit der Stadt. So beklagt das Konsortium den Entscheid des Innenministeriums, die Nichtinbetriebnahme der 4,5-Kilometer-Strecke durch die Stadt sei rechtens. Dabei wird mit mehreren Gerichtsverfahren gerechnet und selbst bei einer endgültigen Stilllegung könne wohl keine Entwidmung und bahnfremde Überbauung erfolgen.

Zu Ende der Veranstaltung bat Bernd Meerstein seine interessierten Zuhörer um weitere Unterstützung für die Initiativen von Pro Bahn und bei Dr. Huber bedankte er sich mit einem kleinen Dankeschön in Form von Wein und Pralinen. MB

 

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