„Ohne Auto geht leider gar nichts“

Für eine Diskussion zum Thema Nahverkehr luden die Gemeinde Haag und die „Agenda 21 Haager Land“ die Kreisräte des Landkreises Mühldorf sowie die Bürgermeister der Landkreise Mühldorf, Rosenheim und Erding in den Bürgersaal ein. Die Busverbindung soll über die Landkreisgrenzen hinausgehen – das zeigen die Unterschriftlisten aus dem vergangenen Jahr. Diese Forderung soll nun an den Kreistag gerichtet werden.

Die Landkreise Mühldorf und Rosenheim bearbeiten bereits ihre Nahverkehrspläne. Das nahm die Gemeinde Haag zum Anlass, um über den Verbesserungsbedarf des öffentlichen Nahverkehrs zu diskutieren. „Die Nord-Süd-Verbindung von Dorfen nach Wasserburg fehlt brdonders“, bemerkte Haags Bürgermeisterin Sissi Schätz. Studenten müssen in die Fachhochschule nach Rosenheim, in die Berufsschule nach Erding oder zum Bahnhof nach Dorfen für eine günstige Verbindung nach München. Die Verbindung zu Kreisstadt sei nun auf den Weg gebracht worden, aber Schätz appellierte, man müsse auch landkreisübergreifend denken.

 

Heide Schmidt-Schuh, Vorsitzende der „Agenda 21 Haager Land“, argumentierte: „Ohne Auto geht gar nichts.“ Deshalb habe der Verein erneut eine Unterschriftensammlung gestartet. Eine bessere Verbindung, Gleichbehandlung der Entwicklung von ländlichem und städtischem Raum, Klimaschutz, Individualverkehr verringern – viele Gründe sprechen laut Schmidt-Schuh für eine verbesserte ÖPNV-Verbindung. Menschen ohne Auto, gerade Rentner und Schüler, haben kaum Möglichkeit, in die umliegenden Landkreise zu kommen. „Mindestens fünfzehn Kilometer muss man von Haag aus mit dem Auto fahren, anders geht es nicht“, so die Vorsitzende.

 

Die umliegenden Gemeinden sind sich einig: „Wir brauchen diese Verbindung.“ Von Maitenbeth dauert es beispielsweise knapp zwei Stunden in die Kreisstadt, so Josef Kirchmaier, Bürgermeister aus Maitenbeth, aber zurück komme man nur bis Haag. Auch Albachings Bürgermeister Franz Sanftl bemerkte, es gebe überall rundherum dieselben Probleme: Die Busse fahren nicht im Takt und meist nur morgens und abends.

 

Die Bürgermeister aus Soyen, Karl Fischberger, und Kirchdorf, Alfons Linner, gaben ebenfalls ein Statement ab und sprachen sich für die Verbesserung des Nahverkehrs aus. Zwar sei die Verbindung nach Mühldorf inzwischen vereinfacht, aber „wir brauchen dringend auch die anderen drei Richtungen“, so Linner.

 

Zusätzliches Problem sei auch: Eine Umsiedlung von Firmen aus der Landeshauptstadt sei nicht möglich. „Die Mitarbeiter haben keine Möglichkeiten in die Arbeit zu kommen“, so Kirchmaier. „Man darf nicht an den Landkreisgrenzen aufhören.“

 

Der RVO zeigte sich bereit, die Verbindung von München nach Mühldorf im Stundentakt anzubieten – hier sei man aber auf die Unterstützung des Landkreises angewiesen. Auch der MVV ist bereit zu einer Verbunderweiterung, aber auch hier müssen vorerst die finanziellen Mittel geklärt werden.

 

„Der Landkreis Mühldorf ist einer der ersten, der verbindlich wieder einen Nahverkehrsplan aufstellen möchte“, kommentierte Günter Knoblauch. „Wir müssen das gemeinsam mit den Landkreisen Rosenheim und Erding verbinden.“ Bei diesem Vorhaben sei besonders wichtig, dass nicht nur Haag, sondern auch die umliegenden Landkreise die Verbindung für notwendig halten und klar sagen: „Wir wollen!“

 

Die deutliche Mehrheit der Anwesenheit war dafür, eine Erklärung nach außen abzugeben, dass die geforderten Änderungen des öffentlichen Personennahverkehrs umgesetzt werden sollen. „Ziel ist es, die Linie Dorfen-Wasserburg in die jeweiligen Nahverkehrspläne aufzunehmen“, so Sissi Schätz. Die Forderung soll nun an den Kreistag zur Sondersitzung am 24. Mai weitergegeben werden. JF