Notfallplan Asyl: Realschul-Halle in Vorbereitung

Wasserburg: Lange wird es nicht mehr dauern - Wieviele kommen, wann, das ist noch unklar

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halle 1Die Bilder im Fernsehen zeigen es deutlich – der Flüchtlingsstrom auf der Balkanroute reißt nicht ab. Mittlerweile ist klar: Auch Wasserburg wird noch mehr von der Flüchtlingsproblematik betroffen sein als bisher. Demnächst soll die Realschul-Turnhalle mit Asylbewerbern belegt werden (wir berichteten bereits). Von November ist die Rede – ein genauer Zeitpunkt steht aber noch nicht fest. Mindestens 120 Personen sollen offenbar untergebracht werden. Das wurde heute im Landratsamt von Oliver Winter auf unsere Anfrage bestätigt. Vor wenigen Tagen gab es dazu auch schon eine Besprechung der Realschulleitung mit Bürgermeister Michael Kölbl.

Ein Sportprogramm mit entsprechenden örtlichen Ausweich-Möglichkeiten sei für die Wasserburger Realschüler schon erarbeitet.

„Beim Landratsamt denken wir als Verantwortliche in Asylfragen schon lange nicht mehr in Monaten, Wochen oder Tagen, sondern eigentlich nur mehr in Stunden“, sagt Winter nachdenklich. Wenn es soweit sei mit einer Belegung, dann müsse sehr schnell gehandelt werden. „Wir kennen das gar nicht mehr anders.“

Die Unterbringung in einer Turnhalle sei eine Maßnahme im Rahmen des Notfallplans des Landkreises – ein Provisorium – gedacht für kürzere Erst-Aufnahmezeiten. Doch bald werden die landkreiseigenen Hallen knapp. 

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Die landkreiseigene Realschul-Turnhalle in Wasserburg – genau zwischen dem Schulgebäude und dem Altstadt-Sportplatz gelegen.

Um aber Turnhallen in den Gemeinden des Kreises nicht nutzen zu müssen, werde zuallererst eine sogenannte „Verdichtung der Aufnahmeplätze in den belegten Landkreis-Hallen“ angestrebt, denn besser eng untergebracht, als bei der kalten und noch kälter werdenden Witterung gar nicht. Gerade über die derzeitigen Zustände an der österreich-bayerischen Grenze mache man sich auch im Landratsamt Rosenheim größte Sorgen.

Für Wasserburg konkret sei man – da es sich bei der Realschule um eine Zweifach-Turnhalle handele – erst einmal von etwa 120 Personen ausgegangen (wir berichteten ausführlich). Würde man aber aus Einzelbetten Stockbetten bauen, so könne es durchaus sein, dass die Zahl höher liegen werde. Man müsse da sehen, was an Betten verfügbar sei.

Die Turnhalle des Gymnasiums in Bad Aibling habe man eigentlich erst gestern räumen und wieder für den Sportunterricht zur Verfügung stellen wollen, genau in diesem Moment sei die Nachricht gekommen – stopp, es gibt eine Neubelegung mit 199 Menschen (siehe unseren heutigen Bericht dazu). Genau so habe man es auch in Raubling erlebt.

Vorbereitet sei man in jedem Fall von Seiten des Landratsamtes für die Wasserburger Realschul-Turnhalle, um schnell reagieren zu können – mit der Verpflegung, dem Sicherheitsdienst.

Froh sei man in Wasserburg ohnehin sehr, dass der engagierte Helferkreis um Monika Rieger so klug, besonnen und erfahren zusammenarbeite, um die Flüchtlingskrise gemeinsam zu bewältigen.

rd

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