Mit großen Schritten ins Jahrhundert-Projekt!

Bahnübergang Reitmehring: Straßenbauamt gestern im Stadtrat mit B304-Plänen

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reitmehring_von_westen_150929_kTunnel, Tröge, Brücken, Zubringer und ein Kreisverkehr: Der Ausbau des Bahnübergangs in Reitmehring wird nicht nur ein Millionen – sondern wohl auch ein Jahrhundert-Projekt. Diesen Eindruck konnte man zumindest gestern bei der Stadtratssitzung im Wasserburger Rathaus gewinnen. Das Straßenbauamt Rosenheim präsentierte den Räten die umfangreichen Planungen und den aktuellen Stand der Dinge. Mit rund 25 Millionen Euro an Gesamtkosten wird mittlerweile gerechnet.

Und so sieht die neue B304 von Staudham her kommend aus:

Zirka 500 Meter vor Reitmehring gibt es eine Linksabbiegerspur in Richtung Seewieser Straße, dann steigt die Bundesstraße zu einem neuen Brückenbauwerk an. Es geht über die Bahnlinie, hinunter in einen so genannten Trog, dann in einen 130 Meter langen Tunnel.

Auf Höhe Megglestraße/Zettelweg gibt es einen neuen Kreisverkehr über der B304.

Dann geht es mit der Bundesstraße hinein in den Tunnel, den die Bürgermeister-Schmid-Straße überquert. Am Ende von Reitmehring gibt es einen zusätzlichen direkten Zubringer zur B15 Richtung Rosenheim.

Vom Kreisverkehr aus steigt südlich der B304 ein neuer Zubringer Richtung Bürgermeister-Schmid-Straße an. Nach Reitmehring muss man also nicht mehr nach links abbiegen (Visualisierung: Straßenbauamt Rosenheim).

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Der Leiter des Rosenheimer Straßenbauamtes, Christian Rehm, hatte gestern an seiner Seite den Planungschef Bernhard Bauer und Projektmanagerin Sabine Rödl. In knapp 90 Minuten präsentierten sie den aktuellen Planungsstand. Demnach soll im Frühjahr 2016 das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.

Darin werden alle Träger öffentlicher Belange sowie alle vom Bau Betroffenen gehört. Einwendungen werden dann vom staatlichen Bauamt geprüft, es gibt Erörterungstermine und schließlich einen Planfeststellungsbeschluss, gegen den allerdings wieder geklagt werden kann.

„Wir halten uns deshalb zum Thema Baubeginn mit Jahreszahlen sehr zurück. Da gibt es noch viele Stolpersteine“, so Rehm. Erst wenn die letzte Klage durch sei und die Finanzierung stehe, könne man mit dem Grunderwerb, mit der Ausschreibung und Bauvorbereitung beginnen. Damit sei aber nicht vor 2017 oder 2018 zu rechnen – im besten aller Fälle.

Zu den geplanten Baumaßnahmen nahm Projektmanagerin Sabine Rödl Stellung. Die gesamte Baustelle habe eine Länge von 1,4 Kilometern. Der geplante Tunnel werde 130 Meter lang sein. „Wir beginnen mit dem bau im Westen und arbeiten uns in Richtung B 15 vor.“

Die gesamte Bauzeit werde mit rund drei Jahren veranschlagt. In Phase eins der Bauarbeiten werde es eine Behelfsumfahrung des neuen Brückenbauwerkes nördlich der jetzt bestehenden B304 geben. Ganz hart wird’s für die Autofahrer dann in Phase zwei, dem Tunnel- und Kreiselbau. „Dann müssen wir für längere Zeit die Bundesstraße komplett sperren“, so Rödl. Es werde großräumige Umleitungen geben.
An Kosten sind derzeit 16,8 Millionen für die reinen Baumaßnahmen geplant, 4,3 Millionen Euro für den Grunderwerb. „Bis es soweit ist, wird diese Summe wohl auf insgesamt 25 Millionen ansteigen“, so Rehm. Die Gesamtmaßnahme sei von der Regierung als „Um- und Ausbaumaßnahme“ eingestuft worden, „was die Finanzierung nicht vereinfacht. Der Topf für Um- und Ausbau ist nicht besonders gut gefüllt“, so der Leiter des Straßenbauamtes, der dennoch nicht pessimistisch ist: „Das ist ein ganz außergewöhnliches Projekt. Eine sehr wirkungsvolle Maßnahme.“

Ins selbe Horn stieß abschließend Bürgermeister Michael Kölbl. „Wenn ich daran denke, wo wir vor zehn Jahren standen – ganz ehrlich, da hat sich sehr vieles zum Positiven entwickelt.“

Damals sei man bei den Planungen von einem reinen Brückenbauwerk mit einer Ampel an der Megglestraße ausgegangen. „Wir hatten sogar den Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages vor Ort. Das Projekt wackelte an allen Ecken und Enden.“ Mit den neuen Planungen erreiche man jetzt die „sinnvollste und einzig machbare innerörtliche Umgehung für Reitmehring“.

Was die Stadträte zur Planung sagten, folgt in einem gesonderten Bericht.

HC

plan 304

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Ein Gedanke zu „Mit großen Schritten ins Jahrhundert-Projekt!

  1. Gibt es schon einen konkreten Termin, wann mit den Bauarbeiten begonnen werden soll?

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