Mit der eigenen Kraft spielen

Sportler demonstrieren ihre Körperspannung an der neuen Calisthenics-Anlage in Haag

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Auf der Wiese hinter dem Sportplatz der Grund- und Mittelschule Haag gibt es nun eine neue Möglichkeit, die eigenen Kräfte auszuprobieren und zu trainieren. An Klimmzugturm, Sprossenwand oder einem Seil können Sportler jetzt die Calisthenics-Anlage nutzen. Pünktlich zum Ferienstart wurden die Geräte von den Sportlern der Parkour-Abteilung des TSV Haag eingeweiht.

Bereits im März vergangenen Jahres erklärte sich der damalige Bauausschuss bereit, die Kosten für eine Calisthencis-Anlage zu übernehmen und sie auf dem Hartplatz der Grund- und Mittelschule aufzustellen (wir berichteten). Bürgermeisterin Sissi Schätz dankte den Ideengebern Roderich Tilke vom TSV Haag und Johann Klaasen für ihr Engagement und freute sich auch über die Unterstützung des Schulverbands, die Anlage auf dem ehemaligen Schulparkplatz errichten zu können. Besonders erfreulich sei daran die interkommunale Zusammenarbeit, denn die Mitglieder aus den Nachbargemeinden haben sich mit dafür eingesetzt, das Projekt in Haag zu verwirklichen.

 

 

Nun könne man „mit der Kraft spielen, die der Körper hat“, so die Bürgermeisterin. Auch gehandicapte Menschen haben die Möglichkeit, dort einige Übungen zu machen. Außerdem soll die Anlage ab Herbst auch in den Schulsport integriert werden und die Mittagsbetreuung und die offene Ganztagsschule haben so die Möglichkeit, „aus den Räumen raus zu kommen.“

 

Für die finanzielle Stütze dankte Schätz außerdem Vorsitzenden des Mühldorfer Netz,  Thomas Einwang. Dieser freue sich über „den Mut, die Idee umzusetzen.“ Das Mühldorfer Netz sei eine Gemeinschaft, um Fördergelder zurück in den Landkreis zu holen. Es stehe unter dem Thema: Treffpunkt. Deshalb gratulierte Einwang den Entscheidern und Nutzern der Anlage und wünscht, dass sie genutzt wird. Und wenn etwas passiert, „dass‘ ned zu weit fehlt.“

 

 

Pfarrer Pawel Idkowiak betete für Freude am Sport und Spiel und gemeinsam mit Pfarrerin Ruth Nun segnete er die Anlage. „Unser Leib ist ein Tempel“, las Nun aus der Bibel und formulierte diese Aussage neu: „Wir sollen nicht als Selbstverständlichkeit nehmen, was unser Körper kann.“ An dieser Anlage gebe es die Möglichkeit, seine eigene Kraft zu trainieren. Denn die „schöne Kraft“ stecke, so Nun, im Namen Calisthenics: kalos heißt im Griechischen „schön“ und sthenos „Kraft“.

 

 

Im Anschluss demonstrierte die Gruppe um Zeno Wagenspöck, Übungsleiter der Abteilung Parkour im TSV, die neu errichtete Anlage. „Es ist für jeden was dabei“, betonte er und zeigte bei Klimmzügen und Handstand die Körperspannung, die sich die Mitglieder angeeignet haben. Seit sie nicht mehr in der Turnhalle trainieren können, baut die Gruppe draußen Matten auf oder übt im Sand auf dem Sportplatz. Es zeigen sich schnelle Erfolge, so Wagenspöck, der sich die Sprünge und Drehungen anfangs selbst beigebracht hat. So klappen Klimmzüge schon nach wenigen Wochen problemlos und bald könne man sich sogar komplett aufstemmen. Man brauche „keine Angst vor Sprüngen“ haben, denn die Gruppe gibt sich Hilfestellungen und wenn nötig Schwung. „Egal wie und welche Art: Bewegung ist wichtig“, betont er.

 

Sogar die Jüngsten probieren die neue Anlage gleich aus: Sophie klettert schon mit ihren zweieinhalb Jahren an der Sprossenwand und dem Seil.

 

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