Mit acht Streifen bis München

Wasserburg: Informativer Abend bei „Pro Bahn" zum Thema MVV-Anschluss

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mvvMittlerweile hat die Erweiterung des MVV-Tarifes von Tulling über Forsting und Edling bis Reitmehring (Wasserburg Bahnhof) in wenigen Wochen ab dem kommenden Dezember die letzten Verwaltungshürden genommen. Und die neuen MVV-Fahrkarten werden rechtzeitig zum Fahrplanwechsel auch an den Automaten zu bekommen sein. Gut besucht war jetzt eine Informationsveranstaltung über den bevorstehenden MVV-Tarif. „Pro Bahn“ hatte dazu Burkhard Hüttl von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) in die Paulanerstuben in Wasserburg eingeladen.

Dass heute noch eine Bahnverbindung von Ebersberg nach Wasserburg existiert, ist auch ein Stück das Verdienst von Hüttl, denn als „Pro Bahn“-Urgestein lag ihm schon vor fast 30 Jahren der öffentliche Nahverkehr am Herzen, als die Zukunft der Bahnlinie von Ebersberg nach Wasserburg an einem seidenen Faden hing.

Dank der Initiative von „Pro Bahn“ konnte Ende der 80er Jahre die Stilllegung des Filzenexpress abgewendet und Mitte der 90er Jahre mit neuen Fahrzeugen der Zwei-Stundentakt eingeführt werden. 

Zur Jahrtausendwende folgten durchgehende Zugverbindungen nach München und im Dezember 2014 ging der Kreuzungsbahnhof in Steinhöring in Betrieb. Seitdem fährt der Filzenexpress an Werktagen im Stundentakt, der nächstes Jahr auch auf das Wochenende ausgedehnt wird.

Dieser Erfolg mit dichteren Zugangebot motivierten den Landrat und die Bürgermeister der Anliegergemeinden, den MVV-Tarif möglichst bald von der bisherigen Tarifgrenze Tulling um elf  Bahnkilometer bis Reitmehring (Wasserburg Bahnhof) mit den Haltepunkten Forsting und Edling (allerdings ohne Brandstätt) auszudehnen, obwohl dies mit jährlichen Ausgleichszahlungen von 120.000 Euro verbunden war. Diese sind zuletzt wegen bereits steigender Fahrgastzahlen auf 200.000 Euro gestiegen.
Das Thema Münchner Verkehrs- und Tarifverbund brachte Hüttl mit seinem informativen Vortrag bei den zahlreichen Besuchern auf den Punkt: „Oberstes Ziel des MVV ist, dem Fahrgast durch aufeinander abgestimmte Fahrpläne mit kurzen Wartezeiten und einer Fahrkarte für die verschiedensten Verkehrsmittel das Optimum zu bieten.“

Ab 13. Dezember 2015 komme man ab Reitmehring mit einer einzigen MVV-Karte für 10,80 Euro nach München, dazu seien auf einer Streifenkarte acht Felder abzustempeln.
Momentan kostet dieser Ausflug noch 12,10 Euro für die Regionalbahn der DB, zu der die Südostbayernbahn (SOB) gehört plus 2,70 Euro für die MVV-Karte im Münchener Innenraum. Günstiger wird es auch für Berufspendler, die bald in den Genuss der günstigeren Isar-Card aus der umfangreichen MVV-Fahrkartenpalette kommen.

Reitmehring liegt dann im 15. von 16 möglichen Ringen auf dem MVV-Tarifplan für Monats- oder Jahreskarten.

Der MVV-Tarif bleibt allerdings der RVO-Buslinie 9421 weiterhin „verwehrt“, die oft parallel zur Bahnstrecke auch entferntere Orte – wie zum Beispiel Pfaffing – anschließt. Dies trifft auch den Wasserburger Stadtbus (9418).

Und Wasserburg Stadt bleibt ein Tarifpunkt der Deutschen Bahn (DB). Trotz Einführung des MVV-Tarifes ab Reitmehring kommt man vom Stadtbahnhof mit einer DB-Karte für ebenfalls noch 12,10 Euro nach München. Weiterhin kann man beispielsweise den Bahncard 50-Rabatt nutzen, solange zwischen Wasserburg Bahnhof (Reitmehring) und Wasserburg Stadt kein MVV-Tarif eingeführt wird. Andreas Hiebl von der Stadt Wasserburg gab zu bedenken, dass etwa Schülermonatskarten im MVV-Ausbildungstarif wesentlich teurer wären als die aktuellen für die RVO-Busse.

Auch Mathias Krause von der Südostbayernbahn (SOB) stand den zahlreichen Besuchern Rede und Antwort und unterstrich die Bereitschaft der SOB, in Zukunft an weiteren Verbesserungen im Interesse ihrer neuen Wasserburger MVV-Kunden beizutragen.

Bernd Meerstein stellt Burkhard Huettl vorSchließlich verdeutlichte Bernd Meerstein (Foto links) von der Wasserburger „Pro Bahn“-Ortsgruppe, wie wichtig eine leistungsfähige Bahnanbindung für die Stadt Wasserburg wäre, wenn der modernisierte und beschleunigte Filzenexpress die Altstadt direkt erreichen würde.

Foto (oben): Matthias Krause von der Südostbayernbahn hört Burkhard Hüttl (rechts) zu.

Text und Foto: Gerald Bendrien

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