Millionenprojekt Zehentstadel

Leseecken und Kinosaal: Haager Gemeinderat diskutierte Vorentwurf zum Umbau des Gebäudes

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Der Zehentstadel als Kulturzentrum in Haag – so sieht es der Vorentwurf des Architektenteams Rieger und Lohmann vor, den Udo Rieger in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte. Neben einer offenen Bücherei mit Galeriegeschoss soll außerdem ein Kinosaal mit Café verwirklicht werden.

Der historische Zehentstadel soll sich nach dem Umbau in drei Teile gliedern: Im Westteil sollen Bücherei und Pfarrheim ihren Platz finden und im Osten sind ein Kinosaal mit Café geplant. Der Mittelteil dient als Mehrzweckhalle. Architekt Udo Rieger gab in seinem Vortrag einen ersten Eindruck über die geplanten Räumlichkeiten.

 

Leseecken, ein Galeriegeschoss mit offener Bibliothek und Blick auf das Foyer und ein barrierefreier Durchgang zum Pfarrhaus zeichnen den Westteil des Gebäudes aus.

 

Dass die Toilettenanlagen zentral und leicht erreichbar sein sollen, halten Herbert Zeilinger (WFH) und Dr. Bernhard Grabmeyer (FWH) für notwendig. Die Planung müsse sich am Kunden orientieren und viele Nutzer der Bücherei seien Schul- und Kindergartenkinder. Die Etage brauche einen Wasseranschluss, so Grabmeyer: „Ob Kaffee für die Besucher, Wasser für die Putzfrau oder Kinder, die nach dem Basteln Farbe abputzen müssen: Ohne Wasser geht es nicht.“

 

Den Galeriebereich sah vor allem Klaus Breitreiner (CSU) kritisch. „Bei Arbeitsplätzen an der Galerie kommt es zu Problemen mit der Arbeitssicherheit“, betont er. Kinder könnten auf die Möbel klettern und runterfallen. Auch kostenmäßig seien die vorgesehenen runden Bauteile diskussionswürdig. Ob eine Änderung der runden Elemente zu einer Kosteneinsparung führe, möchte auch Stefan Högenauer (CSU) anhand einer Kostenaufstellung feststellen. Rieger betonte, die Galerie sei das einzige runde Element in der Raumplanung. Ziel sei es, „das Gebäude unverwechselbar zu gestalten“, so Rieger.

 

Im Ostteil soll ein weiterer wichtiger Kernbereich des Kulturzentrums entstehen: Ein Café und ein Kino mit großer Bühne. Mit etwa 80 Sitzplätzen ausgestattet, lässt sich der Kinoraum auf für musikalische Darbietungen und Kabarett nutzen.

 

Weil er bereits Interesse bekundet hat, das Kino zu betreiben, wurde auch Rainer Gottwald, Geschäftsführer des Kinos Utopia in Wasserburg, zur Sitzung eingeladen. Er ist sicher: „Ein Kino wäre für Haag super.“ Denn es biete auch Platz für Konzerte und eine Tanzfläche. Aus lassen sich aus der ersten Reihe Sitzplätze herausnehmen, um Rollstuhlfahrern einen Platz zu bieten, ohne Fluchtwege zu versperren.

 

„Wir brauchen Leute, die ihr Herzblut reinstecken“, so Dr. Florian Haas (PWG). Es soll mit Leidenschaft betrieben werden, wenn die Gemeinde in ein Kino investiert. Über die langfristige Nutzung macht sich Gottwald keine Sorgen: „Kino wird es immer geben.“ So sollen in den vergangenen fünf Jahren immer mehr Kinosäle in Deutschland eröffnet haben. Und weil auch Kabarett, Musik und Feiern veranstaltet werden können, kann der Zielgruppe etwas geboten werden.

 

Michael Hofstetter vom Ingenieur-Büro Bauer und Hofstetter stellte die Pläne zur Wärmeversorgung, Entwässerung sowie Lüftungsanlage vor. So sollen 90 Prozent der Heizleistung über Pellets gewonnen werden, den übrigen Verbrauch deckt Gas ab. Als Umweltbeauftragten ist Hans Urban (CSU) eine CO2-neutrale Beheizung besonders wichtig. Mit Pellets sei ein guter Schritt gemacht. Dennoch könne in diesem Zuge eine Hackschnitzelanlage verwirklicht werden. Diese Möglichkeit werde bereits untersucht und erarbeitet.

 

Neben der Raumgestaltung hat sich das Architektenteam bereits Gedanken zur zeitlichen Abwicklung gemacht. Weil die Bücherei und das Pfarrheim priorisiert werden sollen, wird damit gerechnet, nach weiteren Entwurfsplanungen, Genehmigungen und Ausschreibungen im Frühjahr 2022 mit dem Bau des Westteils beginnen zu können. Die Gesamtkosten schätzen sie auf zirka 8,45 Millionen Euro. „Die Bücherei und der Ostteil sind voll förderfähig“, stellte Bürgermeisterin Sissi Schätz klar. Dies bedeute für einen Großteil des Vorhabens bis zu 80 Prozent Förderung über das Programm „Innen statt außen“, das zur Belebung des Ortskerns dient.

 

Es sei eine „Investition für die Zukunft“, so Siegfried Maier (SPD). „Als Gemeinderat möchte ich, dass man in Haag etwas erleben kann. Jetzt hätten wir die Gelegenheit, so etwas zu initiieren.“ Auch Haas betonte: „Haag muss belebt werden.“

 

Im nächsten Schritt sollen die neuen Gemeinderäte die Möglichkeit bekommen, das Gebäude zu besichtigen. In der kommenden Sitzung folgt ein Billigungsbeschluss, bei dem vom Gremium über die vorliegende Planung des Vorentwurfs und die Kostenschätzung abgestimmt werden soll. Dann soll auch eine Weiterführung der Planung beschlossen werden.

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Ein Kommentar zu “Millionenprojekt Zehentstadel

  1. Ois recht und schee, solang noch a paar Mark fürs Herbstfest über bleim!

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