In den Markthallen schlägt das Herz der Stadt

Seit 30 Jahren eine Wasserburger Institution – Hildegard Aß ist die gute Seele des Geschäfts

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ass5Sie gehören zur Altstadt wie das Brucktor, das historische Rathaus oder die Jakobskirche – die Wasserburger Markthallen. 1985 von Andreas Aß am Marienplatz gegründet (Foto von damals), haben sie sich über drei Jahrzehnte hinweg zu dem Lebensmittel- und Feinkostgeschäft im Herzen der Stadt entwickelt und sind für die Kunden nicht mehr wegzudenken. Hausgemachte und regionale Spezialitäten und ein großes Sortiment an frischen internationalen Feinkostartikeln sind die Stärke der Markthallen – und das mittlerweile in der dritten Generation. Denn …

… seit fast drei Jahren ist jetzt auch der Sohn von Andreas, Maximilian Aß, mit im Geschäft und unterstützt den Familienbetrieb, wo er kann. Herz und Seele der Markthallen aber ist nach wie vor die Mutter von Chef Andreas, Hildegard Aß (77). Ihr Gesicht und ihr freundliches Lächeln sind ist allen Wasserburgern bekannt. Viele Fäden laufen auch heute noch in den Händen der Mutter und Großmutter zusammen – direkt an ihrem Stammplatz, der Kasse. Ein Gespräch über ein Leben für die Kunden …

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Foto (links): Damals wie heute: Hildegard Aß an der Kasse.

„Es war schon immer mein Traum, ein eigenes Geschäft zu haben und für die Kunden da zu sein“, sagt Hildegard Aß. Sie stammt eigentlich aus der Nähe von Höslwang, kam aber schon 1939 mit ihren Eltern nach Wasserburg, absolviert dort die Schule und die Ausbildung zur Verkäuferin. „Damals gab es einen unglaublich tollen Lebensmittelladen in der Färbergasse unterhalb der Burgstube. Der hieß Vietz. Dort hab‘ ich meinen Beruf erlernt. Lebende Fische schwammen in den Tonnen. Alles war unglaublich frisch.“ Leider habe der Ladenbesitzer, ihr Lehrherr, irgendwann schließen müssen, sagt Hildegard Aß schmunzelnd.

Die junge Verkäuferin ließ sich dadurch aber nicht von ihrem Weg abbringen. Sie wechselte nach München in die Großmarkthallen, kehrt dann nach Wasserburg zurück und landete bei der Molkerei Bauer, die damals viele kleine Läden betrieb. So kam Hildegard Aß zur „Käseschachtl“ in der Ledererzeile – dem ersten Lebensmittelgeschäft, das sie schließlich, nachdem Bauer alle Läden aufgab, selbstständig übernahm.

Eine Kaiserin in den Markthallen

Die „Kässchachtl“ ist heute noch vielen Wasserburger ein Begriff. „Das war wirklich eine schöne Zeit. Die hab‘ ich ein paar Jahre betrieben. Da hab‘ ich gemerkt, dass in Wasserburg ein großer Bedarf an Feinkost und frischen Lebensmitteln herrscht.“ Durch einen Zufall habe sie dann Anfang der 80-er Jahre erfahren, dass am Marienplatz ein größerer Laden frei wird. „Dort, wo wir seit 30 Jahren unsere Markthallen haben, war früher ein Hotel. Man munkelt, dass dort sogar Kaiserin Sissi übernachtet habe. Später war es dann die Heimat von Farben-Goldbecker.“

Das Goldbecker-Haus damals und heute.

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Als das Farbengeschäft aufhörte, entschied sich die Familie Aß für den neuen Standort. Und dann begann erstmal die große Schufterei. Sohn Andreas baute das gesamte Untergeschoss im Goldbecker-Haus mit viel Eigenleistung um. „Wir hatten damals und wir haben mit der Sparkasse einen starken Partner an der Seite. Ohne die wäre das damals nicht gegangen“, sagt Markthallen-Chef Andreas Aß.

 

Nach den umfangreichen Umbaumaßnahmen, bei denen kein Stein auf dem anderen blieb, verlief der Start der Markthallen 1985 alles andere als reibungslos. „Als alles fertig war, kam ausgerechnet in diesem Jahr das große Hochwasser und machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wir haben geweint, ließen uns aber nicht entmutigen.“ Am 3. Oktober 1985 war es dann soweit: Die Markthallen öffneten ihre Pforten.

„Von diesem Tag an haben wir nicht mehr aufgehört, uns weiterzuentwickeln, unser Sortiment Schritt für Schritt zu erweitern“, sagt Hildegard Aß, die übrigens trotz ihrer „Feinkost-Vergangenheit“ am liebsten ein Butterbrot mit Tomaten oder Radieserln isst und dazu eine Schluck Radler oder Bier trinkt. „Natürlich auch mal ein gutes Glaserl Wein“, schmunzelt sie. Überhaupt hat sich Hildegard Aß ihre Bescheidenheit über die Jahre erhalten. „Mein Luxus ist der Friseurbesuch am Freitag. Und ab und zu fahr ich mit meiner Tochter nach München und Salzburg – auf den Viktualienmarkt oder den grünen Markt. Das ist dann mein Urlaub. Man muss doch schauen, was es so alles gibt“, lacht die „Mutter vom Markthallen-Chef“.

 

Ein starker Familienbetrieb

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Letzterer freut sich ganz besonders, dass sein Sohn Maximilian den Betrieb weiter führen will. „Wir investieren gerade in eine neue Küche, die Technik und den Laden. Das ist schön, wenn man weiß, dass es weitergeht“, so Andreas Aß, dessen Frau Claudia ebenso die Markthallen verkörpert wie die Schwestern von Hildegard Aß, Friedl „Tante“ Wöhrl und Elisabeth Hölzl. Wie stark, und nachhaltig und besonders flexibel ein Familienbetrieb arbeiten kann, zeigen die Markthallen in Wasserburg jeden Tag von 6 Uhr morgens bis in die Abendstunden. „Wir sperren so früh wie möglich auf und erst zu, wenn der letzte Kunde gegangen ist“, so Hildegard Aß.

Was die Markthallen neben diesen Kriterien als Nahversorger ebenfalls auszeichnet: Alle Waren kommen täglich frisch an die verschiedenen Theken und das Grundsortiment an Lebensmitteln, das zu einem Geschäft dieser Größe gehört, wird durch zahlreiche Spezialitäten ergänzt. Das Sortiment umfasst unter anderem:

·         Wurst- und Käsespezialitäten vom heimischen Metzger und aus aller Herren Länder

·         Frischen Fisch an der speziellen Frischetheke

·         Obst und Gemüse aus den jahreszeitliche aktuellen Anbaugebieten

·         Ausgesuchte Wein- und Spirituosen

·         Brotspezialitäten und Backwaren von heimischen Bäckern

·         Kaffeevielfalt und Tees aus vielen Ländern der Erde

·         Frische Schnitt- und Topfblumen

·         Und vieles mehr!

Doch damit nicht genug: Die Wasserburger Markthallen bieten zudem einen individuellen, exklusiven und dennoch preiswerten Party-Service für alle Feiern und Festivitäten an – und das das ganze Jahr über. Selbstverständlich werden die feinen Lebensmittel direkt ins Haus geliefert. Zudem gibt es jetzt einen kleinen Mittagstisch mit Brotzeiten. Und auch bei Geschenkkörben und anderen Präsenten sind die Markthallen stark. Da gibt es für jeden Geldbeutel etwas. Zudem bieten die Markthallen einen Geschenkservice für Firmen an.

30 Jahre Markthallen Wasserburg, das bedeutet 30 Jahre Qualität in der Nahversorgung!

In den kommenden Wochen wird es an dieser Stelle zum Jubiläum der Markthallen ein tolles Gewinnspiel geben – erster Preis: Ein Wellness-Wochenende für Zwei.

Ein paar Fotos aus der Anfangszeit der Markthallen:

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2 Gedanken zu „In den Markthallen schlägt das Herz der Stadt

  1. Toller Bericht der Wasserburger Stimme!
    Weiter so Familie Aß…

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  2. Andreas Burlefinger

    Wenn es jemand verdient hat einmal genannt zu werden, dann Frau Aß. Meine Erinnerung an sie beginnt Anfang der Sechziger Jahr, als sie im Burgerfeld im damaligen Konsum an der Ecke zur Friedrich- Ebert-Straße tätig war. Wassereis mit Orangengeschmack! Der große Renner!

    Und wenn ich dann mal die 20 Pfennige nicht hatte, meinen Augen aber mein ungeheurer Wunsch abzulesen war, ja dann meinte Frau Aß nur, „.. bringstas hoit a andersmoi vorbei…“. Wohlwissend, dass ich das spätestens an der Ladentüre wieder vergessen habe – mit dem Blick auf mein gefrorenes Glück.
    Danke dafür, noch heute!

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