Hygieneartikel für Frauen kostenlos

Auf Antrag der Linken: Im Rathaus und in der Mittelschule sind Tampons und Binden zu haben

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Einen Antrag der Linken lehnte der Hauptausschuss der Stadt Wasserburg bei seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich ab. Wunsch der Linken ist es, Damenhygieneartikeln in allen öffentlichen Toiletten und städtischen Gebäuden kostenlos anzubieten. Doch das ist nach Ansicht der Verwaltung schon alleine technisch zum Scheitern verurteilt. Dennoch erreichte die Stadträtin der Linken, Sophia Jokisch, zumindest, dass künftig Tampons und Binden im Rathaus und in der Mittelschule kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Jokisch hielt vor dem Hauptausschuss ein flammendes Plädoyer für ihren Antrag: „Die Kosten für diese Hygieneartikel summieren sich für Frauen und Mädchen auf über 500 Euro im Jahr. Schülerinnen sind davon besonders hart betroffen. Der Hartz-IV-Satz liegt bei einem 13-jährigen Mädchen bei 7,50 Euro im Monat. Für die ist es sicher nicht einfach, der Familie die Mehrkosten aufzubürden.” Man habe am Gymnasium einen Testlauf gestartet und dabei nur beste Erfahrungen gemacht, so Jokisch.

Bürgermeister Michael Kölbl erklärte dazu, er könne die Problematik durchaus verstehen. „Die Verwaltung hat aber Bedenken bei den öffentlichen Toiletten am Gries und in den Parkhäusern.” Damit man den Antrag umsetzen könne, brauche man hygienisch einwandfreie, vandalismussichere Spender für Tampons und Binden. „Leider gibt es solche Spender zwar für Papierhandtücher, für andere Hygieneartikel aber leider nicht”, ergänzte Stadtkämmerer Konrad Doser. „Wir haben trotz intensiver Recherche nichts gefunden.” Die Hygieneartikel offen anzubieten, halte er für schwierig. Man könne beispielsweise nicht regeln, wie viele Artikel von einzelnen Personen mitgenommen würden. „Da müsste erstmal eine technische Lösung her.”

Auch Edith Stürmlinger (Bürgerforum) zeigte sich eher skeptisch: „Ich werde den Antrag aus verschiedenen Gründen nicht mittragen. Ich halte es für vernünftig, in den Schulen einen gewissen Vorrat vorzuhalten, ansonsten glaube ich an die Eigenverantwortung der Mädchen und Frauen. Die können selbst für sich sorgen. Gerade die Mädchen sind da sehr selbstbewusst.” Sie könne sich eine kleine Lösung fürs Rathaus und die Mittelschule aber durchaus vorstellen. „Alles andere liegt nicht in unsere Verantwortung.”

Genau auf diese Lösung konnte sich dann der Hauptausschuss einigen – auch mit Zustimmung von Sophia Jokisch, die selbst nicht Mitglied des Hauptausschusses ist und auch kein Stimmrecht hatte. Die Stadt stellt in der Mittelschule und im Rathaus künftig testweise kostenlos Damenhygieneartikel zu Verfügung.

 

 

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12 Kommentare zu “Hygieneartikel für Frauen kostenlos

  1. Es gibt Mehrwegartikel, sogenannte Menstruationstassen. Sparen Geld und schonen die Umwelt!

    Auch wenn es auf den ersten Blick eine nette Idee ist finde ich sie unsinnig.

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  2. Ich wär ja auch für kostenlose männerrasierer. Denn die pflege des mannes ist auch nicht billig.

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  3. Ideen wia a oide Drahtseilbahn ham de Linken
    Moant de des ernst wos de do sogt?
    Oiso mei Frau hod si dod glacht und meine Tächta a. De dadn aus so am öffentlichen Automaten sicher koa “Intim-Pflege” nemma. De finden es eklig

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  4. Grundsätzlich kommt da schon ein kleines Sümmchen zusammen, grad wenn man ein paar Mädels hat. Aber ich möchte bezweifen, dass grad im Gymnasium viele Harz IV Kinder sind. Warum macht man denn solche Testläufe nicht gleich an der Mittelschule?

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  5. Hoffentlich wird beim Einkauf daran gedacht, daß herkömmliche Tampons wie
    O.B. über die Baumwolle mit Glyphosat belastet sind. Dieses Gift dann auf die Schleimhäute unserer jungen Mädchen… … Also lieber gesündere Bioware.

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  6. Lieber Klaus, ich bin ein bisschen irritiert. Vielleicht musst du den Artikel nochmal lesen? Da steht kein Wort davon, kostenlose Damenrasierer zur Verfügung zu stellen. Im Gegensatz zu Damen- oder Herrenrasierer sind Hygieneartikel wie Tampons und Co nichts, bei dem man sich aussuchen kann, ob man es benutzen möchte oder nicht. Obwohl, frau könnte auch während ihrer Periode einfach auf der Toilette sitzen bleiben. (Ironie aus)

    Man kann ja über die Notwendigkeit oder die Sinnhaftigkeit von kostenlosen Wegwerfartikeln diskutieren, es gibt ja wie von Karl erwähnt, Alternativen. Aber dein Vergleich ist meiner Meinung nach ziemlich unangebracht und wenig sinnvoll.

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  7. @Erika: Es hört sich ja ganz so an, als ob Kinder von Hartz IV-Empfängern generell einen niedrigeren IQ haben und der Besuch eines Gymnasiums so gut wie unmöglich erscheint. Ich finde es dann doch ein wenig diskriminierend, wenn man das Projekt nur auf die Mittelschule bezieht. Hart IV-Empfänger sind nicht ausnahmslos minderbemittelte, Alkohol konsumierende Typen, sondern oft ohne ihr Eigenverschulden in finanzielle Nöte geraten und nun gezwungen, diese Sozialleistung des Staates in Anspruch zu nehmen.
    Generell finde ich das Ganze völlig überzogen. In meiner Schulzeit (und das ist schon eine Weile her), und in der Schulzeit meiner Tochter konnte man einfach ins Sekretariat gehen (wenn die Periode einmal “außertourlich” eintrat), und konnte sich dort die Hygieneartikel holen. Wer will den kontrollieren, ob wirklich die Mädchen, wo das Geld knapp ist, auch die Artikel bekommen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass auch viele aus Scham (“schau mal, die kann sich nicht mal Tampons leisten!”) den Automaten nicht nutzen werden. Wäre es nicht klüger, in Familien mit Mädchen ab 12 Jahren, den Hartz IV-Satz anzupassen?

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  8. Also ” gesündere Bioware” würde wohl den finanziellen Rahmen, um dem es ja wohl hier geht, total sprengen. Drogeriemärkte haben sehr gute und günstige Eigenmarken die viele Frauen übrigens auch benützen. Oben im Beitrag angegebene 500€ finde ich eh etwas sehr übertrieben, aber wie gesagt ein kleines Sümmchen kommt schon zusammen. Hier geht es ja wohl wirklich nur darum den weniger Verdienern ein bisschen zu helfen und ich denke die wären mit der günstigeren Variante auch schon zufrieden

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  9. Der Kommentar von @Klaus zeigt nur, wie schnell, unsinnig und oft unwissend manche ein solches Thema sofort zum Geschlechterkampf nutzen wollen.

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  10. Was erwartest du von deiner Tochter wenn sie scheinbar von deiner Frau und dir patriarchal und antifeministisch erzogen wird? Hoffentlich emanzipiert sich deine Tochter noch von eurem reaktionären Gedankengut!

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  11. Hier ein Beispiel aus der Praxis:
    bei uns im Jugendtreff iNNSEKT geben wir seit Herbst 2018 bei akutem Bedarf Tampons und Binden an Besucherinnen aus. Seit Herbst war das ca. 3 bis 4 mal der Fall, also spielt dieses Angebot finanziell keine Rolle, hilft aber im konkreten Einzelfall schnell und unbürokratisch. Wem ein solches Angebot nicht gefällt muss es ja auch nicht wahrnehmen. Allen anderen hilft es …

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  12. Wenn die Damen und Herren des Stadtrates über keine anderen Probleme zu entscheiden haben,kann man ihnen nur gratulieren. Eigentlich ist hier jeder Kommentar überflüssig,anmerken möchte ich trotzdem,daß heutzutage fast jedes Kind im Alter von mindestens 12 Jahren, gleich welcher Herkunft, ein Handy besitzt und dies keine öffentliche Diskussion über die Kosten auslöst.

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