Gymnasium öffnet die Türe: Für 100 Schüler!

Der Abiturjahrgang 2020 darf am Montag eintreten - Unser Gespräch mit Schulleiterin Verena Grillhösl

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Dem kommenden Montag sehen 100 Schüler des Gymnasiums Wasserburg mit Spannung entgegen: Sind sie doch „der Abiturjahrgang 2020″, für den als Allererstes nun nach Wochen die Schultüre wieder geöffnet wird. Denn in einem Monat gehen sie los, die Abi-Prüfungen. Damit für die jungen Leute so gut wie möglich Ruhe zur bestmöglichen Vorbereitung einkehrt in dieser so ungewöhnlichen Corona-Zeit, gibt Wasserburgs Schulleiterin Verena Grillhösl ebenfalls ihr Bestes. Sie motiviert: Mit Zuversicht meistert sie gerade in guter Zusammenarbeit mit dem Direktoriat und Sekretariat sowie mit ihrem Lehrerkollegium diese noch nie dagewesene, logistische Herausforderung. Die aktuelle Situation im Überblick …

Der Fahrplan steht: Am Montag, 27. April, öffnen die Schulgebäude in ganz Bayern wieder ihre Tore – allerdings nur für die, die in diesem Jahr ihre Abschlussprüfung machen: Abi, Mittlere Reife, Quali, Meister. Aber wie genau soll das aussehen?

Auch Verena Grillhösl, Direktorin des Luitpold-Gymnasiums in Wasserburg, muss nun schnellstmöglichst alles komplett neu konzipieren …

Die wichtige Nachricht für die Schüler vorneweg: Die Noten des zweiten Q12-Semesters sind durch, das heißt – so wie der Stand jetzt ist, ist er. Neue Noten / Klausuren wird es in den Wochen bis zu den Prüfungen nicht mehr geben. Wie genau der neue Noten-Schlüssel aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Denn klar ist auch, dass neue Konzepte nicht fertig auf dem Tisch liegen für eine Pandemie-Situation. Vergessen werden darf nicht: Erst am vergangenen Donnerstag war im bayerischen Kabinett entschieden worden, dass es mit den Abschlussklassen am 27. April losgehen werde.

Rahmenbedingungen und Ausführungsbestimmungen zum neuen Schulablauf erreichen somit Verena Grillhösl nun fast täglich in irgendeiner Art in ihrem E-Mail-Postfach. Schnell zu reagieren, flexibel zu sein – Eigenschaften, die nun von ihr und den Lehrern gefragt sind.

Ach ja, und so ganz nebenbei wird an der Wasserburger Schule ja gerade auch noch kräftig die Aula umgebaut … Eine Großbaustelle zur Nebensache degradiert.

In der Ruhe liegt die Kraft: Froh ist Verena Grillhösl deshalb, dass ihre Schule schon recht weit in den Planungen fortgeschritten ist für die kommende Woche. Da stehe die Zusammenarbeit der ganzen Schulfamilie ganz weit oben. Denn es müsse alles komplett neu durchdacht werden. Dazu zählen der Stundenplan, die räumliche Situation, die Situation der Pausen, die Situation des öffentlichen Nahverkehrs, die Hygienemaßnahmen sowie die Kommunikation mit allen – den Eltern, Schülern und Lehrern. Das ist viel!

In den Fächern Deutsch und Mathe, in denen ja alle 100 Schüler verpflichtend ihr Abi schreiben müssen, werden in Wasserburg die Kurse ab sofort geteilt (mit dann etwa zwölf Schülern jeweils) – um zeitversetzt sozusagen in zwei Schichten unterrichtet zu werden. Immer Deutsch und Mathe parallel und dann der Wechsel. So muss ein Deutschlehrer also den Stoff erst für die erste Gruppe vermitteln, dann muss er die gleiche Stunde für die zweite Gruppe (die zuvor Mathe hatte) noch einmal halten … Genauso ergeht es den Mathe-Kursleitern der Q12.

Die Schüler werden an Einzeltischen im vorgeschriebenen Mindestabstand sitzen und Gruppenarbeiten wird es leider nicht mehr geben können.

Ein Schreiben für die allgemein geltenden Corona-Hygienemaßnahmen traf heute an der Wasserburger Schule ein. Man müsse weiter natürlich die längst bekannten Hygienevorschriften einhalten. Eine Maskenpflicht werde im Unterricht nicht vorgeschrieben, aber Verena Grillhösl sagt dazu: Sie werde die Schüler eigens in einem Schreiben noch darum bitten, selbst einen Mund- und Nasenschutz in die Schule mitzubringen.

Das Lehrer-Kollegium am Wasserburger Gymnasium wird übrigens freundlicherweise von einer Kollegin schon mal bis zum Montag mit 40 selbstgenähten Schutzmasken ausgestattet. Das freut Verena Grillhösl sehr. Die Lehrer werden die Masken im Unterricht tragen. Im Sekretariat werden noch Plexiglas-Wände als Schutz zudem errichtet in dieser Woche …

Besondere Vorsicht sei natürlich bei Schülern sowie Lehrern mit Vorerkrankungen zu wahren. Und wer sich krank fühlt – Schüler / Lehrer vor allem mit Erkältungs-Symptomen – der MUSS daheim bleiben.

Sicher scheint bislang nur, dass am 11. Mai wohl die Q11 folgen werde – wann es für die anderen Klassen soweit ist, das steht bayernweit noch nicht fest. Bis auf Weiteres laufe der Unterricht daheim für alle anderen Schüler somit weiter, so Verena Grillhösl. Ja klar, „STAND HEUTE” – das seien ja geradezu „Unwörter des Jahres” geworden, lächelt sie.

Denn eins wird die Wasserburger Gymnasiums-Schulfamilie auf jeden Fall aufbauen: In dieser so schwierigen Corona-Zeit bleibt Wasserburgs Schulleiterin voller Zuversicht! Gestärkt durch gute Erfahrungen gerade jetzt: Von den Klassen-Elternsprechern habe sie ein sehr schönes Feedback bekommen. Mit Hinweisen für wichtige Stellschrauben und mit einem absolut positiven Fazit …

Renate Drax

 

 

 

 

 

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