Facebook & Co: Fahnder informiert

Kommissar hält Vortrag am Gymnasium Wasserburg

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Er war einer der ersten Internetfahnder Deutschlands: Rainer Richard von der Kripo München ist am Gymnasium in Wasserburg zu Gast.

Rainer Richard.

Wasserburg – „Facebook, Google & Co. – Datenschutz versus Datensammler“: Zu diesem Thema spricht am Donnerstag, 16. Mai, Kriminalhauptkommissar und Internetfahnder Rainer Richard um 19 Uhr am Luitpold-Gymnasium in Wasserburg. Der Elternbeirat lädt alle interessierten Lehrer, Mütter und Väter sowie Schüler ab 14 Jahren ein.

Nein, leicht haben es die Eltern nicht wirklich. Kaum, dass sie den Umgang mit dem eigenen Handy gelernt haben, kaum dass sie halbwegs fit sind mit Apps, Tastatursperren und SMS-Versand liegen ihnen auch schon die Kinder in den Ohren. „Es ist ja wegen der Sicherheit“, sagen sich Mama und Papa und statten den Nachwuchs mit einem Mobiltelefon aus. Wie einen „Beschützer.“ Oder daheim mit einem eigenen Computer, weil man ja ohnehin Flatrate und W-LAN hat und weil man mit PC, Notebook oder Netbook so schön lernen und harmlose Spiele spielen kann. Von wegen. „Wäre doch zu schön, wenn Kinder mit dem Handy nur dann telefonieren, wenn sie den Bus verpasst haben oder von ihren besten Freunden versetzt wurden. Wenn sie nur deshalb ins Netz gehen, weil sie die Sendung mit der Maus noch einmal online erleben wollen,“ sagt der Mann von der Kripo und weiß leider sehr genau, von was er redet. Ist er doch seit Jahren ein erfahrener Internetfahnder.

Am Gymnasium in Wasserburg kennen ihn manche noch sehr gut, als er mit dem Vortrag „Nur ein Mausklick bis zum Grauen“ viele der Besucher geradezu schockte. Der Abend damals war ab 18 Jahren. Da es diesmal in erster Linie um den Datenschutz geht – eben um Vorgehensweisen von Facebook, Google und anderen Netzwerken – sind auch Schüler und Auszubildende ab 14 Jahren willkommen. Dabei sollte man eines vorweg unbedingt wissen: Rainer Richard will weder das Rad zurückdrehen, noch den Kindern von heute ihre elektronischen Spielzeuge wegnehmen. Aber er will eines: warnen. „Facebook und Twitter bergen Gefahren, gerade weil sie so harmlos und freundschaftlich daher kommen,“ sagt er

Schon 1995 war Rainer Richard beim Münchner Polizeipräsidium einer der ersten deutschen Internet-Fahnder. Er kennt die Fallstricke, er kennt die Tricks. „Ich bin immer wieder überrascht, mit welch großen Augen Eltern meinen Vortrag übers Internet anhören“, wundert sich der Kripo-Beamte. Diese Eltern, die vermutlich alle selbst ein Handy in der Tasche und einen Computer daheim haben, seien neben den Schülern seine Zielgruppe. Und auch die Lehrer. Er warnt eindringlich davor, das Internet als Plattform zur Selbstdarstellung zu benutzen. „Je mehr persönliche Daten von sich preisgegeben werden, desto größer ist die Chance, im Netz verunglimpft zu werden.“ Nur ein Beispiel seien Mobbing-Attacken, an denen Kinder und junge Menschen zerbrechen…

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