„Es war ganz furchtbar!“

Großbrand: Fritz Seipel, Vorstand der Stiftung Attl, dankt den vielen Helfern

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5Sehr betroffen ist Fritz Seipel am heutigen Dienstagmittag nach dem Großbrand in Attel im Gespräch mit der Wasserburger Stimme. Der Sozialpädagoge (unser Foto) ist der Vorstand der Stiftung Attl – gemeinsam mit Franz Hartl, der aber derzeit in Nepal ist. Deshalb war und ist Seipel heute von allen Seiten der alleinige Haupt-Ansprechpartner. Von seinem Zuhause in Prien war er in der Nacht zu seiner Arbeitsstelle geeilt, wo unzählige Helfer ihr Bestes gaben. Ihnen allen gilt auf diesem Weg sein allergrößter Dank. Es war ganz furchtbar“, sagt Seipel. Besonders schlimm sei für ihn – neben dem qualvollen Tod der so zahlreich untergebrachten Tiere im Stall – auch der Unfall mit dem Feuerwehrmann aus Edling gewesen, der beim Befreien der Tiere von einem in Panik geratenen Stier erfasst worden war.

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Man habe erst nicht gewusst, ob der Helfer innere Verletzungen erlitten hatte. So viel er wisse, sei es zum Glück wohl nicht so schlimm, wie anfangs alle vermuteten.

Alle etwa 20 Bewohner der Stiftung Attl, die in der dortigen Landwirtschaft normalerweise arbeiten, waren am heutigen Dienstag nicht da. Ihnen wurde der Anblick der Brand-Katastrophe mit den vielen toten Tieren an ihrer Arbeitsstelle erspart, sagte eine Mitarbeiterin gegenüber der Wasserburger Stimme. Die verbrannten Tiere konnten voraussichtlich erst im Laufe des Nachmittags/Abends abtransportiert werden, nämlich erst nachdem das Landeskriminalamt die Brandstelle – den ehemaligen Stall – freigibt, hieß es am Mittag vor Ort.

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3Entdeckt hatte übrigens das Feuer, das kilometerweit in der ganzen Region zu sehen war, ein Mitarbeiter der Stiftung, der sofort die Rettungskräfte per Notruf alarmiert hatte. Aber beim Eintreffen stand der Stall schon im Vollbrand, da sehr viel Stroh dort gelagert war und es wegen der extremen Trockenheit geradezu Explosionen gegeben haben muss.

rd

Fotos: Renate Drax

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6 Gedanken zu „„Es war ganz furchtbar!“

  1. Erstmal auch meinerseits die besten Wünsche an alle Kollegen der Stiftung, ihr habt die nächsten Wochen und Monate viel zu tun – dafür wünsche ich euch viel Kraft!
    Obwohl in so einer Stunde Kritik eigentlich fehl am Platz ist, fühle ich mich als Pädagoge und Mensch, der für die vollständige Gleichberechtigung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen eintritt in der Pflicht, sie zu üben.

    Ich finde es überaus bedenklich, als Pädagoge im 21. Jahrhundert, Menschen ‚einen Anblick ersparen‘ zu wollen. Für mich ist das wieder mal ein Beleg dafür, dass Menschen mit Beeinträchtigungen immer noch anders behandelt werden, als Menschen ohne durch unsere Gesellschaft definierte Behinderungen. Ich kann mir vorstellen, dass dies eine Situation ist, in der man erst mal nicht weiss, wie man handeln soll, für die es keine Richtlinien gibt, ich hoffe aber, dass die Kollegen einen Weg finden, die Klienten und Mitarbeiter in Aufarbeitung zu integrieren und ihnen nicht eine Scheinwelt bauen.

    Das sind schreckliche Bilder, die Phantasie eines Menschen ist aber meist noch viel grausamer, als die Realität, also habt Mut und traut euren Klienten das zu, insbesondere in derartigen Bereichen zeigen viele Menschen mit Beeinträchtigungen Ressourcen und Möglichkeiten von denen wir, scheinbar nicht Beeinträchtigte, noch lernen können, bewältigt das gemeinsam und denkt nicht, ihr müsst eure Klienten vor irgendetwas beschützen, das sind Menschen wie du und ich, gemeinsam seid ihr stärker!

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    1. Lieber Pädagoge – ich meine zu wissen, was Sie hier anmahnen wollen … In der Tat aber, es kommt unglücklich herüber …
      Das Wort Gleichberechtigung und Inklusion ist ja in aller Munde. Was da heißt… – „Niemand bevormunden“, „Alle“, – gleich welche Behinderung sie haben, „vollwertig sehen und sie mitnehmen“.

      Ich habe keine Pädagogik studiert – aber in meinem Beruf praktiziere ich sie eigentlich doch täglich.
      Ich bin Krankenschwester seit vielen, vielen Jahren. Und wenn ich eines gelernt habe, ist es das, den Menschen dort abzuholen, wo er steht! Ihm so viel Wahrheit zuzumuten, wie er sie im Augenblick der „Krise“ verkraften kann – manche Patienten, oder wie Sie schreiben, Klienten vertragen Situationen nur häppchenweise, manche brauchen die klare Ansage sofort.

      Wo ich Ihnen daher ganz widersprechen muss, ist der Punkt, dass Sie tatsächlich die Aussage kritisieren, dass den Bewohnern zum Glück, der Anblick erspart blieb.
      Es ist NICHT heilend, in keiner Form, Tiere brennend und schreiend laufen zu sehen, Tiere, an denen die Bewohner sicher mit viel Intensität/Liebe hängen.

      Man MUSS zutiefst dankbar sein, dass Ihnen diese Situation erspart geblieben ist. Die Fragen nach dem „Wie, Was und Warum“ werden kommen und die Betreuer, Pädagogen und Pflegekräfte werden sicher wissen, wie sie jedem Einzelnen am besten diese Tragödie nahe bringen können, um sie selbstverständlich zu verarbeiten – nicht sie zu verdrängen!

      Viele Berufsgruppen wie z.B die Feuerwehr und der Rettungsdienst, hätten so manches mal selbst nach einem Einsatz wie diesem ein Krisenintervensionsteam nötig, um Bilder aus ihrem Kopf zu bekommen.

      Viele leiden – obwohl geistig und körperlich gesund – nach Jahren im Dienst an „Burn out“ Symptomen.
      Daher nicht auszudenken, was der Anblick für viele Menschen mit gestörter Wahrnehmung und Auffassungsgabe ausgelöst hätte. Und … wer hätte diese Menschen in dieser Schreckensstunde tatsächlich auch betreuen und beruhigen können?
      Ich bin durchaus ein Freund der Pädagogik, viele Ansätze sind gut, aber ich wehre mich gegen Schubladen- und Schulbuchdenken – es verdrängt doch manches mal einfach das gesunde Bauchgefühl. Das ist es, was wir – obwohl wir so viel lernen – schlussendlich immer mehr VERlernen, meiner Meinung nach, ist dies ein viel größeres Problem als Ärzte.- oder Psychologenmange…

      (Letzteres, eine sehr persönliche Aussage, die ich mir hier nun einfach, vollkommen unpromoviert erlaube)

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    2. Herbert Prantl-Küssel

      Sehr geehrter „Pädagoge“
      vielen Dank für ihr Mitgefühl und die guten Wünsche zur Bewältigung dieser furchtbaren Brandkatastrophe. Sie haben völlig recht, wenn sie erkennen, dass zu diesem Zeitpunkt Kritik an der pädagogischen Arbeit in der Stiftung Attl unangebracht ist. Sie ist es nicht nur wegen des Zeitpunktes, sondern vor allem wegen des Inhaltes den sie anführen.

      In der Stiftung Attl misst sich Gleichberechtigung und Gleichbehandlung nicht an der unreflektierten „Gleichmacherei“ als Prinzip. Wir stellen immer den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt unseres Handelns und versuchen ihm so gerecht zu werden.

      Noch während der Nacht wurde ein Kriseninterventionsteam organisiert, um alle Personen entsprechend ihres individuellen Erlebens der Katastrophe begleiten zu können, dies gilt sowohl für Betreute, Beschäftigte und Mitarbeitende der Stiftung Attl – wie für alle Helfer und Helferinnen, die uns tatkräftig unterstützt haben – herzlichen Dank dafür auch an dieser Stelle.

      In den Bereichen Schule, Arbeiten und Wohnen wurden Gesprächsangebote organisiert, um allen Gelegenheit zum Ausdruck ihres persönlichen Erlebens zu geben.

      Die pädagogischen und psychologischen Fachdienste bieten fortlaufend Angebote der Begleitung, sowohl in Form von Einzelgesprächen, als auch Gruppenangeboten an.
      Es ist in der Stiftung Attl auch gute Tradition, dass wir die schönen, aber auch die traurigen Ereignisse des Lebens gemeinsam bewältigen, hier zeigt sich das Miteinander von Bewohnern, Beschäftigten und Mitarbeitenden in besonderer Form und gibt uns auch die Kraft, diese furchtbare Brandkatastrophe gemeinsam zu überstehen und wieder neue Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

      Ich persönlich bedauere sehr, dass sie sich genötigt fühlen in dieser Situation mit dem „erhobenen Zeigefinger“ an der pädagogischen Arbeit in der Stiftung Attl Kritik zu üben.

      Ich stimme mit ihnen überein, dass eine Tabuisierung der Ereignisse keinesfalls hilfreich ist, wir werden jedoch nicht unter dem „Deckmantel“ von Gleichberechtigung und Inklusion zu einer unreflektierten und unbegleiteten Aufarbeitung der Katastrophe übergehen. Hierin sehe ich unsere pädagogische Verantwortung gegenüber allen Betroffenen.

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      1. Sehr geehrter Pädagoge,
        im 21. Jahrhundert kommen Menschen, die nach solchen einscheidenden Katastrophen derartige Texte verbreiten auf die „stille Treppe“.
        Da sollten Sie reflektieren und innehalten!
        Dann denken ….. und dann schreiben und reden.

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    3. Lieber Pädagoge, anscheinend haben Sie noch nie einen Menschen mit Trauma erlebt. Bei gesunden Menschen kann sowas mit Hilfe von Psychologen teilweise oder ganz behoben werden. Aber so einfach ist das nicht mit behinderten Menschen, bei denen muss man sich mit sehr viel Gefühl vortasten um ihnen diese schreckliche Sache verständlich zu machen. Die meisten dieser Menschen denken wie ein Kleinkind und machen Sie das mal einem Kind klar, das sein Lieblingstier gestorben ist und vor allem wie es gestorben ist. Ganz so einfach können Sie es sich also nicht machen, trotz Ihrer Gleichstellungsgedanken die ich so manchen Menschen wünsche.

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  2. Martin Steffinger

    Sehr eigenartiger Kommentar von „Pädagoge“! Ein solcher scheint er wohl nicht zu sein!

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