Ein Wasserburger Krug kehrt heim

Neueste Errungenschaft der Sammlung von Bernd Joa kommt aus Berlin

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00694_kDie Sammlung von Bernd Joa – sie spiegelt das Leben der Stadt Wasserburg in fünf Jahrzehnten wieder. Mittlerweile umfasst sie über 2000 Sammlerstücke. Jetzt ist sie um einen Fayencenkrug reicher, den der Sammler in Berlin entdeckte. Ein Kunstauktionshaus bot vor einigen Tagen den Walzenkrug aus Fayencen mit einem Marienbild an. Und Wasserburgs erfolgreichster und bekanntester Sammler schlug zu …

„Das Stück soll angeblich aus Österreich stammen. Fayencen sind Gegenstände aus feinem Ton, die weiß glasiert werden, um dem Porzellan nahe zu kommen. Anschließend werden diese mit so genannten Scharffeuerfarben bemalt und nochmals gebrannt“, weiß der Kunstexperte.

1764 sei der Porzellanfabrikarbeiter Johann Michael Buchner aus Friedberg bei Augsburg nach Wasserburg gekommen und habe eine Werkstatt in der Ledererzeile übernommen. „Er musste sich hier gegen mehrere bestehende Hafnereien durchsetzen. Es ist anzunehmen, dass er die Fayencentechnik, die damals zwar in Wasserburg bekannt war, dennoch als Besonderheit ausführte.“ So sei ein Reihe von Krügen, Schalen und Haustafeln entstanden – vor allem mit religiösen Motiven. „Buchner starb 1797 und ein Sohn übernahm seine Werkstatt , ein zweiter heiratet in eine Werkstatt in der Hofstatt ein.“

00694Der Experte weiter: „Während sich die Buchnerischen und andere Wasserburger Fayencen einwandfrei nachweisen lassen, sind sie in Sammlerkreisen so gut wie unbekannt. Der Kunsthandel verkauft diese Stücke mit der Herkunftsbezeichnung Salzburg beziehungsweise Gmunden oder anderen geläufigen Orten für Fayencen, da sie sich dann leichter absetzen lassen und meist einen höheren Preis erzielen.“

Der Walzkrug aus Berlin zeige die Wessobrunner Madonna aus der Wasserburger Pfarrkirche St. Jakob. „Es sind auch noch eine Reihe anderer Motive aus Wasserburg bekannt. Es gibt keinen zweifel, dass all diese Fayencen aus Wasserburger Hafnereien stammen. So kehrte im Laufe der Jahre nicht nur der Krug aus Berlin zurück, sondern auch Stücke aus Schloss Ahlende bei Neumünster, aus Bonn, Salzburg, Augsburg und München.“

Mittlerweile sind es mehr als 20 Krüge und Schalen, die Bern Joa hauptsächlich zur Sammlung „Wasserburg in fünf Jahrhunderten“ zusammengetragen hat. Teilweise waren die Stücke bereits im Rathaus ausgestellt und zusammen mit den Neuerwerbungen werden sie ihre zukünftigen Platz im Spital finden.

 

Foto: www.leo-spik.de/

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