Ein großer Schritt in die Zukunft

Firma Meggle nimmt am Stammsitz in Reitmehring neuen Sprühtrockner in Betrieb

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Der Markt ist schwierig, die wirtschaftliche Lage in der Milchbranche ist angespannt. Trotzdem machen die Verantwortlichen der Molkerei Meggle jetzt einen großen Schritt nach vorne: Am Ostermontag wurde der neue Sprühtrockner in Betrieb genommen. Und der verändert gleich die Shilouette der Firma: Die Anlage befindet sich im neuen Sprühturm, der mit 53 Metern Höhe das zweithöchste Gebäude des Werkes ist und mit zu den höchsten Bauwerken im Landkreis Rosenheim gehört.

meggle1Firmenchef Toni Meggle wird ein bisschen gerührt, wenn er über die neue Produktionsanlage spricht. „Da, wo der Turm steht, da habe ich früher selber unsere Kühe gehütet“, erzählt er. Die eigenen Kühe sind längst Geschichte. Geblieben ist jedoch die Leidenschaft und das Know How für alles, was mit Milch zu tun hat.

Mittlerweile verarbeitet die Molkerei 250 Millionen Liter Milch im Jahr, der neue Sprühtrockner ist hierbei ein wichtiges Element, um den gestiegenen Kapazitäten Herr werden zu können.

 

In dieser Anlage wird konzentrierte Molkenmelasse mit hohem Druck in den Turmzylinder eingesprüht und im weiteren Verlauf in Molkepulver umgewandelt. Eingeblasene Heißluft verdampft das in der Melasse enthaltene Wasser und lässt in nur 20 Sekunden das reine Pulver übrig. Das Pulver wird dann vorwiegend als Tierfutter verwendet. 2,2 Tonnen pro Stunde schafft die Anlage, sie ist – bis auf die Reinigungs- und Wartungsarbeiten – an 365 Tagen im Jahr in Betrieb.

Natürlich wurde sie nach den modernsten Anforderungen, was Nachhaltigkeit, Enbergieeinsparung und Umweltschutz anbetrifft, errichtet. So kann zum Beispiel freiwerdende Energie durch Wärmerückgewinnung in den Prozess zurück geholt werden. Ein Filter nach den neuesten Standards reinigt die Abluft so gut, dass die Werte erheblich unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen.

 

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Blick ins Innere: Im unteren Teil des Sprühturms kommt das getrocknete Pulver an

18 Millionen Euro kostet das mächtige Bauwerk, eine, wie Toni Meggle gesteht „antizyklische Investition.“ Doch gerade in dieser etwas schwierigen Zeit, in der es ein Überangebot an Milch gibt, sei eine vorausschauende Firmenpolitik wichtig. „Wir investieren jetzt mehr, als wir in den kommenden Jahren an Abschreibungen haben werden“, sagt er.

Trotzdem wird sich diese Ausgabe irgendwann einmal lohnen. Denn Meggle und seine Mitarbeiter blicken optimistisch nach vorne. Sie sehen die Entwicklung der Milchbranche positiv, da sich in Asien und Afrika neue große Märkte immer mehr dafür öffnen würden.

Die ersten Auswirkungen des neuen Sprühturms sind allerdings schon jetzt vor Ort am Standort Reitmehring spürbar: Für die Arbeiten an der Anlage wurden sechs neue Mitarbeiter eingestellt.

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Fotos (ganz oben).  Produktionsleiter Albert Speckmaier präsentierte die neue Anlage am Modell. Unter den Zuhörern: Toni Meggle mit Ehefrau Marina, Finanz-Vorstand Christian Sedlatschek und Thilo Pomykala, Geschäftsleiter Geschäftsleiter Vertrieb, Marketing, Produktentwicklung.

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Haben die neue Sprühtrocknungsanlage symbolisch in Betrieb genommen (von links): Marina und Toni Meggle sowie Drs. Sil van der Ploeg (Vorsitzender des Vorstands) und Christian Sedlatschek (Vorstand Finanzen). Fotos: KH

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