Ein bewegendes Stück Stadtgeschichte

Es ist die herausragende Veranstaltung des Jahres 2017 beim Heimatverein Wasserburg – begleitet von einer Buch-Veröffentlichung: Der Heimatverein Wasserburg und die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Wasserburg laden herzlichst zur Vortragsveranstaltung am nächsten Montag, 20. November, um 19.30 Uhr, in das Gemeindehaus in der Surauerstraße 3 ein. Prof. Dr. Hiram Kümper aus Mannheim wird die Reformationsgeschichte der Stadt Wasserburg vorstellen. Passend dazu erscheint ein Buch zur Geschichte der Evangelischen Bewegung des 16. Jahrhunderts und der Gegenreformationszeit in Wasserburg am Inn …

Landesherrliches Religionsmandat von 1566, Stadtarchiv Wasserburg …

Die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts war eine wirtschaftliche Blütezeit für das Mittelstädtchen Wasserburg. Früh zeigten sich hier Ansätze zu einer Reformation in der Stadt, die aber zunächst mit harten Maßnahmen unterdrückt wurden. Um die Jahrhundertmitte verdichten sich dann wieder die Impulse zur Aufnahme protestantischer Lehre und Praktiken.

Die landesherrlichen Versuche, dieses Geschehen einzudämmen, fruchteten erst um 1570. Woran das lag, und welche Rolle Wasserburg in der Konfessionsgeschichte des Raumes spielte, zeichnet Hiram Kümper in seinem Abendvortrag anhand zeitgenössischer Quellen nach.

Sonderband der Heimat am Inn
zur Reformationsgeschichte Wasserburgs

Zum Vortrag erscheint ein Buch zur Geschichte der Evangelischen Bewegung des 16. Jahrhunderts und der Gegenreformationszeit in Wasserburg am Inn:

Von Wittenberg und Zürich aus hat sich die evangelische Bewegung im alten Bayern rasant verbreitet. Die Herzöge zeigten sich demgegenüber zunächst abwartend, schlugen nach Bann und Ächtung Luthers aber bald einen deutlich gegenreformatorischen Kurs ein, sahen sie darin doch nicht nur eine Verpflichtung der alten Kirche gegenüber, sondern auch eine Möglichkeit, den herrschaftlichen Zugriff auf ihr Territorium zu verdichten.

In diesem Spannungsfeld zwischen Kirche, Herrschaft und bürgerlicher Selbstbestimmung spielt sich auch die Wasserburger Konfessionsgeschichte des 16. Jahrhunderts ab. Früh wurde hier evangelisch gepredigt – und ebenso früh und mit großer Härte griffen auch die Herzöge aus München durch.

Zwischen den 1520er und 1570er Jahren erleben wir ein zähes Ringen um die Kirchenzustände in der Stadt zwischen städtischen Eliten und herzoglichen Amtsleuten: mehrere Religionsmandate, wiederholte Visitationen, Buchrazzien und sogar offen konfessionsbedingte Eingriffe in die Ratswahl konnten die Wasserburger nur sehr langsam zur altgläubigen Observanz zurückbringen.

Rund ein halbes Jahrhundert hat es gedauert, bis die evangelische Bewegung in der Innstadt zurück gedrängt war.

Das Heft zum Reformationsjubiläum 2017 nimmt die Leserinnen und Leser mit durch ein bewegendes Stück Stadtgeschichte und zeigt, wie das weltgeschichtliche Ereignis Reformation in der Region gewirkt hat.

Die vorgelegte Forschungsarbeit wurde vom Heimatverein Wasserburg als wissenschaftliche Preisauslobung in Zusammenarbeit mit der Evang.-Luth. Kirchengemeinde und dem Stadtarchiv initiiert. Ziel war, das Wissen um die Reformationsgeschichte des hiesigen Raumes zu erweitern.

Bibliographisches

Hiram Kümper
Zwischen Landesherren und Laienkelch
Evangelische Bewegung und Gegenreformation in Wasserburg am Inn
Sonderband der Schriftenreihe Heimat am Inn
Beiträge zur Geschichte, Kunst und Kultur des Wasserburger Landes
 
Herausgeber:
Heimatverein (Historischer Verein) e.V. für Wasserburg am Inn und Umgebung
in Verbindung mit der Stadt Wasserburg und der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Wasserburg am Inn
ISBN 978 3 943911 13 8 
Wasserburg 2017

Wie und wo kann man das Buch erwerben?

Diese neue Veröffentlichung wird am Vortragsabend erhältlich sein und ist ab 21. November auch im Stadtarchiv und im Wasserburger Buchhandel zum Preis von 13,90 Euro zu erwerben.