Ein 17-jähriger Muslim half der Polizei

Schüler aus Wasserburg hatte Täter trotz gezogener Pistole eines Polizisten „entwaffnet"

image_pdfimage_print

Blaulicht03Er verstand die Sprache des Täters: Es war ein erst 17-jähriger Wasserburger Schüler, ein Muslim, der der Polizei geholfen hatte – er hat sich auf der Dienststelle als Zeuge gemeldet. Wir berichteten am vergangenen Freitag, dass am Mittag in Wasserburg in der Köbingerbergstraße, Ecke Krankenhausstraße, ein 18-Jähriger – der, wie heute von der Polizei bekannt gegeben wird, aus Libyen stammt – völlig betrunken und unter Einfluss von Drogen Polizisten mit einer zerbrochenen Wodkaflasche bedroht hatte, ein Beamter daraufhin seine Dienstwaffe zog – und ein junger Passant trotzdem plötzlich so eingegriffen hatte, dass der 18-Jährige festgenommen werden konnte. Er hatte diesem einfach die Wodkaflasche aus der Hand genommen.

Wasserburgs Polizeichef Markus Steinmaßl heute am Spätnachmittag dazu:

„Der Schüler hatte offensichtlich die Gefährlichkeit der Situation nicht erkannt. Als der Täter seinen Pulli auszog und dadurch die Flasche dabei nur kurz zwischen die Beine klemmte, nahm der 17-Jährige an, dass dies eine gute Gelegenheit wäre und war auf ihn zugegangen.

Wie er doch vor ihm stand, hatte dieser bereits wieder die Flasche als Waffe in der Hand. Darauf hin kam es zu einem kurzen Wortwechsel, in dem der fast gleich alte 18-jährige Täter sagte, dass er Muslim wäre. Der junge 17-jährige Wasserburger, der ebenfalls Muslim ist und deshalb den Täter verstand, entgegnete mit ‚haram‘, was soviel bedeutet, dass er einen Fehler begehe. Dies veranlaßte dann offensichtlich den Täter, die Flasche zu überreichen. Danach folgte die Festnahme durch die Polizeibeamten.“

Die Polizei Wasserburg sei froh, dass die Situation so glimpflich verlaufen ist. Wie sich nun herausgestellt habe, habe der 17-jährige, in Deutschland geborene Deutsch-Bosnier gar nicht wahrgenommen, dass einer der beiden eingesetzten Wasserburger Polizisten seine Dienstwaffe bereits vorsorglich gezogen hatte.

Aufgrund des Zeugenaufrufs meldete sich zudem inzwischen auch die 51-jährige Fahrerin des Pkw. Der 18-Jährige hatte sich am Tattag auf die Motorhaube des langsam fahrenden Pkw der Wasserburgerin geworfen …

Da bei der Polizei zunächst die Meldung eingegangen war, dass der junge Mann zuvor einige Pkw beschädigt haben soll, bat die Polizei auch dazu um Meldungen aus der Bevölkerung. Bis dato seien jedoch keine Mitteilungen zu beschädigten Fahrzeugen, die in Tatortnähe geparkt waren, eingegangen, heißt es heute am Donnerstagnachmittag von Polizeichef Markus Steinmaßl.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren