Dürre nimmt im Osten weiter zu

Wetter-Experte: Extreme Hitzewelle in der kommenden Woche möglich

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„Einige Regionen Deutschland sind in den tieferen Erdschichten aktuell schon sehr trocken. Man kann tatsächlich schon wieder von einer Dürre sprechen. Besonders schlimm ist es im Osten und Norden. Dort liegt laut aktuellen Auswertungen eine extreme Dürre vor und es könnte alles noch viel schlimmer werden, denn flächendeckender Landregen ist weiterhin nicht in Sicht”, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

„Die Schauer und Gewitter sind meist nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Nächste Woche droht zudem eine noch massivere Hitzewelle, die den Erdboden weiter austrocknen könnte.”

Grafik oben: Die möglichen Höchstwerte am kommenden Dienstag in Deutschland, www.wetterdata.de.

 

Jung weiter: „Bisher ist der Juni 2019 im Osten ohnehin schon rekordwarm. So warm war ein Juni im Osten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie. Nächste Woche könnten wir dann das ganz große Drama bekommen: Spitzenwerte von teils deutlich über 35 Grad und kaum Niederschläge, außer die schädlichen Unwetterlagen. Im Süden Europas sind sogar Topwerte bis 45 Grad im Schatten möglich – eine unerträgliche Hitzewelle schwappt da offenbar auf weite Teile Europas über.”

 

Karte des Schreckens: Die Dürre im Gesamtboden geht bis zu 1,8 Metern Tiefe. In den nördlichen und östlichen Landesteilen ist sie bereits jetzt schon sehr extrem…

Quelle: HZU

„Das sieht derzeit in Sachen Dürre schon wieder ganz schön schlimm aus. Den richtig heftigen Nachschlag könnte es aber in der nächsten Woche geben. Dann wäre aus Nordafrika ein neuer Hitzeschub möglich. Und der hat es in sich. Die Temperaturen würden in zirka 1500 Meter Höhe über Südeuropa auf bis zu 30 (!) Grad ansteigen. 30 Grad in dieser Höhe der Atmosphäre ist in der Tat extrem. Das würde unten 40 bis 45 Grad bringen.”

Der Experte weiter: „Bei uns in Deutschland würde es wohl den Süden des Landes treffen. Dort kämen Werte um 20 bis 23 Grad in dieser Höhe an. Damit wären unten Höchstwerte um 35 bis 38 Grad möglich. Die genaue Entwicklung muss man zwar noch abwarten, aber die verschiedenen Wettermodelle rechnen mittlerweile alle relativ ähnlich. Das könnte die Trockenheit nochmal verheerend verstärken, zumal auch kein Landregen in Sicht ist. Waldbrände würden dadurch deutlich begünstigt werden“, warnt Jung.

So geht es in den kommenden Tagen deutschlandweit weiter:

Dienstag: 23 bis 32 Grad, erst überall schön, später Gewitter mit leichtem Unwetterpotenzial

Mittwoch: 24 bis 34 Grad, erst sonnig, dann im ganzen Land sich ausbreitende Gewitter

Donnerstag: 18 bis 31 Grad, Mix aus Sonne, Wolken und einzelnen Gewittern

Freitag: 17 bis 26 Grad, mal Sonne, mal Wolken, örtlich kurze Gewitter

Samstag: 18 bis 25 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, meist freundlich

Sonntag: 23 bis 30 Grad, wieder wärmer und zeitweise freundlich, lokal Gewitter

Montag: 24 bis 35 Grad, sehr warm bis heiß, freundlich, später Gewitter

Dienstag: 27 bis 38 Grad, die Hitze wird groß – Abkühlung nur noch an den Küsten, später Unwetter möglich

Jung: „Die Wetterlage ist derzeit sehr spannend. Alles deutet auf einen deutlich zu warmen Juni hin, im Osten sogar auf einen Rekord-Juni.”

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Ein Kommentar zu “Dürre nimmt im Osten weiter zu

  1. Ich kann es nicht mehr hören – früher nannten wir das Sommer

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