Das Wein-Jahr 2016: Eine Bilanz

Die diesjährige Ernte: Tipps des Wasserburgers Andi Ass direkt vom Winzer

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assPR – Kühle Temperaturen, gemütliche Winterabende, große Festessen mit den Liebsten – die Adventszeit lädt ein zu einem guten Glas Wein, um auf die letzten Wochen eines ereignisreichen Jahres 2016 anzustoßen. Andreas Ass, Inhaber und Geschäftsführer der Wasserburger Markthallen, hat sich bei den Winzern seines Vertrauens umgehört und uns das Resumée der diesjährigen Weinernte sowie seine Geheimtipps für Weinliebhaber verraten …

„Durch das wechselhafte Wetter in diesem Jahr haben viele hochkarätige Weinregionen Einbußen machen müssen,“ berichtet Aß. „In Spanien und Italien fiel die Ernte etwas schlechter als im vergangenem Jahr aus.“

In der Weinregion Apulien in Italien habe man etwa zehn Prozent weniger Wein geerntet als im Vorjahr, weiß der Weinliebhaber. „Auch konnte in den Anbaugebieten in Sizilien aufgrund der Witterung weniger geerntet werden“, so Aß. Die Region Gardasee habe etwas mehr Glück gehabt: Die Ernte war in diesem Jahr wohl so gut, dass eine Preisreduzierung des Trendweins „Lugana“ zu erwarten sei.

Am schlimmsten haben die klimatischen Ereignisse 2016 die französischen Winzer betroffen: „In der Gegend um Champagne haben sich die Ertragsmengen wegen des Niederschlags teilweise um fast 30 Prozent verringert.“ Bei Weinen wie Pinot Noir, Chardonnay oder dem Perlwein Cremont, dem „Champagner der Frauen“, aus den Anbaugebieten Burgund und Loire sei aufgrund des schlechteren Ertrages mit einer satten Preiserhöhung zu rechnen.

Auch die deutschen Winzer hatten es in diesem Jahr nicht leicht: „Das wechselhafte Frühlingswetter sorgte für schlechtere Prognosen, was die diesjährige Weinernte angeht. Man darf aber nicht vergessen, dass die Ernte 2015 hervorragend war. Ein vergleichsweise etwas niedrigerer Ertrag in Anbaugebieten wie Rheinland-Pfalz, Rheinhessen, Mosel oder Franken bedeutet allerhöchstens einen leichten Preisanstieg, nicht aber eine Katastrophe“, verrät der Wasserburger Hobby-Sommelier.

Obwohl sich die Winzer natürlich lieber einen milden Frühling für ihre Ernte wünschen würden und nicht Frost und Hagel wie in diesem Jahr, mache das Qualitätsniveau der Weine dennoch sehr viel Spaß, so Ass. Am besten gefalle ihm, dass auch der Anspruch der Kunden gestiegen sei: „Nicht nur die Männer, sondern auch die Damen haben heutzutage ein sehr gutes Auge für Qualität und wissen diese zu schätzen.“

Und die muss nicht immer teuer sein: Für einen gemütlichen Winterabend empfiehlt Ass beispielsweise den „Doppio passo“ aus Sizilien: „Der Primitivo ist ein hervorragender Rotwein, der durch seinen molligen, warmen und geschmeidigen Geschmack nicht aufdringlich, aber mit einer gewissen Raffinesse ihr und ihm gefallen wird.“

Auch weiß der Kenner eine hervorragende Alternative zum weißen Trendwein „Lugana“. Dieser würde durch seine wachsende Beliebtheit nämlich mittlerweile deutlich über seiner Preisklasse verkauft werden: „Ein ,Custoza‚ vom Gardasee, der einer uralten Traubensorte entspringt, stellt eine ernsthafte Konkurrenz zum ,Lugana‘ dar – er schmeckt etwas weicher und zierlicher und kann qualitativ leicht mithalten, ist jedoch deutlich günstiger.“

Wer einen exquisiten Geschmack für Wein hat und nach einer guten Flasche sucht, die man für einige Jahre im Keller lagern kann, ist mit einem Wein aus Bordeaux, einem der edelsten Anbaugebiete weltweit, gut beraten. „Weine mit Weltruf wie die der Familie Rothschild bewegen sich in einer sehr hohen Preisklasse und sind ,á la bonheur‘. Das Anbaugebiet hatte keine großen Einbußen in der Ernte, weshalb der Jahrgang 2016 sich hervorragend zum Einlagern empfiehlt.“

HF

 

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