Zwischen Hoffnung und Verständnis

Wieder alles dicht in der Gastronomie – Was sagen die Wasserburger Wirte?

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Trennwände aus Plexiglas, Hygienemaßnahmen, Abstandsregelungen in den Gaststätten, luftige Terrassen – alles nicht genug? Ab Montag gilt für die Restaurants, Hotels und Kneipen erneut ein Lockdown. Vier Wochen lang bleiben die Türen verschlossen. Die Wasserburger Stimme hat sich unter den Wirten umgehört.

Kathi Heinrich, Mitinhaberin des Café Central ist frustriert: „Wir hatten ein umfassendes, gutes Hygienekonzept, haben uns an alle Vorschriften gehalten und trotzdem sperren sie zu.“ Sie hofft, dass es nach einem Monat irgendwie weitergeht. Deshalb wird auch niemand entlassen. Die drei Festangestellten gehen in Kurzarbeit, auch die rund 20 der 450-Euro-Kräfte behalten ihren Job. Mit Außerhausverkauf den Lockdown zu überbrücken, davon hält Heinrich nichts: „Mit unserer Innenhoflage sind wir zu abgelegen. Da gibt es wenig Laufkundschaft.“

„Mei, was soll man dazu sagen“, fragt sich Reinhard Heindl, Chef vom Paulaner, angesichts der Lage. Es werde sehr anstrengend werden, so der Wirt, „aber wir müssen durchkommen.“ Der Lockdown sei für jeden bitter. „Es ist aber wichtig, dass die Schulen offen bleiben“, zeigt Heindl ein wenig Verständnis, „wir müssen unbedingt von den hohen Infektionszahlen runterkommen.“ Er versucht auf jeden Fall, seine Mitarbeiter zu behalten. Ob er sein Hotel wenigstens für Geschäftsreisende offen hält, wie es noch erlaubt ist, muss er sich erst überlegen. Heindl: „Wer weiß, ob sich das rechnet.“

Hoffnung setzt Maik Oehlke, Inhaber vom Herrenhaus, auf die 75 Prozent des Umsatzes vom November 2019, die die Regierung den Gastronomen als Unterstützung zugesagt hat. „Das hilft dann schon“, sagt Oehlke, „dennoch schätze ich, dass bis zu 40 Prozent der Gastronomen in Deutschland auf der Strecke bleiben werden.“ Weil das Geschäft im Sommer gut gegangen sei, ist er noch optimistisch. Alle sieben Beschäftigten bleiben an Bord, es wird auch keine Kurzarbeit geben.

Die vier Wochen will Oehlke jetzt nutzen, um gründlich zu putzen und zu weißeln, Marmelade einzukochen und Sirups zu produzieren – um sie auf einem eventuellen Stand am Weihnachtsmarkt zu verkaufen. „Da helfen alle mit.“

Die Notwendigkeit des Lockdowns sieht Oehlke auf jeden Fall. „Wenn es hilft, die Pandemie einzudämmen, ist das der richtige Weg.“ Man sei doch vergleichsweise in einer guten Lage: „Wir könnten auch wie die Flüchtlinge in Moria in einer Papphütte sitzen.“ Seine Gäste haben ihm versichert, nach der Schließung wieder zu kommen. Und weil ja das Weihnachtsgeschäft noch in Aussicht stehe sowie einige Hochzeiten für 2021, ist Oehlke zuversichtlich: „Wir schaffen das!“

Keine wirkliche Überraschung ist der erneute Lockdown für Jakob Hastreiter, Inhaber des Queens: „Das hat sich ja schon am letzten Wochenende abgezeichnet.“ Die Anordnung, dass zuletzt nur noch bis 21 Uhr geöffnet sein durfte, sei ohnehin schon eine Katastrophe gewesen. „Wir hatten 50 Prozent weniger Umsatz.“ Auch er hofft auf die 75 Prozent-Hilfe vom Staat. Die drei Festangestellten gehen dennoch in Kurzarbeit. Erstmals will er To-Go anbieten: „Vielleicht geht was – ich glaub es aber nicht wirklich.“ Die Hoffnung läge jetzt darin, dass im Dezember wieder geöffnet werden darf.

 

 

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25 Kommentare zu “Zwischen Hoffnung und Verständnis

  1. So ein schönes Bild. Aber wo ist das in Wasserburg??????????

    Anm. d. Red.:

    Queens an der Innbrücke

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    1. Hallo Peter, das ist doch egal wo das Bild gemacht worden ist und ich glaube, Ihnen ist nicht klar, um was es hier geht.

      Die Wirte müssen Unmengen Schickanen auf sich nehmen und sind zur Zeit immer die Dummen und nun ist es an der Zeit, dass diese der Regierung mal ihre Macht Zeigen.

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  2. Wer kennt da seine Heimat nicht. Das ist das Unterfärberhaus nicht das Queens!

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    1. Du anscheinend, des is der ehemalige Bruckbrei, jetzige Terrassn vom Queens!!!

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  3. Ungerecht: Gastro hat alle Hygieneregeln umgesetzt und wird jetzt wieder abgestraft.

    Die Verantwortlichen sollten sich diverse Grossbaustellen mal ansehen, ob innen oder außen … kein einziger mit Maske, keine ABSTÄNDE, Arbeiter der verschiedenen Firmen fast aufeinander, Hauptsache die Baubranche läuft, da sieht keiner hin …

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    1. Ein feiner Unterschied ist, dass man in der Baubranche zu jederzeit nachvollziehen kann, wer wann wo gearbeitet hat und auf mögliche Infektionen direkt reagieren kann. Und ohne Bauarbeiter kein Haus, keine Straße, kein Strom, kein Wasser, keine Heizung. Die hätten im übrigen auch mal einen Applaus verdient.

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    2. Tja – da muss man sich wohl auch bei all jenen bedanken, die als Name Donald Duck und als Anschrift Entenhausen angegeben haben.

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  4. @ koa einheimische Da muss ich aber nochmal korrigieren dass es sich schon um die Terrasse vom Queens handelt

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  5. @koa einheimische Wer kennt da die Heimat nicht? 😂Im Hintergrund ist die Einfahrt vom Parkhaus zu sehen es ist das Queens

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  6. Das ist das Queens 🙂 und ich freue mich schon auf Dezember, um wieder auf einen Kaffee vorbei zu schauen (gibt auch lecker Kuchen)! Durchhalten und gesund bleiben 🙂

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  7. Unterauerhaus. Auch keine Eingeborene…

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  8. Ich finde das Foto auch schön und denke, das darf man auch sagen.

    Natürlich geht es nicht darum, aber beim Kommentar von “Gregor” frage ich mich schon, was er mit seinem Kommentar “ES IST AN DER ZEIT, DASS DIESE DER REGIERUNG MAL IHRE MACHT ZEIGEN” meint.

    Ich verstehe die Ängste der Gastronomie, aber als Schikanen sehe ich das nicht, denn da wo sich viele Menschen treffen, ist ein höheres Risiko, die bleiben ja nicht in der Gastronomie sondern gehen dann in Ihre “Welt” zurück und verbreiten dann, nicht absichtlich, aber potentiell das Virus weiter.

    Und ich habe leider in der Wasserburger Altstadt mehrfach erlebt, dass manche sich EBEN NICHT an die bisherigen Vorsichtsmaßen gehalten haben. Beispiel Kontaktlisten = nur Namen ohne Telefonnummer oder Adresse (viel Spass beim Suchen der Kontakte), auch der Abstand in den Räumlichkeiten ist eben nicht immer optimal.

    Zum Kommentar von “Besorgter”
    Ja, wahrscheinlich stimmt das, aber bei den beteiligten Firmen sollte die Kontaktverfolgung ihrer Mitarbeiter leichter sein (sofern alle gemeldet sind, wenn nicht, ist das sicherlich ein anderes Thema)

    Kontaktverfolgung und Kontaktvermeidung glaube ich ist schon wichtig und das funktioniert eben nur wenn, wo immer möglich, alle mitmachen. Und das gilt für ALLE BEREICHE unseres Zusammenlebens.

    Ich denke,die jetzt getroffenen Massnahmen, die ja nicht nur die Gastronomie betreffen, sind gut und vielleicht gehen wir dann beim Weihnachtsbummel auch wieder einen Cafe oder ein Bierchen trinken.

    Darauf würde ich mich freuen!

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    1. Da muß ich zustimmen. Es gab auch in der Gastronomie schwarze Schafe. Leider nicht nur Gäste, die sich unvollständig oder bewußt falsch eingeschrieben haben. Am Land draußen muß es wohl oft mal recht lustig zugegangen sein. Ohne größere Sorge um geltende Regeln. Verpfiffen wird da niemand. Auch nicht von den Besorgten. Dazu ist das Dorfgefüge zu eng. Und da halten dann auch im wirklich alle dicht: “Nee, ich war immer brav daheim. Muß wohl beim Einkaufen passiert sein, oder so.” Aber die Gerüchteküche köchelt. Ich bin auf einem Dorf großgeworden. Ich kann das gut nachvollziehen. In den Städten ist es dann eher mal aufgefallen, gab’s ja das eine oder andere Beispiel.

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  9. Natürlich ist das das Queen’s

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  10. @ Koa einheimische

    Das ist sehr wohl das Queens. Bitte gerne nach dem Lockdown mal vorbei kommen und sich umsehen.
    Falls Sie vom Unterauerhaus sprechen das ist gegenüber.

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  11. @Petralo, ich stimme ihnen voll und ganz zu.

    Ich hoffe, dass wir es zusammen schaffen die Zahlen bald in den Griff zu bekommen. Dann dürfen die Gastronomen auch wieder öffnen. Und dann hoffe ich, dass alle klüger und vorsichtiger sein werden, sich an Vorschriften halten…. Und bis dahin Leute: Essen zum Mitnehmen holen, Gutscheine kaufen,… Das unterstützt mehr wie sämtliche Parolen. Die Regierung wird diese Entscheidung kaum kippen..!

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    1. Die Politik vielleicht nicht, aber die Gerichte leider schon!

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  12. @Luisa, vielleicht?! Aber ich glaubs gar nicht, bisher wurden die Allermeisten dieser und ähnlicher Prozesse in ähnlicher Form vor dem Verwaltungsgericht gewonnen. Die Gesundheit und das Leben sind schon immer noch das wichtigste Gut….

    Mal abgesehen davon halte ich die Debatte für etwas überdramatisiert. Die Wirte werden doch entschädigt und so dolle wären die Umsätze dann der Infektionszahlen, der Sperrstunde,… auch nicht gewesen denk ich mal

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  13. Respekt den hier befragten Gastronom-inn-en für die ausgewogenen Antworten bzw. Reaktionen. Dies ist im Angesicht der Gesamtsituation sicherlich nicht einfach. Wenn der Lockdown(-light) sein Ziel erreicht, eine Reduzierung der Infektionszahlen UND IM ANSCHLUSS EIN VERÄNDERTES VERHALTEN IN SACHEN ABSTAND/MASKE ETC., dann wird in der Gastronomie sicher ein gutes Weihnachtsgeschäft möglich sein. Es sei den Betroffenen gegönnt!

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  14. Fragen über Fragen

    Sorry, aber die Ansteckungsgefahr ist im Ikea doch wesentlich höher als zB beim Sanftl beim Mittagessen, aber Geschäfte dürfen offen bleiben und Gaststätten nicht – verstehe wer will. Es geht auch nicht nur um die Gastwirte selber, sondern auch um die tausenden Angestellten, die auf dieses Geld angewiesen sind und jetzt wieder 4 Wochen nichts bekommen.
    Kulturbetriebe haben ein Haufen Geld in Hygienekonzepte gesteckt und jetzt müssen sie ohne echte Begründung wieder zu machen.
    In vier Wochen werden die Zahlen evtl wieder auf 6-7000 runter gegangen sein – und dann gehts wieder von vorne los. Kommt dann im Januar der nächste Lockdown? Wer soll das alles bezahlen? Die Hunderttausenden, die ihre Existenzgrundlage verloren haben, müssen ja dann weiterhin vom Staat bezahlt werden. Der Virus wird uns noch über Jahrzehnte begleiten, ähnlich wie andere Viruserkrankungen – will man jetzt einen Lockdown nach dem anderen anordnen?

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    1. Der Unterschied ist wohl, dass man sich im allgemeinen in einer Gaststätte länger aufhält als in einem Laden oder Kaufhaus. Auch sind die Räume der Gaststätten meistens deutlich kleiner, so dass sich Aerosole besser ausbreiten können.
      Ich finde es gut, dass die Wirte entsprechend entschädigt werden und hoffe, sie können das weiterhin einigermaßen entspannt sehen.

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  15. @ Frage über Fragen: ich stelle an dieser Stelle zum wiederholten Male eine vollkommen ernst gemeinte Frage. Bisher habe ich keine Antwort bekommen. Was schlagen SIE vor? Was würden SIE tun wenn sie die Verantwortung tragen müssten? Was würden SIE lieber riskieren/vertreten: finanziellen oder gesundheitlichen Schaden? Und immer vor Augen halten, dass es auch einen selber betreffen könnte… Hand aufs Herz! Konstruktive, ehrliche und reflektierte Antworten interessieren mich sehr!

    Ich bin ehrlich: ich würde es nicht entscheiden wollen, habe wirklich Mitleid mit all den Menschen die wirtschaftlich leiden. ABER im Zweifel würde ich mich immer für das Leben und die Gesundheit entscheiden. Mit aller Konsequenz….

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    1. Fragen über Fragen

      Für mich ist es einfach nicht zielführend Gasttätten und Kulturbetriebe zu schließen. Wie gesagt, da hab ich weniger Risiko, als beim Ikea oder Aldi am Sa-Vormitttag. In BGL zB hat der Lockdown null gebracht, die Zahlen sind genauso hoch wie vorher, zeitweise sogar noch höher.
      Ich finde auch die Zahlen der Neuinfizierten recht irreführend: was interessieren mich die Zahlen von denen, die nur leichte oder gar keine Symptome haben? Die sollen einfach zwei Wochen zu Hause bleiben und gut ist. Wichtig sind doch im Moment die, die schwere Symptome zeigen und stationär behandelt werden müssen. Da hat dann zB 700 Neuinfizierte mit schweren Sympthomen mehr Aussagekraft als 18000, von denen sich der große Teil daheim langweilt.
      Ich bin weder ein Leugner noch ein Verschwörungstheoretiker, aber kritisch darf man die Beschlüsse doch wohl noch sehen?

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      1. Ich hoffe, du bist immer der gleiche mit verschiedenen Namen. Denn wenn so viele Leute denken würden, dass positiv getestete ohne Symptome irelevant wären, dann wäre das sehr erschreckend. Gerade die ohne Symptome sind doch die Gefährlichen. Gerade die treffen doch viele Leute, weil sie glauben gesund zu sein und geben das Virus dann an besonders viele Menschen weiter. Und die haben definitiv Viren im Rachen und Atemwege, sonst wäre es ja nicht messbar und sobald die Viren dort sind, kommen sie beim Atmen, Sprechen, Singen, Husten, Niesen heraus. Checkstas?

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  16. @ besorgter
    Wenn da Bau jetzt auch noch eingestellt werden würde dann wäre Feierabend in Deutschland.

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