Zwei spezielle Überholverbote

Von unserer Partner-Fahrschule Eggerl: Der Verkehrstipp der Woche (63)

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Wenn die Führerscheinprüfung schon etwas zurückliegt, stellt sich immer wieder die Frage, wie die ein oder andere Regel im Straßenverkehr lautet. Deshalb klärt das Team der Fahrschule Eggerl an dieser Stelle wöchentlich über Verkehrsfragen auf. Heute geht es um zwei spezielle Überholverbote.


>>Die Straßenverkehrsordnung beinhaltet einige Vorschriften für das Überholen. So darf grundsätzlich nur dann überholt werden wenn:

·        jegliche Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist;

·        jegliche Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist;

·        man mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der Überholte fahren kann oder darf;

·        die Verkehrslage, also auch das weitere Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer klar ist;

·        man beim Überholvorgang keine Fahrstreifenbegrenzung („durchgezogene Linie“) überfahren würde;

·        das Überholen nicht durch die entsprechenden Verkehrszeichen 276 oder 277 untersagt ist.

Darüber hinaus gibt es zwei besondere Situationen, in denen nicht überholt werden darf. Zum einen ist das Überholen im Bereich von Fußgängerüberwegen („Zebrastreifen“) untersagt (§26 Abs. 3 StVO).

Zum anderen darf vor Bahnübergängen nicht überholt werden. Die Straßenverkehrsordnung schreibt nämlich vor: „Der Straßenverkehr darf sich solchen Bahnübergängen nur mit mäßiger Geschwindigkeit nähern. Wer ein Fahrzeug führt, darf an Bahnübergängen vom Zeichen 151, 156 an bis einschließlich des Kreuzungsbereichs von Schiene und Straße Kraftfahrzeuge nicht überholen.“ (§19 Abs. 1 StVO). Das Überholverbot gilt also ab dem Gefahrzeichen „Bahnübergang“ oder an diesem in Kombination mit der dreistreifigen Bake. Der Begriff Kraftfahrzeuge beinhaltet dabei alle motorisierten Fahrzeuge – Fahrradfahrer dürfen also vorsichtig und unter Beachtung der sonstigen Regeln in ausreichendem Abstand vor dem Bahnübergang noch überholt werden.

Beide Vorschriften sollen verhindern, dass beim Befahren von Fußgängerüberwegen und Bahnübergängen die nötige Vorsicht außer Acht gelassen wird. Außerdem soll in beiden Bereichen überhöhter Geschwindigkeit vorgebeugt werden.

Übrigens: Für beide Situationen gibt es auch besondere Park- und Haltverbote. So darf im Bereich von 5 Metern vor dem Fußgängerweg und auf diesem selbst nicht gehalten werden. An Bahnübergängen darf bis zu 10 Meter vor dem Andreaskreuz nicht gehalten werden, wenn dieses dadurch verdeckt wird. Innerorts darf zudem 5 Meter vor dem Andreaskreuz nicht geparkt werden, außerorts sogar 50 Meter davor.<<

 

Fahrschule Eggerl

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8 Kommentare zu “Zwei spezielle Überholverbote

  1. Eine Frage zum Bahnübergang: Als ich den Führerschein machte, hieß es noch, dass z.B. LKW oder Traktoren möglichst ab der 1. Bake stehen bleiben soll, so dass es dem nachfolgenden Verkehr möglich ist, langsam daran vorbeizufahren (überholen) bis zur geschlossenen Schranke. Gilt das nicht mehr?

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    1. Ich dachte sogar, die MÜSSEN da stehen bleiben, obwohl dies fast kein LKW mehr macht

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    2. Bauer der Leiden schafft

      Eigentlich sollte das gar keine Vorschrift sein, sondern der gesunde Menschenverstand.

      Laut Gesetz soll auch das langsamere Fahrzeug (ich denke an Traktor mit Güllefass) dem schnelleren Fahrzeug das Überholen ermöglichen, wo immer es geht. Hier ginge es gut, aber gerade dort wird einem unmissverständlich klar gemacht, dass der systemrelevante Milchbauer unsere Kühlregale befüllen muss, damit wir nicht verhunger müssen. Verhindern von Hungertod geht vor StVO und Anstand.

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      1. Sachlicher Leser

        Was soll dieser Kommentar zum oben stehenden Artikel denn inhaltlich konkret vermitteln?

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        1. lesenalleinreichtnicht

          Es scheint mir eine Antwort auf den darüberliegenden Kommentar zu sein und nicht auf den Artikel…

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    3. Vorm Bahnübergang macht das sogar hin und wieder einer.
      Ob das daran vorbei fahren dann allerdings “legal” ist weiß ich auch nicht.

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    4. Fahrschule Eggerl

      Liebe Frau Winkler,

      diese Vorschrift gab es früher tatsächlich. Demnach mussten Lkw über 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse und Züge (also Fahrzeugkombinationen wie Traktor + Anhänger) außerhalb geschlossener Ortschaften ab der einstreifigen Bake warten, wenn dadurch anderen Fahrzeugen das Überholen ermöglicht werden konnte. Diese Regelungen wurde allerdings zum 01.09.2009 ersatzlos gestrichen.

      Auch wenn einige Fahrer die Regel noch anwenden, sollten sie lieber hinter dem entsprechenden Fahrzeug stehen bleiben. Auch das Vorbeifahren an einem Fahrzeug, das an einem Bahnübergang wartet, gilt als Überholen und ist somit nach aktuellen Rechtsstand verboten.

      Danke für die interessante Frage und viele Grüße!
      Das Team der Fahrschule Eggerl

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  2. Ist der Kommentar wirklich ernst gemeint? Was hat denn die StVO mit Landwirtschaft, Systemrelevanz und verhungern zu tun? Dass man aus Allem und Jedem eine Landwirtschaftsdiskussion machen muss ist ja schon fast zwanghaft….und schön langsam arg lächerlich!

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