„Zustände sind katastrophal”

Blockabfertigung: Ludwig fordert Einschreiten der Verkehrsminister

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Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig will die kilometerlangen Staus und massiven Verkehrsbehinderungen in der Region durch die Blockabfertigung in Tirol nicht mehr hinnehmen. Sie forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer zu sofortigen Gesprächen mit der Tiroler Landesregierung auf.

In ihren Schreiben bezeichnet Ludwig die Zustände als „unhaltbar und katastrophal”. Sie sehe sich deshalb gezwungen, einen mehr als eindringlichen Appell an die beiden Minister zu richten. „Seit Jahren drangsaliert die Landesregierung von Tirol die Bevölkerung im Landkreis Rosenheim mit den Blockabfertigungen“, schreibt die heimische Wahlkreisabgeordnete wörtlich. Die Tage, an denen die Blockabfertigungen stattfinden, hätten in den letzten Jahren deutlich zugenommen. „Im Jahr 2018 waren es 25 Tage, im Jahr 2019 bereits 32 Tage und in diesem Jahr 35 Tage. Mit Grauen schauen unsere Gemeinden und die betroffenen Bürgerinnen und Bürger auf die Bekanntgabe des neuen sogenannten Dosierkalenders. Allein dieses Wort taugt schon zur Wahl zum Unwort des Jahres, wenn wir für 2020 nicht schon eines hätten.“

Der vergangenen Mittwoch sei ein neuer Höhepunkt des Verkehrsboykotts der Tiroler Landesregierung gewesen. Die LKW hätten sich auf einer Länge von 80 Kilometern auf der Autobahn A 8 gestaut. „Sämtliche Durch- und Zufahrten in den anliegenden Gemeinden waren dicht“, so Daniela Ludwig weiter. „Die Situation ist mittlerweile niemandem mehr zumutbar.“ Direkte Gespräche mit Tirol seien deshalb dringend erforderlich. Sollte es keine vernünftige Lösung auf dieser Ebene geben, sollten Bund und Land über entsprechende Gegenmaßnahmen nachdenken.

 

Foto: Georg Barth

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9 Kommentare zu “„Zustände sind katastrophal”

  1. Das kommt dabei heraus, wenn sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung in Sachen Verkehrspolitik versucht. Null Sachkenntnis, dafür populistische Polemik. Jeder der sich zu diesem Thema wirklich sachkundig macht, kommt an der Feststellung vorbei, dass die Tiroler ‘Dosierungsmaßnahmen’ den Schwerlastverkehr betreffend, unter anderem gesamteuropäische n Umwelt(schutz)vorgaben folgen (müssen). Darüber hinaus wird eine Lösung des Problems auch nur im europäischen Rahmen möglich werden. Mindestens aber länderübergreifend wie zwischen Österreich und Italien mit dem gemeinsamen Bau des Brennerbasistunnels. Mit dem Ziel den Schwerverkehr auf die Schiene zu bringen. Frau Ludwig sollte lieber einmal nachhaken wieso der Brenner Nordzulauf auf deutschem bzw. bayerischem Gebiet noch nicht einmal die erste Hürde des Planfeststellungsverfahrens hinter sich gelassen hat. Vielleicht gelingt es ihr ja auch die “Heimatschützer” von der offensichtlichen Notwendigkeit dieses Projektes zu überzeugen, bevor diese weiterhin mit allen möglichen Eingaben etc. ein schnelleres Resultat in dieser Frage verhindern. Wer den Verkehrskollaps verhindern will, kommt an der Schiene nicht vorbei. Wer die Schiene nicht will, muss weiterhin mit den bekannten Zuständen leben. Das Österreich / Tirol sich dagegen zur Wehr setzt ist legitim, zeitgemäß und zukunftsorientiert.

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    1. Michael Drechsler

      Lieber denkt man über eine 10-spurige Autobahn nach – haben die Lkw`s mehr Platz zum parken.

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  2. Vielen Dank für diesen hervorragenden Kommentar. Der unfähigste Verkehrsminister aller Zeiten soll richten,was seine unfähigen Vorgänger Ramsauer und Dobrindt mit verursacht haben.

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  3. Sehr guter Kommentar!
    Das traurigste ist, Frau Ludwig hat auch null Sachkenntnis in dem ihr zugeteilten Resort als Drogenbeauftragte.

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  4. Wird langsam Zeit, dass diese Experten auch einen entsprechenden Ausbildungsnachweis für ihren gewünschten Job vorlegen müssen.
    Sonst halt nix mit Polit Mgmnt.
    Gilt auch für Berlin in den oberen Etagen.

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  5. Ich kann es nur wiederholen, bereits 2019 hat Frau Ludwig (damals verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion!) sich geäußert das es so nicht geht was Tirol macht. Die Pressemitteilung ist auf ihre Seite von der CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag noch vorhanden. (Pressemitteilung vom 10.07.2019).
    Was ist seitdem passiert? -NIX-
    Ganz ehrlich, der Tiroler Landeshauptmann macht was, Deutschland labert nur und sieht zu. Machen, nicht Denken Frau Ludwig! Das wäre ihre Pflicht für die Region!
    Manchmal glaube ich nur, dass solche Berichte in den Medien stehen damit man wieder im Gespräch ist, weil an Taten kann man Politiker manchmal schlecht messen.

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  6. Burgerfeldbewohner

    Ich kann mich nur anschließen. Danke für den gut geschriebenen und sachlich vollkommen richtigen Kommentar. Jetzt sieht man, was raus kommt, wenn man seit Jahren an der Autobahn als Verkehrsmittel Nr. 1 festhält. Natürlich kann nicht den ganze Schwerlastverkehr auf die Schiene verfrachtet werden. Man sieht allerdings in Tirol, bzw. Österreich und Italien, dass man inzwischen gemerkt hat, dass die Schiene doch eine Alternative ist. In beiden Ländern wird schon seit Jahren am Brenner Basis Tunnel gebaut, und was passiert auf unserer Seite?
    Natürlich kann ich die Gemeinden im Inntal verstehen, dass sie dem Brennerzulauf kritisch gegenüber stehen. Der Schwerlastverkehr auf der Straße wird aber sicherlich in den nächsten Jahren nicht weniger werden.
    Wie schon oben gesagt, sowas passiert hält, wenn man seit Jahren an der Autobahn festhält und keine Alternativen zulässt. Es müsst hält auch vom Bund mehr getan werden, den Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Aber das will man anscheinend gar nicht. Lieber schimpft man auf die Tiroler, anstatt mal selbst was zu tun.

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  7. Es ist ja gut, wenn die Bevölkerung des Inntals die Auswirkungen der Blockabfertigung zu spüren bekommt. Am Donnerstag brauchte ein LKW von 500 m vor Ausfahrt Kiefersfelden bis Kufstein -Nord über 2 Stunden. Österreich hat hier bewusst aufgestaut um einen möglichst langen Rückstau auf deutscher Seite zu provozieren. Die Ausrede für die Sicherheit auf österreichischen Strassen ist ein an den Haaren herbeigerufener Vorwand.
    Die Baufirma für den Brennerbasistunnel hat gekündigt und eine Neuausschreibung wird 3 bis 5 Jahre Verzögerung bringen. Eigentlich sollten wir die Planung des Nordzulaufs von der Aufhebung der Schikanemassnamen abhängig machen. Eine andere Sprache versteht das kleine diebische Bergvolk nicht. Kein Urlaub in Österreich

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  8. Ich denke da hilft nur eines und das wäre auch ganz einfach, Blockabfertigung für LKW´s auch in Deutschland.
    Dann würde es in die andere Fahrtrichtung den Stau in Österreich geben!

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