„Zusammenarbeit nicht mehr möglich”

Steinhöring: Jugendfürsorge nimmt Stellung zur Kündigung von Dr. Hanslmeier-Prockl

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In einer zweiseitigen Erklärung hat heute die Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising zur Kündigung von Dr. Gertrud Hanslmeier-Prockl (Foto) Stellung bezogen. Hanslmeier-Prockl war neun Jahre lang Gesamtleiterin des Einrichtungsverbund Steinhöring (EVS) gewesen und genoss dort große Beliebtheit. Für ihre Kündigung hatte die Jugendfürsorge herbe Kritik – auch aus der Kommunalpolitik – einstecken müssen (wir berichteten). Dazu gab es heute folgende Stellungnahme aus München:  

„Wie bereits bekannt, hat die Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising der bisherigen Gesamtleiterin des Einrichtungsverbunds Steinhöring, Dr. Gertrud Hanslmeier-Prockl, gekündigt. Dies geschah aufgrund unüberbrückbarer Differenzen, die trotz intensiver Bemühungen der Vereinsführung in einer Vielzahl von Gesprächen nicht ausgeräumt werden konnten. Es wurde bereits eine Interimslösung gefunden, bis die Stelle neu besetzt wird.”

Die Entscheidung zur Kündigung hätten Aufsichtsrat und Vorstand der KJF einstimmig beschlossen, heißt es weiter in der erklärung. „Über diese Personalie hatten der Vorstandsvorsitzende der KJF, Bartholomäus Brieller, und der KJF-Vorstand Bastian Eichhammer am 20. Mai in einer internen Mail die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert. Die Entscheidung kam zwar für Insider und Führungskräfte nicht unerwartet, mancher Mitarbeiter an der Basis wurde aber vielleicht davon überrascht.”

Vorstand und Aufsichtsrat hätten sich diese Entscheidung nicht leichtgemacht. „Leider gelang es nicht, die Differenzen auszuräumen. Worin diese bestanden, darüber kann aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts mitgeteilt werden.

„Ungerechtfertigte Anwürfe”

In der Erklärung heißt es weiter: „Seit dieser Entscheidung sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats diversen ungerechtfertigten Anwürfen ausgesetzt, unter anderem von Seiten der Politik. Die KJF betont, dass es nie an der Bereitschaft zu konstruktiven Gesprächen mit Frau Dr. Hanslmeier-Prockl gefehlt hat, und es auch weiter nicht an dieser Bereitschaft fehlen wird. Ein gedeihliches Miteinander setzt aber den ernsthaften Willen zur vertrauensvollen Zusammenarbeit voraus. Da alle Versuche, zu einer Einigung zu kommen, erfolglos blieben, gab es keinen anderen gangbaren Weg als die Entlassung von Frau Dr. Hanslmeier-Prockl.”

Und weiter: „Da der Einrichtungsverbund Steinhöring über ein gutes Stellvertreterteam verfügt, werden die Geschäfte auch nach der Trennung von Dr. Hanslmeier-Prockl gut weitergeführt werden. Zudem wird ab 3. Juni das Stellvertreterteam von einem externen Interim-Manager unterstützt werden, bis die Stelle neu besetzt ist. Der Vorstand der KJF würde sich wünschen, dass diesen Führungskräften die Chance geben wird, zu zeigen, dass im Einrichtungsverbund nach wie vor eine gute Arbeit geleistet wird.”

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19 Kommentare zu “„Zusammenarbeit nicht mehr möglich”

  1. “Aus datenschutzrechtlichen Gründen” kann nichts Näheres mitgeteilt werden? Aha!
    Die LeserInnen erwarten sicher keine intimen Details, aber die Bevölkerung hat doch ein gewisses Interesse, was da in der Einrichtung Steinhöring vor sich ging und ob und inwiefern Menschen mit Behinderung betroffen sind.

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  2. Bedeutet übersetzt: Gerti war nicht bereit die Meinung der Schreibtischherren zu teilen. Das geht natürlich nicht. Ich bin ja gespannt ob sie vor dem Arbeitsgericht heute Nachmittag recht behalten. Wobei es nur verständlich wäre wenn Sie inzwischen auch keine Lust mehr auf eine Zusammenarbeit hätte.

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  3. Die Vertrauensfrage sollte ausgehend von den Mitarbeitern, Bewohnern und Eltern gestellt werden das sind viele viele mehr die mit einem Menschen Frau Dr. Hanslmeier-Prockl können als diese veraltete scheinheilige Vorstandschaft.
    EIN GRUND MEHR AUS DER KIRCHE AUSZUTRETTEN
    DA SIE IMMER NOCH NICHT FÜR DIE VIELEN MENSCHEN SIND SONDERN NUR DER KLEINE KREIS IST WICHTIG
    EINE NEUE VORSTANDSCHAFT ZEITGEMÄS UND OFFEN FÜR DIE MENSCHEN

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  4. Da soll jetzt mal Kardinal Marx dazu Stellung nehmen.
    Ich mein ja nur, wegen der ach so groß geschriebenen christlichen Nächstenliebe.
    Ich hoffe, das jetzt viele Menschen erkennen, dass die katholische Kirche nicht mehr fähig ist, Entscheidungen zu revidieren.
    Ich sags nochmal. Psychischer Missbrauch, sexueller Missbrauch und Unglaubwürdigkeit, ist in der katholischen Kirche zu Hause.

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  5. Die Vorgehensweisen des Herr Brieller seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Katholische Jugendfürsorge München-Freising:

    1. Gebot: Erhalte die Macht
    2. Gebot: Vermehre Geld
    3. Gebot: Sammle so viel Spenden um noch mehr Geld zu bekommen
    4. Gebot: Zieh ein weißes Hemd an und sei bei den Gläubigen immer freundlich und sprich weiße Worte ohne sich zu positioniern
    5. Gebot: Geh in diese Kirche und sein andächtig
    6.Gebot: Erhalte die Macht sammle Geld und sorge dafür das bedrohliche weibliche andersgläubige innovative Gesamtleiterinnen dir dabei nicht im Weg stehen
    7. Gebot: Bleib Sturr enrgegen aller Meinungen aus Politik, Personal, Wirtschaft etc. und dann mach nix und schau zu

    … was dazu führen kann dass dich die Angestellten (immer voller Engagement für die Menschen mit Behinderung) nicht mehr unterstützt
    Dass es noch mehr Kirchenaustritte geben wird! Was vollkommen in Ordnung ist bei diser Kirche!
    Dass junge HEP`s diese wunderbare Einrichtung im Münchner Osten meiden! Was wirklich SCHADE ist weil GREAT PLACE TO WORK ausgzeichnet
    Dass ältere wohlhabende Damen ihr Geld nicht mehr Einrichtungen der Behindertenhilfe spenden die eh KEINE LOBBY haben sondern das Geld in Tierheime etc. fließt

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  6. Bravo meine Herren Vorstände, eine weitere Glanzleistung im Dienste der Kirche. Wenn’s unbequem wird, muss man sich was einfallen lassen.
    Da ist es egal, was so eine Entlassung für Konsequenzen hat. Hauptsache die Kohle stimmt und die Speziwirtschaft läuft weiter.
    Ich glaube, wenn’s nicht so tolle Chefs wie die Gerti geben würde, könnte die Kirche schon lange einpacken. Da möcht keiner mehr bei einem kirchlichen Träger arbeiten….

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  7. Ein Mitarbeiter

    Der Vorstand und Aufsichtsrat zeigte mit seinen Reaktionen in einer Besprechung mit Verantwortlichen aus Steinhöring sein großes Interesse durch Schnupftabak-Konsum, Handynutzung, kolerischen Zwischenrufen, Wortbrüchen zu Vereinbarungen und Rücknahme der Zusage, den Stoanaringer Verbundleuten persönlich vor Ort die Mitteilung zu machen!

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  8. Interessant, alles was hier über die Kirche geschrieben wird (und meine Zustimmung findet), könnte man auch 1 zu 1 auf die CSU ummünzen:

    Spezlwitschaft, Machterhalt, alte Herren die das Sagen haben.

    Beides ersetzen! Söder, Seehofer, Marx und Konsorten mal auf Ibiza schicken und die GoPros laufen lassen. Aber vorher die Kinder dort wegsperren!

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  9. @Herbert Hof,

    … Münchner Medien berichten, dass Landrat Robert Niedergesäß (CSU), der Landtagsabgeordnete Thomas Huber (CSU), die Europaabgeordnete Angelika Niebler (CSU), der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz, die Landtagsabgeordnete Doris Rauscher (SPD), die frühere Sozialministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Christa Stewens (CSU) sowie die beiden Bezirksrätinnen Ottilie Eberl (Grüne) und Susanne Linhart (CSU) an Kardinal Reinhard Marx geschrieben haben und um Rücknahme der Kündigung bitten.
    Sie schlagen Prof. Dr. Egon Endres als Vermittler vor.

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  10. Es scheint noch Hoffnung zu geben. Gerti kämpft für Ihre Rückkehr und auch die gesamte Mitarbeiterschaft! Das nun die Politik mitzieht ist super. Ich hoffe am Ende müssen die richtigen ihren Hut nehmen.

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  11. Die katholische Jugendfürsorge wird auch mit “öffentlichen Geldern” finanziert.

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  12. Ein Münchner Medium berichtete, dass die Finanzierung des Baus des neuen Hauses am Fendsbacher Hof im Landkreis Erding auch Dank des Geldes aus dem Landesbehindertenplan gelingen konnte. Gemeinden sind Mitglieder im Förderverein.

    Wer zahlt schafft an!

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  13. @Akelei:
    Denke das könnte der letzte Ausweg werden;
    wenn sie diese Kirche besinnt und ihre Botschaft die sie sonst verbreiten möchte hier mal von sich aus auf eine Person anwendet die es WERT ist und auch
    schon bewiesen hat das sie viel innovatives tut für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung/Inklusion.
    Danke für deinen Hinweis ausm Merkur!
    Ich finde es absolut beeindruckend dass sich die Politik in dieser Breite erstmals für das Richtige einsetzt.

    Jetzt kann die Kirche liefern und einen “Dritten Weg” ansteben, den sie sonst immer bei festgefahrenen Situationen bevorzugt.
    MAVen können hier Lieder singen! 😉

    Mein Dank geht erstmals an einen Partei die ich sonst nicht unterstütze die csu, dass sie hier mitgeht und zwar ganz vorne.

    Gib niemals Gerti!!!
    Dein Weg is da Richtige

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  14. Gib niemals auf Gerti; sollte es heißen (rot werd :-))

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  15. Irene Mitarbeiterin

    Danke euch allen. Es tut so gut soviel Solidarität zu spüren. Die Evs Gemeinschaft hält fest zusammen und von außen kommt soviel Gutes wir bleiben dran und kämpfen um unsere Gerti. Es ist noch einiges geplant.

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  16. Stein Angelika

    Wir sind entsetzt über das sture Verhalten alter Männer und der kath. Kirche im Besonderen, einer hoch qualifizierten, warmherzigen Frau gegenüber, wie Frau Dr Hanslmeier es war. Und auch hoffentlich für Steinhöring und unsere Kinder wieder sein wird. Wir und unsere gesamte Familie stehen voll und ganz hinter Frau Dr Hanslmeier Angelika Stein und Familie

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  17. Hallo, ich bin definitiv gegen die Kündigung!!.. eine so große u erfolgreiche Instudition, die schwarze Zahlen schreibt u eine gute Stimmung wiederspiegelt zu führen, sollte gewürdigt u erstmal erreicht werden!!..- diese Situation kann Mann nicht akzeptieren!!👍👍🙏💪.. Kopf hoch

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  18. Ich habe gerade gelesen, dass es zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der KJF kommen soll. In der soll es um Kündigungen von höheren Mitarbeitern in den letzten 20 Jahren gehen, bei denen hohe Abfindungsummen geflossen sein sollen, um die Notwendigkeit externer Berater und um möglicherweise unzuzlässige Immobilienverkäufe.

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  19. unzulässig hätte es heißen sollen
    Mitglieder des Trägervereins haben die Rücknahme der Kündigung beantragt und eine detaillierte Fragenliste an den Aufsichtsrat vorbereitet.

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