Zum zweiten Advent …

Wachszieher und Lebzelter: Ein alter Handwerksberuf, der in Wasserburg eine lange Tradition lebt

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Jetzt im Advent, da ist sie da – die Zeit, in der man sich am späteren Nachmittag oder am Abend auf eine Tasse Tee freut. Bei Kerzenlicht und dazu vielleicht einen Lebkuchen. Das wäre nun genau die Stunde des Wachsziehers und Lebzelters. Wer kennt eigentlich noch diesen Handwerksberuf, der zu den ältesten Berufen in Bayern zählt? In Wasserburg wurde dieses Handwerk unter anderem von der Familie Surauer ausgeführt. Heute das Oberhaus des Gewandhauses Gruber, im ehemaligen Stammhaus der Surauer …

Was produzierten sie? Zum einen Kerzen und zum anderen Lebkuchen. Diese Berufsgruppe nutzte Bienenprodukte, nämlich das Wachs und den Honig.

Die Surauer hatten großes Ansehen in der Bürgerschaft. Der Einfluss speiste sich vor allem aus dem wirtschaftlichen Erfolg und der politischen Bedeutung der Familie. Über Generationen hinweg stellten sie Ratsherrn und Bürgermeister, zeitweise kontrollierten sie den Honighandel in der Region.

Im Museum Wasserburg findet sich eine Vielzahl von Holzmodeln, sie dienten zur Herstellung von Votiv-und Weihegaben. Andere wiederum gebrauchte man zur Lebkuchenherstellung.

Das „Wasserburger Rössl“ zählt wohl zu den bekanntesten Votivgaben und war noch lange Zeit in den Wasserburger Haushaltungen als Schmuckstück zu finden. Es ist wohl anzunehmen, dass es sich um ein wertvolles Reitpferd handelte, welches es zu schützen galt oder dass dieses Rössl als Weihegabe die Pferde im Stall und bei den Schiffszügen vor Unheil bewahren sollte.

Einer bei dem man diese Rarität noch unter Umständen erwerben kann, ist der Wachszieher und Lebzeltermeister Helmut Stark. Seine Werkstatt mit Geschäft befindet sich in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Surauer Hauses am Marienplatz.

Seit geraumer Zeit fertigt die Confiserie Dengel aus Rott ein ähnliches Rößl in Schokolade an. So bleibt, im Süßen, noch ein Abglanz der Tradition von einst erhalten.

ikd

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