„Zum ersten Mal daheim gefühlt”

Heute rührende Verabschiedung von Schulleiter Peter Rink am Luitpold-Gymnasium

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Die Turnhalle des Wasserburger Luitpold Gymnasiums war feierlich hergerichtet und am heutigen Vormittag besonders gut besucht. Repräsentanten der Kommunalpolitik, örtlicher Institutionen und Vereine, die Rektoren umliegender Schulen, Lehrerkollegen, Schüler, seine Familie und enge Freunde – alle waren gekommen, um Peter Rink nach 14 Jahren als Schulleiter Lebewohl zu sagen.

Zu Beginn zeigten die Schüler einen Film, ein Interview, das sie mit ihrem Schulleiter geführt hatten. Sie fragten ihn nach seinem schulischen, akademischen und beruflichen Werdegang, der den gebürtigen Berliner in die verschiedensten Teile Deutschlands und der Welt brachte. Besonders die Zeit in Ägypten und im Libanon habe ihn geprägt, doch in Wasserburg habe er sich „zum ersten Mal daheim gefühlt. Die Menschen, die hier wohnen und die Offenheit, die sie an den Tag legen, haben mich von Anfang an beeindruckt”, so Rink im Video.

Wie gut er sich in Wasserburg eingelebt hat, wurde auch bei den Dankesreden deutlich, die einige Politiker und Vertreter des Gymnasiums selbst an ihn richteten. Die meisten waren mit ihm nach all den Jahren per Du, spickten ihre Erzählungen mit privaten Anekdoten und lobten seine immerwährende Kollegialität.

 

So auch stellvertretender Landrat Josef Huber, der Rink sogar scherzhaft das größte Lob aussprach, das man von einem Bayern erwarten kann: „Ned olle Preißn san verkehrt.” Er habe das Luitpold Gymnasium durch seine Arbeit geprägt und den Schülern und Lehrern neue Impulse und Möglichkeiten gegeben, ihr Potenzial zu entfalten. So habe er beispielsweise den Italienischunterricht, die Theatergruppe und zahlreiche Schülerwettbewerbe initiiert und zusammen mit dem Kollegium zu Beginn seines Amts eine Schulverfassung erarbeitet für ein aufrichtiges und freundliches Miteinander unter allen, die Teil des LGWs sind. Auch einen Schulleiterstammtisch habe er ins Leben gerufen.

 

„Das alles zeigt, dass du keine angehobene Berührungsangst hast, sondern, dass du Lehrer und Schulleiter aus Überzeugung bist”, so Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl.

 

Den bleibenden Eindruck, den Peter Rink am Gymnasium hinterlassen werde, hob auch der CSU-Landtagsabgeordnete Otto Lederer hervor. Rink habe dem Luitpold Gymnasium zu einem äußerst guten Ruf verholfen, was nicht zuletzt auch den engagierten Lehrkräften zu verdanken sei, und seiner Nachfolgerin, Verena Grillhösl, ein „würdiges Erbe” hinterlassen. „Ich bin überzeugt, dass Sie hier die besten Voraussetzungen vorfinden werden, damit auch in Zukunft hier Bildung groß geschrieben wird”, so Lederer.

Auch die Schüler, der Elternbeirat und nicht zuletzt seine Kollegen traten Rink mit größter Wertschätzung und Dankbarkeit entgegen. So betonte die Schülersprecherin Alina Neukam, dass man mit ihm immer „auf Augenhöhe reden konnte” und er stets ein offenes Ohr für die Belange der Schüler gehabt habe.

 

Der Elternbeirat plauderte per Drehorgel-Lied aus dem Nähkästchen. „Dazwischenreden ist dem Peter ein echter, großer Graus. Da wennst ned aufhörst, wird er zwieder und schimpft dich richtig aus. Ja, das ist unser Peter, der Chef vom LGW”, dableckten sie ihn mit einem großen Augenzwinkern. Rink nahm’s mit Humor und genau den wussten insbesondere seine Lehrerkollegen stets zu schätzen.

 

 

Rudi Kreiner, der Vorsitzende des Personalrats, erzählte anekdotisch, wie sich das Lehrerkollegium 2005 „dem Neuen” annäherte. Zu Beginn habe man ihn genaustens beäugt und dabei schnell gemerkt, dass sich Rink nicht durch Strenge und Autorität auszeichnen wolle, sondern durch ein kollegiales und vor allem auch humorvolles Miteinander. „Wahrscheinlich blädlt er gern”, waren sich die Lehrer bald in ihrer Einschätzung einig. Diese Eigenschaft habe nicht nur zur Erheiterung im Lehrerzimmer oder auf Betriebsausflügen geführt, sondern auch über weniger erfreuliche Ereignisse hinweggeholfen.

Peter Rink selbst war sichtlich gerührt von den vielen lieben Worten und Geschenken, die ihm entgegen gebracht wurden. Er hielt bei seiner Abschlussrede immer wieder kurz Inne und rang um Worte, seine Dankbarkeit gegenüber seiner Familie, den Lehrerkollegen und allen anderen Mitgliedern der Schulgemeinschaft zum Ausdruck zu bringen. „Ihr alle habt mir geholfen, dem Luitpold Gymnasium zu dem zu verhelfen, was es heute ist: Eine traditionsverbundene, aber moderne Schule, die ein Auge hat auf die seelische Gesundheit ihrer Menschen.”

Auch wenn er ein lachendes und ein weinendes Auge habe, auf seine Zeit im Ruhestand freue er sich nun. „Weniger Termine, mehr Zeit für mich selbst und vielleicht auch das ein oder andere ehrenamtliche Projekt, aber bitte nicht zu viel.” Ein Satz, den er zu Beginn im Video sagte und der immer wieder aufgegriffen wurde, bringt es vermutlich am besten auf den Punkt: „Ich möchte zwar keinen Tag an dieser Schule missen, aber ich hoffe dass ich auch die Schule keinen Tag vermissen werde.”

 

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