Zuchterfolg erstmals in Deutschland!

Meilenstein im Projekt „Bachmuschel in der Murn“ mit Landschaftsarchitekt Niederlöhner

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In Zusammenarbeit mit der TU München gelang jetzt erstmals in ganz Deutschland ein Zuchterfolg: Im Auftrag der Regierung von Oberbayern betreut seit nun fünf Jahren das Landschaftsarchitektur-Büro Niederlöhner in Wasserburg als Koordinator das BayernNetzNatur-Projekt „Bachmuschel in der Murn“. Hier arbeiten verschiedene Akteure aus Naturschutz, Fischerei, Forst, Ämtern und Verbänden sowie Privatpersonen gemeinsam daran, den Bachmuschelbestand im Einzugsbereich des Flusses Murn im nordwestlichen Teil des Landkreises Rosenheim zu erhalten und zu fördern.

In einer Kooperation von Fischwirt Egidius Schulz, dem Projektbüro und der Koordinationsstelle für Muschelschutz der Technischen Universität München ist es nun erstmals gelungen, junge Bachmuscheln unter kontrollierten Bedingungen zu züchten.

Der komplexe Fortpflanzungszyklus dieser Muschel hat deren Zucht in Deutschland bislang trotz vieler Versuche verhindert. Jetzt gelang die Nachzucht auf dem Gelände von Egidius Schulz in der Nähe von Pang, einem Ortsteil von Rosenheim, unter Verwendung mehrerer Tausend Nasen und Aitel als Wirtsfische.

Die etwa 200 gezüchteten Jungmuscheln werden bald in geeigneten Gewässerabschnitten der Murn ausgesetzt. Dort sollen sie zur Erholung und Vergrößerung des Bachmuschel-Bestandes beitragen.

Der Zuchterfolg stellt somit nicht nur einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Stärkung der Bachmuschel-Population in der Murn dar, sondern markiert auch einen Meilenstein in der Forschung an der bedrohten Süßwassermuschel.

Die Bachmuschel (Unio crassus) ist ein seltener Bewohner bayerischer Fließgewässer geworden. Sie war bis Mitte des 20. Jahrhunderts in den Bächen und Flüssen Deutschlands noch weit verbreitet. Seitdem sind die Bestände bundesweit stark rückläufig. Die Art ist auf der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten als „vom Aussterben bedroht“ geführt.

Gründe hierfür sind beispielsweise die Verschlechterung der Wasserqualität, der nicht naturverträgliche Ausbau von Gewässern sowie der „Fraßdruck“ durch den (vom Menschen eingeführten) Bisam.

Durch ihren hohen Anspruch an Wasserqualität und Lebensraum gilt die Muschel als Indikator für naturnahe, wenig belastete Gewässer. Den verbleibenden Bachmuschelbeständen in Bayern kommt durch die Beschränkung der Art auf Europa eine große Bedeutung zu.

Foto: Niederlöhner

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