„Zu aufwändigem Verfahren gezwungen”

Nach erneutem Unfall an gefährlichem Bahnübergang in Viehhausen: Bürgermeister Kölbl nimmt Stellung

image_pdfimage_print

Umfangreiche Beratungen in den kommunalen Gremien über Jahre hinweg, eine Online-Petition mit rund 6000 Unterschriften und jede Menge Schriftverkehr – der gefährliche Bahnübergang in Viehhausen ist seit vielen Jahren Thema in Wasserburg und Edling. Gestern erfasste dort erneut ein Zug einen Pkw (wir berichteten). Zum Glück ging der Unfall diesmal relativ glimpflich aus. Die Rufe nach einer Schranke werden indes nicht weniger. In Planung ist der Ausbau des Bahnübergangs seit mehr als drei Jahren. Doch es gibt nach wie vor ein entscheidendes Hindernis:

„Es liegt weder an der Gemeinde Edling, noch an der Bahn und auch nicht an der Stadt Wasserburg, dass der Ausbau des Bahnübergangs stockt”, sagte heute Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl. „Es liegt an Forderungen der Anlieger, die die Grundstücksverhandlungen bisher scheitern ließen.” Die Bahn habe deshalb in ein aufwändiges Planfeststellungsverfahren gehen müssen. „Mit den entsprechenden Grundstücken hätte ein deutlich kürzeres Plangenehmigungsverfahren ausgereicht”, so Kölbl, der nochmals ausdrücklich betonte: „An uns liegt es nicht, dass da nichts vorwärts geht. Wir bedauern das besonders vor dem Hintergrund der Unfälle an den Bahnübergang sehr.”

 

Lesen Sie auch:

 

Wieder Unfall am Bahnübergang

„Lichtzeichen funktionierte einwandfrei”

Die Bahn ist am Zug

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

11 Kommentare zu “„Zu aufwändigem Verfahren gezwungen”

  1. Wenn ich Grundstückseigentümer wäre und zur Sicherheit meinen Beitrag leisten könnte, dann stellt sich doch eigentlich keine Frage. Manchmal sollte man persönliche Bedürfnisse hinten anstellen.

    Antworten
    1. Die beste Lösung wäre, bis zu Bau der Schranken, wenn ein Ampelsystem in Verbindung mit dem Leuchtsignal im richtigen Höhenabstand neben der Straße, jeweils ca. 10-15 Meter davor jeweilig aufgestellt wird, wie in Reitmehring am Übergang. Dann wäre auch das Problem mit der Sonne, bzw. der Lichteinstrahlung ausser Kraft.
      So als kleiner Denkanstoss 😉

      Antworten
      1. Die Idee klingt gut, aber ich versuche jetzt mal, mit meinen laienhaften Kenntnissen im Eisenbahnrecht zu erahnen, was dabei rauskäme: nachdem die Ampelanlage in Verbindung mit dem Eisenbahnsignal steht, wäre dies eine technische Änderung des Bahnüberganges, die – weil die Ampel ja 10-15 m vom Bahnübergang weg und damit auf Fremdgrund steht – ein Planfeststellungsverfahren benötigt. Und damit wären wir wieder so weit, wie wir schon sind.
        Ich bin aber tatsächlich auf dem Gebiet Laie und würde mich gerne täuschen.

        Antworten
  2. Der Gehwegbau von Reitmehring nach Viehhausen scheitert auch an Grundstücksverhandlungen. Ein wahrlich trauriges Spiel.

    Antworten
  3. Eher geht das berühmte Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein Grundstückseigentümer Grund für die Allgemeinheit abgibt.Die meisten Menschen sind Egoisten und denken in erster Linie an sich

    Antworten
  4. Michaela+Metzke

    @BT
    super Vorschlag👌
    Bin mal gespannt wann etwas in die Gänge kommt
    b.z.w.wieviel noch passieren muss

    Antworten
    1. Da möchte ich Fredl Fesl zitieren,der in einem seiner Lider singt”Bauern nichts hergebens selber Fressens”.
      Ich möchte nicht wissen , wie die Grundstücksbesitzer reagieren würden wenn es einen Familienangehörigen treffen sollte.
      Also auch mal über Gemeinwohl nachdenken, und die paar quadratmeter Grund werden niemanden in den Ruin treiben.

      Antworten
      1. @ Johann Edl.

        wo steht das der Grund der fehlt einem Bauern gehört?
        In Viehausen z.B. sind meines wissens nach keine Bewirtschafteten Bauernhöfe. Also vieleicht einfach nur Bürger oder Grundstücksbesitzer.

        Antworten
  5. @BeFA
    Da die Flächen wie auf den Bildern vom Unfallort zu sehen, anscheinend Landwirtschaftlich genutzt werden, lag die Vermutung nahe.
    Was aber die Frage nicht beantwortet wie die Eigentümer reagieren wenn ein Angehöriger betroffen wäre. Aber heute ist leider jeder sich selbst der Nächste und die Mitmenschen interresieren nicht,wenn alle so denken, dann Gute Nacht Deutschland.

    Antworten
  6. Das Grundgesetz sieht durchaus die Möglichkeit der Enteignung vor. Wird in Bayern aber scheinbar nur dann angewand, wenn es um den Bau von Autobahnen geht.

    Antworten
    1. …ist halt auch sehr langwierig, bis eine Enteignung wirklich umgesetzt ist.

      Antworten