Zehn Prozent weniger Arbeitslose

... als vor einem Jahr: Äußerst positive Stimmung hält auch im Landkreis an

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Zum Halbjahr 2018 herrscht weiterhin eine sehr positive Stimmung auf dem regionalen Arbeitsmarkt! Im Landkreis Rosenheim sind 2897 Personen arbeitslos gemeldet. Dabei errechnet sich eine Arbeitslosenquote von zwei Prozent (0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr). Von den Arbeitslosen sind aktuell 1639 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet. Zum statischen Zähl- und Abschlusstag am 12. Juni wurden im ganzen Agenturbezirk 6660 Arbeitslose ge­zählt, das ist ein Minus von 740 gegenüber dem Vorjahr oder ein Rückgang um zehn Prozent! Es ist die niedrigste Arbeitslosigkeit in diesem Jahr und gleichzeitig die niedrigste Juni-Zahl seit 29 Jahren …

„Wir haben von Mai auf Juni einen Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen um 230 Betroffene (- 3,4 Prozent). Von dem guten und aufnahmefähigen Arbeitsmarkt profitieren alle Personengruppen“, so die Chefin der Rosenheimer Arbeitsagentur, Dr. Nicole Cujai, heute bei der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Die Arbeitslosenquote ist erneut um 0,1 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent zurückge­gangen und liegt damit um 0,3 Prozentpunkte unter der des Vorjahres. Gleichzeitig bedeutet dies den niedrigsten Wert seit Errechnung der Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Rosenheim.

Bei den arbeitslos gemeldeten, jungen Menschen unter 25 Jahren ist der Rückgang ebenfalls sehr deutlich, hier beträgt die Arbeitslosenquote nur noch 1,6 Prozent.

Dr. Cujai dazu: „Das ist auch im europäischen Kontext außergewöhnlich niedrig und unterstreicht das Modell der dualen Ausbildung im Betrieb. Junge Menschen finden bei der derzeitigen guten wirtschaftlichen Lage relativ schnell wieder Arbeit, insbesondere dann, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Ich möchte daher alle Mädchen und Jungs, egal ob sie noch zur Schule gehen, einen Studienabbruch erwägen, sich in einem Übergangsjahr befin­den oder einfach als Hilfsarbeiter jobben, ermuntern, eine Ausbildung zu machen.

Denn der Ausbildungsmarkt ist ausgesprochen gut, er hat sich zu einem Bewerbermarkt entwickelt. Es gibt noch viele offene Ausbil­dungsstellen (1 540) bei unseren ortsansässigen Betrie­ben und das quer durch alle Branchen. Es sind meist kleinere Unternehmen oder Handwerksbetriebe, die für heuer noch händeringend einen Azubi suchen. Daher geht mein Appell an die jungen Leute: Nutzt die Vielfalt der Berufe! Immer wieder werden Berufsbilder an die neuesten Entwicklungen angepasst (Stichwort Digitalisierung) oder sogar ganz neue entwickelt. Zögert nicht lange und ver­einbart einen Termin mit der Berufsberatung unter der kostenlosen Hotline 0800 4 5555 00 oder per E-Mail an Rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de. Die Kolleginnen und Kollegen helfen gerne beim Navigieren durch den Ausbildungsdschungel. Es gibt sicherlich für Jede/Jeden den richtigen Beruf!“

Zur Stellensituation auf dem Arbeitsmarkt:

Arbeitgeber meldeten der Agentur für Ar­beit 1 160 neue Stellen, davon 1 110 sozialversicherungspflichtige. Die meisten sind unbefristet und für einen sofortigen Einstieg. Der sogenannte Stellenbestand, das heißt die derzeit bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Stellen beliefen sich zum Stichtag am 12. Juni auf insgesamt 5 190, ein Rekordwert.

Die meisten Arbeitsstellen sind auch im Internet unter www.arbeitsagentur.de unter „Arbeitslos und Arbeit finden“ – „Jobsuche“ veröffentlicht.

Seit Jahresbeginn wurden be­reits über 7 300 Stellenangebote dem Arbeitgeber-Service zur Besetzung gemeldet. Ein stetig anwachsendes Plus, das jetzt zur Jahresmitte bei einem Plus von 10,5 Prozent oder einer Stellenmehrung von fast 500  gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres angelangt ist.

Dr. Cujai zu diesem deutlichen Stellenplus:

„Bei einem guten Arbeitsmarkt, wie wir ihn zur Zeit haben, geht die Schere zwischen Angebot und Nachfrage immer weiter auseinander.

Häufig werden spezielle Fachkräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung gesucht, möglichst mit abgeschlossener Berufsausbildung. Reine Helferstellen für Ungelernte oder für Menschen, die viele Jahre berufsfremd gearbeitet hatten, gibt es nicht in ausreichendem Maße. Des­halb investieren wir weiterhin mit unterschiedlichsten Programmen in die berufliche Qualifizierung der Arbeitslosen.

Auch Asylbewerber mit hoher Bleibeperspektive, sowie Asylberechtigte werden in verschiedensten Maßnahmen sukzessive an den Arbeitsmarkt heran ge­führt. In Teilbereichen der Wirtschaft sind sie als Arbeitskräfte bereits unentbehrlich geworden. Über WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen) können wir auch bereits Beschäftigte in einem Unternehmen fördern. Das heißt, durch eine maßgeschneiderte Förderung über WeGebAU können Defizite abgebaut und Grundqualifikationen geschaffen werden.

Beschäftigte, die keine abgeschlossene Ausbildung haben oder deren Kenntnisse nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen, sind in ihren beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten oft stark eingeschränkt. Durch eine gezielte Weiterbildung können hier auch gezielt Qualifikationen verbessert werden. Sprechen Sie mit unseren Arbeitsvermittlern vom Arbeitgeber-Service, die Beratung ist kostenfrei!“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Ø  Die Stadt Rosenheim weist im Juni eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent auf (0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 0,6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr). Derzeit sind insgesamt 1 321 Bürgerinnen und Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, fiel die Anzahl der Arbeitslosen um neun auf 566. Für 755 arbeitslose SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 368 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 853 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juni eine Arbeitslosenquote von 1,9 Prozent aus (0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 0,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr). Die Zahl der Arbeitslosen liegt für den Landkreis insgesamt bei 1 332. Davon sind  828 Männer und Frauen, 61 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 504 Personen (sechs mehr als im Mai) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen als arbeitslos registriert. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 066 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 635 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Im Landkreis Miesbach gibt es derzeit 1 105 Arbeitslose. Es errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent (0,2 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und ebenfalls 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr). Von den Arbeitslosen sind 683 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 81 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Bei diesem Jobcenter sind 422 Arbeitslose, 6 weniger als im Mai, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 148 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 918 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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2 Gedanken zu „Zehn Prozent weniger Arbeitslose

  1. Und wie hat sich im gleichen Zeitraum die Anzahl der Hartz IV Empfänger entwickelt ?

    Diese Statistik ist doch mindestens Augenwischerei, besser gesagt reine Täuschung. Immer mehr Leute werden aus der Arbeitslosenstatistik rausgerechnet. Diese Statistik gibt nur die Anzahl derjenigen Menschen wider, die vom Arbeitsamt verwaltet werden.

    Arbeitslose über 58 werden nicht eingerechnet, obwohl diese bis 65 arbeiten müssen.
    Arbeitslose in Qualifizierungsmaßnahmen werden nicht eingerechnet, obwohl sie keine Arbeit haben und vom Arbeitsamt bezahlt werden.
    1 Euro Jobber werden nicht eingerechnet, obwohl sie keine Möglichkeit haben, einer echten Erwerbstätigkeit nachzugehen.
    Arbeitslose, die krank gemeldet sind, sind nicht eingerechnet, obwohl sie keine Arbeit haben.

    Hartz IV Empfänger werden komplett unberücksichtig, obwohl diese allesamt ohne Arbeit sind und obwohl die Anzahl der Hartz IVlr größer ist als die Anzahl der Menschen in dieser (Schein-) Arbeitslosenstatistik.

    Warum wird eigentlich nie die Entwicklung der Anzahl der Hartz IV Empfänger veröffentlicht?
    Weil damit klar wäre, dass die Menschen ohne Arbeit auch im Landkreis Rosenheim nicht weniger sondern mehr werden ?

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    Antworten
    1. Fakt ist, dass noch nie so viele Menschen in Arbeit sind wie heute.

      Fakt ist, dass im Handwerk, Handel, Gastronomie und anderen Dienstleistungsbetrieben händeringend Personal gesucht wird.

      Warum bemühen sich nicht Hartz 4 – Empfänger um diese gut bezahlten Jobs ?

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