Zecken: Landkreis ist Risikogebiet

Rosenheimer Gesundheitsamt rät zu Vorsorgemaßnahmen - Gefährliche Krankheiten

image_pdfimage_print

Mit steigenden Temperaturen zieht es einen jetzt in den Osterferien wieder raus in die Natur. Aus diesem Grund ruft der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes am Landratsamt Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, dazu auf, sich vor Infektionen durch Zeckenstiche zu schützen. Die zwei am häufigsten auf den Menschen übertragenen Infektionskrankheiten sind die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und die Lyme-Borreliose. Mittlerweile gehören in Bayern bereits 91 von 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten zu den FSME-Risikogebieten. Dazu zählen auch Stadt und Landkreis Rosenheim.

Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren in Bayern in den Jahren 2017 und 2018 mit 234 beziehungsweise 224 Meldefällen deutlich mehr Menschen als in den Vorjahren an der durch Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME erkrankt. Auch in der Region wurden 2017 und 2018 mit insgesamt 13 beziehungsweise neun Erkrankungen die bislang höchsten Fallzahlen an FSME-Erkrankungen gemeldet.

 

Nur die FSME-Impfung bietet einen ausreichenden Schutz gegen die Infektionskrankheit. Stadt und Landkreis Rosenheim liegen bei der Durchimpfungsrate von FSME bei den Schulanfängern in Bayern auf den hintersten Plätzen. Das hat eine aktuelle Auswertung des LGL gezeigt. Für das Schuljahr 2016/17 lag die Quote für eine vollständige Grundimmunisierung im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung bei lediglich 11,2 Prozent und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 33,9 Prozent.

 

Hierl appelliert an die Erwachsenen, sich selbst und auch ihre Kinder impfen zu lassen: „FSME ist keine harmlose Krankheit. Sie kann Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns oder Rückenmarks verursachen. Schwere Erkrankungsverläufe treten in der Regel im Erwachsenenalter auf, besonders gefährdet sind dabei ältere Menschen. Wenn Sie oder Ihre Familie mit Kindern oder Enkeln sich in der Region oder im Urlaub in Risikogebieten viel im Freien aufhalten und Zecken ausgesetzt sind, dann ist die Impfung der wirksamste Schutz. Die Impfstoffe sind sicher und in der Regel gut verträglich.“

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist für einen kompletten Impfschutz eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen erforderlich. Auffrischimpfungen sind je nach Impfstoff in Abständen zwischen drei und fünf Jahren erforderlich.

 

Neben der FSME ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit die Lyme-Borreliose. Sie kann verschiedene Organe im Körper betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. In der Region Rosenheim wurden 2018 98, 2017 99 und 2016 sogar 114 Erkrankungsfälle gemeldet. In diesem Jahr wurden bereits vier Infektionsfälle gemeldet. Gegen die Borreliose existiert keine Impfung. Sie kann aber bei frühzeitigem Beginn sehr wirkungsvoll mit Antibiotika behandelt werden.

Ein typisches Zeichen, das bei der überwiegenden Zahl der Borreliosefälle auftritt, ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Die Wanderröte entwickelt sich einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich vor allem an der Einstichstelle. Dabei handelt es sich um eine über fünf cm große ringförmige Hautrötung, die in der Mitte in der Regel blasser ist und sich über Tage langsam nach außen verbreitet.

 

Hierl erläutert weitere Vorbeugemaßnahmen: „Grundsätzlich gilt es, Zeckenstiche nach Möglichkeit zu vermeiden: Bei Wanderungen durch Strauchwerk oder hohes Gras tragen Sie möglichst langärmelige Hemden und Hosen mit langen Beinen. Nach dem Aufenthalt in der Natur suchen Sie den Körper immer nach Zecken ab“, so Hierl. Auch das Entfernen einer Zecke sollte laut Hierl umgehend und sachgerecht erfolgen: „Die Zecke soll so schnell wie möglich mit einer spitzen Pinzette oder einem geeigneten Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche gefasst und langsam und gerade aus der Haut gezogen werden. Dabei soll der Zeckenleib möglichst nicht gequetscht werden. Bei auffälliger Hautrötung oder anderen Krankheitssymptomen nach einem Zeckenstich sollte unbedingt der Arzt aufgesucht werden.“

 

Informationen und Beratung zur FSME und Borreliose gibt es bei den Haus- und Kinderärzten in der Region oder direkt beim Gesundheitsamt in Rosenheim.

 

Mehr Informationen zum Thema gibt es auch im Internet unter:

Zecken

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren