„Wollte nie ein Bittsteller sein”

Extreme Belastung für die Gastro-Szene im Landkreis - Ein Blick auf den Tourismus-Ort Oberaudorf

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Der Inhaber des Gasthofes Ochsenwirt, Matthias Knöckl, in Oberaudorf im Landkreis fordert Planungssicherheit von der Politik. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er gestern, immer wieder riefen Gäste an, die fragen, ob sie zwischen den Jahren anreisen könnten. Außerdem beschäftige er auch viele ausländische Mitarbeiter. Für diese sei es – gerade auch wegen der Quarantäneregeln – schwer, für kurze Zeit zu arbeiten. Außerdem, so Knöckl, sei die Situation für ihn persönlich eine „extreme Belastung“. Er habe sich selbstständig gemacht, um die Dinge selbst in der Hand zu halten, etwas zu schaffen und zu bewegen.

Nun aber habe die Politik ihm die Fäden aus der Hand genommen. Er sei auf die Fördermittel des Staates angewiesen, habe aber nie Bittsteller werden wollen.

Der Gasthof Ochsenwirt ist seit 1445 (!) ein Familienbetrieb in Oberaudorf. Insgesamt hat er 76 Betten sowie 300 Plätze im Restaurant und Biergarten. In jedem Monat, in dem er nicht öffnen kann, verliert der Betrieb rund 66.000 Euro.

Insgesamt gibt es in Oberaudorf rund 45 (!) Gastronomie-Betriebe. In der Gemeinde leben rund 5.600 Einwohnern, in der Hochsaison wächst die Gemeinde durch die Touristen etwa auf die doppelte Größe an.

Bürgermeister, Matthias Bernhardt, betont deswegen, wie wichtig der Tourismus für die Gemeinde sei. Er fürchte, dass einige Hotels und Gastronomie-Betriebe trotz der Unterstützungsmittel schließen müssten, diese hätten zu kämpfen.

Außerdem würden die Steuereinnahmen sinken und daher schon jetzt erste Infrastrukturprojekte aufgeschoben. Bernhardt fordert, auf lokale Charakteristika einzugehen.

In Oberaudorf etwa habe man keine Gondel, sondern sei im Sessellift immer an der Natur.

Quelle BR

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Ein Kommentar zu “„Wollte nie ein Bittsteller sein”

  1. Jeder der selbstständig ist möchte seinen Unterhalt selbst erwirtschaften! Dieses wird momentan den betroffen Branchen komplett untersagt! Ein jeder weist immer auf die Hilfen hin sei Soforhilfe, Überbrückungshilfe, Novemberhilfe und jetzt Winterhilfe? In diesen Hilfen ist kein Betrag vorgesehen der den Lebensunterhalt der Betroffenen zusteht! Und ein jeder der meint das die Gastronomie und sonstige sehr gut damit leben kann der soll doch z. B. seinen Lieblingswirt oder auch die nette Bedienung mal fragen wie es Ihnen momentan geht ohne Umsatz oder Trinkgeld!

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