„Wissen nicht, ob das alles reicht”

Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen bis 10. Januar zu - RKI: Zwölf Corona-Tote in drei Tagen im Landkreis

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Wieder kommen heute drei Todesfälle in 24 Stunden hinzu: Zwölf Verstorbene in nur drei Tagen beklagt somit der Landkreis Rosenheim, wie das Robert-Koch-Institut am heutigen Donnerstagmorgen leider melden muss. Es sind nun 242 Verstorbene seit dem Ausbruch der Pandemie. Das Kreisgebiet ist heute bei 182,9 Fällen im Inzidenzwert – zumindest hier ein leicht gesunkener Wert. Die Stadt Rosenheim bleibt leider auch heute unverändert hoch und bei erneut gestiegenen 278,5 Fällen im Inzidenzwert! Der Teil-Lockdown in Deutschland wird über den 20. Dezember hinaus bis vorerst 10. Januar verlängert! Das beschlossen die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern Abend bei einer Schaltkonferenz.

Laut Bayerns Ministerpräsident Söder sei es notwendig und richtig, die Beschränkungen zu verlängern. Zugleich werde man sich aber in nächster Zeit auch überlegen müssen, ob das alles reiche.

Es stelle sich die Frage, ob man das Land die ganze Zeit in dieser Art von Halbschlaf halten wolle – oder ob man nicht irgendwann auch überlegen müssen, an einigen Stellen sehr deutlich und konsequent tiefer heranzugehen. Man dürfe sich nicht scheuen, kürzer konsequenter als länger halb-konsequent zu sein. Insbesondere weil die Weihnachtsferien kein Risiko sein sollen …

Die Kanzlerin sagte gestern in Berlin, es bleibe beim Ziel, die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) auf weniger als 50 zu senken. Man sei aber leider davon sehr weit entfernt im Durchschnitt.

Die sehr hohe Zahl der Todesopfer wegen Corona jeden Tag zeige zudem, welche Verantwortung man habe, dass man die Inzidenz von 50 auch wieder erreiche …

Söder und Merkel warnten davor, im Zusammenhang mit Corona-Impfungen sehr schnelle Effekte zu erwarten. Das sei eine große Hoffnung, aber das sei keine Über-Nacht-Sache, betonte der bayerische Ministerpräsident.

Es sei auch sehr richtig, dass Deutschland nichts überstürze mit der Zulassung, sondern seine Verfahren seriös umsetze, sagte Söder. Die Menschen erwarteten ein sicheres Impf-Verfahren.

Laut Beschlus bleiben also somit bis zum 10. Januar 2021 alle Restaurants, Hotels sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen.

Außerdem bleibt es auch bei den Kontaktbeschränkungen verschärfter Art: Nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen (dazugehörige Kinder unter 14 nicht mit eingerechnet).

Ausnahme: Nur über die Weihnachtstage – vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar – werden die verschärften Kontaktbeschränkungen etwas gelockert. Da dürfen zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten zusammenkommen (wir berichteten mehrfach).

Unklar ist noch, wie Bayern für Silvester entscheidet – angedacht sind auch hier zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten (Kinder bis 14 Jahre ausgenommen).

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10 Kommentare zu “„Wissen nicht, ob das alles reicht”

  1. Wenn das so bleibt, dass sich vom 23.12. bis zum 1.Januar zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen dürfen, dann ist ( meine Meinung ) nach dem 10. Januar ein “harter Lockdown” wie im Frühjahr nicht zu vermeiden.

    Wenn man nur an die Silvesterpartys mit a 10 Personen denkt, von denen man ja von einer Party zur anderen durchwechseln kann, solange man die Personenzahl einhält – kann sich jeder denken, wie es im neuen Jahr mit den Infektionszahlen aussehen wird.

    Sollte man nicht vielmehr nach Weihnachten vom 27.12. bis zum Ferienende einen “harten Lockdown” anordnen, um danach vielleicht wieder intensiver lockern zu können?
    P.S. Das ist nur meine persönliche Meinung und ich gehe auch gerne feiern, aber ein Jahr ohne Silvesterfeier würde ich aushalten.

    Anm. d. Red.:
    Noch ist offen, wie in Bayern tatsächlich Silvester gefeiert wird – Ministerpräsident Söder hat angekündigt, über den bayerischen Silvester-Weg erst später zu entscheiden – mit Blick auf dann aktuelle, neue Zahlen.

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    1. Ich würde befürworten das überhaupt nicht gelockert wird. Auch wenn Weihnachten ist.
      Wenn sich Leute anstecken bei den “Weihnachtstreffen” dann sind hinterher die Krankenhäuser überfüllt und es kommt zu Todesfällen. Jeder der an Weihnachten die Verwandten oder andere Personen trifft, nimmt billigend Menschenleben in Kauf. Was soll das?

      Ist ein Menschenleben an Weihnachten weniger wert? Gerade AN Weihnachten wäre das wichtig. Social Distancing aus Nächstenliebe.

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      1. Die Lockerungen an Weihnachten sind psychologisch schon wichtig und richtig.

        Gerade die Menschen, die sich an die Maßnahmen halten und ihre Kontakte reduzieren, sind jetzt schon ganz schön lange alleine.

        Heuer folgt auf die Feiertage zudem der Sonntag, gefühlt ist Weihnachten also einen Tag länger.

        Ich kann mir schon vorstellen, dass das für viele Menschen schwierig würde.
        Ich würde und werde das nicht aushalten.
        Viele Familien haben sich schon Gedanken gemacht, wie sie Weihnachten zusammen und sicher feiern können.

        Natürlich wird es auch die „Halligalli…Party-Fraktion“ geben. Das müssen wir aushalten. Tun wir ja eh schon die ganze Zeit …

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        1. Ihre Gedanken kann ich gut nachvollziehen, das klingt auch einleuchtend auf den “ersten Blick”.
          An Corona sterben Menschen und mit der Lockerung wird das in Kauf genommen. Daher bleibt mir die Frage im Kopf “Ist ein Menschenleben an Weihnachten weniger wert?”
          Die Halligalli-Fraktion wird keine 5-10% ausmachen, schätze ich mal.
          Bleiben immer noch 90%, die sich auf einmal mit 10(!) weiteren Personen treffen können.

          Söder hat gestern in Passau betont, wie gefährlich das Ganze ist.

          Ich finde das ethisch verwerflich, dass wirklich Menschenleben in Kauf genommen werden, damit sich Weihnachten andere Menschen treffen können und eine schöne Zeit haben.
          Geht Ihnen das nicht so?

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          1. Wären mir Menschenleben egal, würde ich hier nicht andauernd gegen Coronaverharmloser und -leugner anschreiben.

            Ich versuche Ihnen mal am Beispiel meiner Familie verständlich zu machen, was ich meine und warum ich die Lockerungen zu Weihnachten begrüße.

            Eltern getrennt lebend (also 2 Hausstände), beide Ü 70 mit angeschlagenen Herzen. Vater praktiziert als Facharzt in seiner Praxis im ländlichen Raum. Jeden Tag, auch in Coronazeiten.
            Klar hätte er die Pandemie zum Anlass nehmen können, aufzuhören, wäre für die medizinische Grundversorgung in einer strukturschwachen Region in Nordbayern aber eher suboptimal.
            Eine Schwester, Single (3. Hausstand), evtl. Risikogruppe wegen chronischer Erkrankung. Arbeitet als Erzieherin in einer Krippe, Schutzmaßnahmen aufgrund des Alters der zu betreuenden Kinder schwierig.
            Ich, Single (4. Hausstand), Freiberuflerin im Homeoffice.

            Wir mögen einander, daher haben wir uns bereits das ganze Jahr über getroffen. Wir haben uns für das Prinzip „Social-Bubble“ entschieden.
            Das heißt, wir haben gemeinsam einen festgelegten Kreis von Menschen definiert, mit denen wir uns treffen.

            Dieser Kreis ist seit dem Frühsommer gleich geblieben. Bei mir gehören neben der Familie zwei Freundinnen zur „Bubble“, jede habe ich dieses Jahr ein Mal gesehen.
            Die Zwänge und Sorgen um ältere und kranke Verwandte sind ja bei uns allen gleich.
            Bedeutet, ich kann mich auf deren Vorsicht verlassen.

            Fazit: wir waren alle miteinander das ganze Jahr über sehr vorsichtig und haben uns sehr eingeschränkt.

            Aber so weit zu gehen, dass jeder an den Weihnachtstagen alleine zu Hause sitzt, kommt nicht in Frage, vor allem vor dem Hintergrund, dass sich zwei Familienmitglieder tagtäglich einem Infektionsrisiko durch Dritte aussetzen.

            Mit Vorquarantäne, Antigenschnelltests und gewohnter Vorsicht wird niemand an unserem Weihnachtsfest sterben.
            Und um dem Ganzen jetzt noch die Krone aufzusetzen: ich werde mich nach Weihnachten mit den beiden erwähnten Freundinnen gleichzeitig treffen (3 Hausstände)!

            Lebkuchen&Glühweinspaziergang im Park statt Bierseligkeit in der Kneipe. Dabei werden wir niemanden umbringen.

            Ich denke, dass wir alle miteinander noch einen langen Atem brauchen, um diese Pandemie möglichst gesund durchzustehen.
            Etwas mehr Möglichkeiten rund um Weihnachten tun uns allen sicherlich gut, wenn wir dennoch vorsichtig bleiben.

            Silvester ist ein ganz anderes Thema.

  2. “Nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen (dazugehörige Kinder unter 14 nicht mit eingerechnet).”

    Eventuell sollte man der Vollständigkeit halber noch darauf hinweisen, dass diese zwei Haushalte fix sein müssen.
    Nicht das jemand sich morgens, mittags und abends mit jeweils einem anderen Haushalt trifft..

    Dies sollte noch erwähnt werden.

    Und was ist mit Berührungspunkten im Büro? Das Mittagessen mit der Kollegin ist – wenn ich so drüber nachdenke- doch bereits der eine Haushalt, der mir zugestanden wird, denn gensu genommen sind die Mittagspausen keine Arbeitszeit, sondern privat.

    Nur mal so erwähnt….

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  3. *geradeausdenken*

    @ Schnuckiputzi, wenn ich mich recht entsinne ist es nicht vorgeschrieben, dass es ein fester Haushalt sein muss (das wäre kaum überprüfbar). Aber selbstverständlich wäre dies das Sinnvollste.

    Es wird so sein und bleiben, dass die Menschen ein wenig eigenverantwortlich handeln müssen. Das Mittagessen mit der Kollegin geht ja vielleicht auch mit Abstand. Und wenn nicht, kann man privat ja doch darauf achten, nicht dreimal die Woche je einen unterschiedlichen Haushalt zu treffen.

    Ich mache das so: ich reduziere Kontakte weitestgehend. Und wenn doch mal ein privates Treffen geplant ist überlege ich genau, was ich verantworten kann und wie es am “sichersten” ist. Würde ich morgen einen positiven Test haben, wieviele Kontakte möchte ich dem Gesundheitsamt melden müssen und wieviele Personen “möchte” ich potentiell angesteckt haben? Was kann ich verantworten?

    Ich denke mit Umsicht käme man am weitesten und bin nach wie vor davon überzeugt, wenn jeder ein wenig umsichtig und achtsam handeln würde, bräuchte es diese Regelungen alle nicht. Da so viele aber immer wieder “Lücken” suchen, alles ausreizen müssen oder sogar gezielt Regeln brechen, wird sich die Gaudi für uns alle noch ziehen.

    Viele “Leugner” und “Querdenker” vergessen, dass auch diejenigen die diese Pandemie annehmen auch leiden. Und nur weil “wir” es ernst nehmen, heißt das nicht, dass “wir” das toll finden!!!

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  4. … Kontaktbeschränkungen sind nur ein kleiner Teil vom Ganzen, was nötig wäre, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

    Man legt den Fokus und reglementiert akribisch Maßnahmen, die nur im geringen Maße wirkungsvoll sind …

    Kommentar v.d.Red. gekürzt.

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  5. @Nachdenklicher
    Da stimme ich Dir zu 100% zu! Hoffentlich wird unsere Bayrische Regierung das nochmal überdenken und in dieser Zeit nicht lockern!

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  6. …es kann nur besser werden 🙂 Söder macht das schon.

    Kommentar v.d.Red. gekürzt.

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