Wird der Bahnhof von Großkaro verlegt?

Brenner-Nordzulauf: Neue Variante der Bürgerinitiativen begeistert die Gemeinde nicht wirklich

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Der Bahnhof in Großkaro soll aufgelöst und an den Ortsrand verlegt werden: Eine neue Variante für den geplanten Brenner-Nordzulauf haben die Rosenheimer Bürgerinitiativen ins Spiel gebracht, die die Gemeinde und auch die Stadt Rosenheim nicht wirklich begeistert. Es ist der nun sechste Vorschlag zur Diskussion. Weniger Fläche werde verbraucht, als bei den bisherigen Planungen der Deutschen Bahn, so die BIs. Die Variante bezieht den Ausbau der Bestandsstrecke durch die Stadt Rosenheim mit dem Ausbau des Bahnhofes ein. Das mache den Deutschlandtakt in Rosenheim möglich. Nah- und Fernverkehr ließen sich landesweit aufeinander abstimmen, mit guten Umsteigemöglichkeiten und ohne lange Wartezeiten.

Gefordert wird nun, diese neue Variante in das geplante Raumordnungsverfahren mitaufzunehmen.

Eine Kapazität von knapp 400 Zügen pro Tag und Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h wären möglich.

Großkaros Bürgermeister Bernd Fessler hierzu in einer Stellungnahme auf der Homepage der Gemeinde: „Wer die Ertüchtigung der Bestandsstrecke (statt Neubau) fordert, der muss solche Möglichkeiten im Hinterkopf haben und die jeweils betroffenen Bürger auch entsprechend informieren. Ansonsten werden die Belastungen nur auf andere verteilt, die möglicherweise ihr Glück noch gar nicht ahnen. Zusätzlich sind hier Naturräume neu betroffen, auch ausgewiesene Biotope.
Die jeweils vorgesehenen Verlagerungen des Bahnhofs in den Außenbereich würde für Pendler aus Großkarolinenfeld die Nahverkehrssituation tendenziell verschlechtern, da der Bahnhof dann weniger zentral wäre. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Stadt Rosenheim und die Gemeinde Schechen von diesen neuen Trassen begeistert sind.“

Bereits in den Jahren 1991 bis 1996  habe es eine Diskussion um die Auflösung des Bahnhofs in Großkarolinenfeld. Die Gemeinde hatte damals Zusicherungen abgegeben, den Bahnhofsbereich selbst zu stärken, was mittlerweile durch Grundstücksankäufe und dann die Anlage von P&R Flächen auch erfolgt ist. Nicht zuletzt deshalb wurden die Bestrebungen der Bahn auf Auflösung des Bahnhofs damals beendet.

Die Pressemitteilung der Bürgerinitiativen dazu am heutigen Mittwochmorgen:

Die nun abgeschlossene Vieregg-Studie zeigt eindeutig, dass ein bestandsorientierter Ausbau der Bahnstrecke Grafing-Rosenheim-Kufstein als Brennernordzulauf vollkommen ausreicht.
 
Mit einer Kapazität von 396 Zügen und einer möglichen Zuggeschwindigkeit von bis zu 200 km/h erfüllt diese Trasse die Anforderungen an einen Brennernordzulauf.
Der Gleisverlauf beachtet alle Raumwiderstände, geologische und topografische Bedingungen sowie bahntechnische Anforderungen.
 
Im Gegensatz zu den DB-Planungen werden auch aktuelle Entwicklungen wie der Deutschlandtakt und der neue Ost-Korridor für den Güterverkehr beachtet.
Die Planungen von DB und ÖBB berücksichtigen diese beiden Anforderungen jedoch nicht.
Durch die von der DB geplante Umfahrung von Rosenheim besteht ein hohes Risiko, dass kaum noch Fernzüge mehr in der Stadt halten und Rosenheim „abgehängt“ würde. Das zeigt das Beispiel von Coburg.
 
Thomas Riedrich vom Brennerdialog stellt fest: „Mit der Vieregg-Planung ist der Nachweis erbracht, dass eine modernisierte Bestandsstrecke alle Anforderungen für einen leistungsfähigen Brennernordzulauf erfüllt und den Bahnhof Rosenheim fit für den Deutschlandtakt macht.“
 

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