Wird aus der Tennis- eine Lagerhalle?

Sportpark-Betreiber Hans Enzinger denkt über Umnutzung nach - Grünes Licht vom Bauausschuss

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Fast 30 Jahre hat sie auf dem Buckel – die Tennishalle des Sportparks Fit&Fun in Wasserburg. Jetzt denkt Betreiber Hans Enzinger über eine Umnutzung nach. „Auch wenn mir mein Tennis-Herz blutet: Unser Nachbar, die RKW, ist an mich herangetreten. Das Unternehmen braucht dringend Lagerraum. Man hat mir einen langfristigen Mietvertrag zu guten Konditionen angeboten.” Der Sportpark sei davon nicht betroffen, betont der Betreiber. „Wir planen sogar, den Fitness-Bereich auszubauen.”

Vom Bauausschuss der Stadt Wasserburg gab’s vergangenen Donnerstag einstimmig grünes Licht für die geplante Umnutzung, die im Sommer nach dem Frühlingsfest über die Bühne gehen könnte. „In trockenen Tüchern ist da allerdings noch nichts. RKW hat aber eine deutliche Absichtserklärung abgegeben.” Derzeit sind beim Hersteller für Hygienefolien RKW Wasserburg knapp 400 Mitarbeiter beschäftigt. „Unser Nachbar platzt aus allen Nähten, deshalb wäre die Tennis-Halle mit ihren 2500 Quadratmetern eine ideale Erweiterungsfläche. Ich denke da schon auch an die Arbeitsplätze“, so Enzinger.

Allerdings: „Es geht dabei natürlich auch um meine eigne Zukunft. Ich bin jetzt 65. Obwohl unsere Tennis-Halle im letzten Jahr wieder besser ausgelastet war, sehe ich da in zehn bis 20 Jahren keine echte Zukunft mehr. Das hängt alleine schon mit der Demographie zusammen. Woher soll denn der Tennisnachwuchs noch kommen?”, fragt sich Enzinger. Trotz eines eigenen Blockheizkraftwerks sei die Versorgung einer solch großen Halle mit Strom und Wärme natürlich eine ziemliche Herausforderung.

Die Umwidmung, so sie denn kommt, würde erst nach dem Frühlingsfest, das heuer Anfang Juni startet, über die Bühne gehen. Die Fit&Fun-Wiesn-Party sei also heuer nicht in Gefahr. „Ganz im Gegenteil: Wir werden voraussichtlich auch die Diskothek Universum wieder aufsperren.” Mittlerweile seien brandschutzrechtlich alle Auflagen erfüllt. „Wir warten auf das Ok aus dem Landratsamt”, so Enzinger. Der hat mit seinem Sportpark noch einiges vor: „Wir sind mit Sportmediziner Dr. Sinz und dem Physio-Team um Jens-Peter Brichta gut aufgestellt, werden aber die medizinische Betreuung und den Fitness-Bereich noch weiter ausbauen.” Unter anderem sei ein großer, klimatisierter Kursraum geplant.

Und auch rund um den Sportpark soll sich einiges tun: „Wir haben im Süden auf dem Gelände der alten Traglufthallen ein Areal, das viel Entwicklungspotenzial bietet. Wer weiß, vielleicht kommen da wieder neue Tennishallen hin. Die Infrastruktur mit Nahwärme, Beleuchtung und Strom ist ja noch vorhanden. Das mach’ ich aber dann nur in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Tennisvereinen. Interessenten könne sich da gerne bei mir melden.” Für den Fall, dass seitens Tennis kein Interesse besteht, ist auch eine Gewerbehalle mit zirka 2000 Quadratmetern denkbar. Und auch die Nutzung eines Teils des Geländes als Wohnmobil-Park werde er weiter im Auge behalten.

Mit etwas Wehmut blickt Hans Enzinger auf die Boom-Zeiten des Tennis zurück. „Was wir alles in Sachen Nachwuchsarbeit und in verschiedenen Tennis-Ligen zusammen mit dem TSV Wasserburg in den 70-er und 80-er Jahren erreicht haben, war schon phantastisch.” 1979 habe er seine erste Halle gebaut. „Ein gewaltiges finanzielles Risiko. Sowas wie der Bau der damaligen Happy-Tennis- und Squash-Anlage wäre heute gar nicht mehr möglich”, ist sich Enzinger sicher. „Ich war damals 24 Jahre alt und hab’ das einfach durchgezogen.” 1991 sei dann der Sportpark entstanden – eine fast 30-jährige Erfolgsgeschichte. Nicht nur für die Wasserburger Fitness-Sportler, sondern auch fürs Wasserburger Tennis. Mit Letzterem könnte jetzt im Sommer vorerst Schluss sein beim Fit&Fun. „Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend”, sagt Hans Enzinger und man sieht ihm an, dass der rührige Unternehmer schon wieder neue Ideen im Kopf hat. 65 Jahre hin oder her … HC

 

Sind nur wenige Meter von einander entfernt: Das Betriebsgelände von RKW (rechts) und die Tennishalle.

 

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12 Kommentare zu “Wird aus der Tennis- eine Lagerhalle?

  1. Da hat der Bauausschuss dem Wasserburger Tennisnachwuchs ja einen Bärendienst erwiesen!

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  2. Hans, haben Sie den Artikel nicht gelesen? Die Halle lohnt sich nicht mehr für den rückläufigen Tennissport in Wasserburg, da zu veraltet!( Heizkosten etc.) Deswegen ist es doch besser, man gibt den Standort dem Nachbarn(große Industrie) und schafft damit evtl. sogar no ein paar Arbeitsplätze in Wasserburg.(was aber auch nicht gewiss ist)! Aber trotzdem haben Sie schon mal was von Kosten- Leistungsrechnung gehört??

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  3. Tja wenn die nachfrage nicht da ist wäre es ja dumm das ganze so zubelassen wie es ist. Und man kann ja tennis schließlich noch immer sn den tennisplätzen draußen spielen, die ja reichlich und auch zur meisten zeit unbenutzt sind.

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  4. Betriebswirtschaftlich wird sich das für den Besitzer vermutlich rechnen. Für mich als Tennisfan ein herber Schlag. Wo sollen meine Kinder im Winterhalbjahr ins Training gehen? Und wo soll ich selber spielen?
    @Klaus: Die Außenplätze sind die Hälfte des Jahres von Oktober bis in den April hinein witterungsbedingt nicht nutzbar, Und das die Plätze immer leer sind, kann ich auch nicht bestätigen. Wie auch bei den vielen Fussballplätzen ballt sich die Nutzung eben auf frühen Abend unter der Woche und dann noch die Wochenenden. Den Rest der Zeit sind die teuer angelegten Fussballplätze auch leer.
    @ A Wasserburger: Wo steht in dem Text dass sich die Halle nicht rechnet? Es ist eine Herausforderung, das kann verschiedenes bedeuten. Natürlich ist es viel bequemer an einen Partner zu vermieten und ist vermutlich ein besseres Geschäft. Noch zum Thema Betriebswirtschaft: Ohne Angebot keine Nachfrage: Wenn ich im Winter kein Training anbieten kann, werden noch weniger Kinder Tennis lernen und damit eine Abwärtsspirale eingeläutet. Die Chance einen Neubau zu stemmen, da sehe ich große Fragezeichen, ob das zu stemmen ist (da halt alles Geld in den Fussball fließt). Aber die Hoffnung stribt zuletzt.

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  5. Auf diesen drei Tennisplätzen spielen Jung und Alt in den Wintermonaten seit Jahrzehnten Tennis. Es gibt nichts zum Ausweichen in der näheren Umgebung. Hr. Enzinger Sie haben damit auch immer gutes Geld verdient, ich kann nicht verstehen, dass sie diese Menschen jzt so im Regen stehen lassen? Ich war entsetzt als ich den Artikel gelesen habe. Bitte überdenken Sie diesen wichtigen Schritt nochmal.

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  6. @MUNICH LION nur weil im winter kein tennis gespielt werden kann werden sicher ned weniger spielen. Ski fahren kann ich ja auch nur im winter.

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  7. Es wäre schade, eine so große Halle nur als Lagerraum zu nutzen.
    Ich denke das viele Sportvereine oder der TSV, die oft Händeringend Hallen zur Nutzung suchen sehr froh wären, etwas zur Verfügung hätten.
    Man könnte z.B.: 2 Tennisfelder beibehalten und eine Fläche zur freien individuellen Nutzung freigeben.
    Das ganze könnte zentral von der Stadt gemanagt werden.
    Ein Versuch wäre es definitiv wert und sollte es sich nicht rechnen, besteht danach immer noch die Möglichkeit sie als Lagerhalle zu vermieten.

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  8. Man sollte bedenken, was eigentlich den Sportpark ausmacht und den Vorteil zu anderen Fitness-Studios sehen. Man kann dort alle Sportarten (Tennis, Squash und Badminton) ausüben und nicht nur in einem „Studio“ trainieren. Wenn Hans Enzinger das mit der Tennishalle wirklich durchzieht, wird er dem Sportpark sehr schaden. Dieser wird mit Sicherheit viele Mitglieder verlieren. Mit dem Studio bzw. den Kursräumen kann er eher weniger nicht Punkten, da vieles in die Jahre gekommen ist .

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  9. @ Klaus: da spricht der Nicht-Tennisinteressierte, wer das gelegentliche Skifahren mit Tennis vergleicht. Beim Tennis gibt es eben auch Mannschaften mit Spielbetrieb/Turnieren (wie bei vielen Mannschaftssportarten üblich) auch im Winter. Genauso sind die ambitionierten Skifahrer fast das ganze Jahr aktiv -auf Gletschern/Grasski, etc. Wenn ich Tennis lernen und spielen will, muss ich auch im Winter dran bleiben (siehe Hallenfussball). Und wenn ich das nicht mehr bieten kann, werden die Kinder sich eben Sportarten suchen, die sich saisonunabhängig betreiben können. Deshalb wird die Basis dadurch immer schmäler. Für die Geleenheitsspieler mag der Sommer reichen, da hast Du recht. Aber für eine Zukunft des Tennis wird das nicht reichen.

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  10. A Wasserburger selbstverständlich habe ich den Artikel gelesen, wie soll der Bausausschuss bzw. Sie denn beurteilen ob die Halle wirtschaftlich rentabel ist oder nicht? Oder ob es nicht doch lediglich um Gewinnmaximierung geht? Die Halle war in diesem Winter gebucht wie seit 5 Jahren nicht mehr und die Preise sind definitiv gesalzen! Da auch nicht in den Belag oder ähnliches investiert wurde, glaube ich, dass die Betreiber nicht am Hungertot nagen! Arbeitsplätze bei RKW (2 neue Lageristen oder was)? Von den Arbeitsplätzen im Fit und Fun selbst redet ja auch keiner! Um den Nachwuchs mache ich mir im Tennisbereich definitiv keine Sorgen, die Zahl der Kinder und Jugendlichen steigt stetig an! Ich hoffe, dass die Vereine im Interesse der Kinder und Jugendlichen eine Lösung ohne den bisherigen Betreiber finden! Darüber hinaus bin mir ziemlich sicher, dass ich von Kosten-Leistungsrechnung mehr Ahnung habe als Sie!

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  11. @munich lion Ich habe selber über 10 Jahre lang Tennis gespielt und schau bei den Wasserburger Herren immer wieder mal zu. Also leise sein. Und Sie als “munich” haben in Munich sicher auch die Möglichkeit, zu spielen.

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  12. @ Klaus: Dann wundert mich Ihre erste Aussagen sehr oder Sie waren nie in der Jugendarbeit aktiv: Ohne Jugend keine Zukunft, ohne Spielmöglichkeiten kein Nachwuchs (ist schon mit guten Rahmenbedingungen schwierig). Zu den weiteren unsachlichen Äußerungen: Den Mund lass ich mir ned verbieten

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