Wird an der B304 gerodet?

Bürgerinitiative befürchtet nach wie vor den Bau einer DK1-Deponie bei Odelsham

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„Die Firma Zosseder will zwischen der B304 und ihrer geplanten Asbest-Deponie an der B304 bei Odelsham an der Innleite alle Bäume roden lassen. So sollen offenbar Fakten geschaffen werden”, schreibt Roger Diller von der „Bürgerinitiative zur Erhaltung von Umwelt und Lebensqualität im Wasserburger Land” in einer aktuellen Presseerklärung. Die Firma habe beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
in Rosenheim einen Antrag zur vollständigen Rodung des Waldstreifens zwischen B304 und der geplanten DK1-Deponie in Odelsham gestellt.

Diller: „Dem Antrag nach soll der Parkplatz neben der Innbrücke nach Osten verlegt werden. In dem Plan, der dem Antrag beiliegt, ist ersichtlich, dass es bei der Parkplatzverlegung, die im Namen des Staatlichen Bauamtes Rosenheim
durchgeführt werden soll, vor allem um den Bau einer neuen Zu- und Abfahrt zur geplanten firmeneigenen DK1-Deponie geht.”

Klar ist für die Bürgerinitiative, dass die Firma Zosseder weiterhin den Bau einer privaten Asbest- Deponie betreibt. Im Planfeststellungsverfahren, das von der Regierung von Oberbayern durchgeführt werde, hätten sich erhebliche Probleme bei der bisherigen Planungen gezeigt, „die in unseren Augen den Bau einer DK1-Deponie an diesem exponierten Standort an der Wasserburger Innleite unmöglich machen.”

Diller abschließend: „Wie kann es sein, dass der Stadt Wasserburg für das im Bau befindliche Groß-Klinikum in Gabersee von Seiten des Staatlichen Bauamtes Rosenheim eine wichtige Zufahrt für den öffentlichen Stadtbus von der B304 seit Jahren verwehrt wird, während nur zwei Kilometer weiter eine Privatfirma sich in Eigenregie im Namen der gleichen Behörde eine eigene Zufahrt auf genau diese Straße bauen darf?”

 

Auf die Pressemitteilung der Initiative reagiert heute im Laufe des Tages auch das Staatliche Bauamt in Rosenheim. Daniel Drachenberg, zuständiger Abteilungsleiter: „Die Firma Zosseder hat von Seiten des Staatlichen Bauamtes Rosenheim die Erlaubnis erhalten, die Zufahrt zu verlegen und das Grundstück mit der Flurnummer 1987 künftig weiter östlich an die B 304 anzubinden. Alle weiteren behördlichen Genehmigungen, Erlaubnisse, Pläne oder dergleichen, sind von der Firma Zosseder selbst einzuholen, stehen nicht im Zusammenhang mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim und geschehen auch nicht in dessen Namen.“

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14 Kommentare zu “Wird an der B304 gerodet?

  1. Ja, über mögliche ungleiche Behandlungen bei der Genehmigung/Realisierung von Zufahrten/Abfahrten an der Bundesstraße kann man sicherlich diskutieren. Fakt ist jedoch, dass nicht zuletzt durch strengere gesetzliche Vorgaben in den nächsten Jahren/Jahrzehnten noch mehr deponiepflichtiger Sondermüll, z.B. durch Gebäudeabbrüche, usw. anfallen wird. Und es kann keine Lösung sein, diesen unseren Müll – wie bislang – einfach per LKW in andere Landkreise oder sogar Bundesländer abzutransportieren.

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    1. Kann es dann andersrum die Lösung sein, dass der deponiepflichtige Abfall aus anderen Landkreisen / Bundesländern / EU-Staaten zu uns angeliefert wird, während in relativer Nähe noch genügend Deponievolumen vorhanden wäre? Genau das ist nämlich laut der eingereichten Genehmigungsunterlagen geplant

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  2. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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  3. Da gebe ich Ihnen recht. Klar ist sowas nicht schön , aber es wird immer geschriehen weniger Feinstaub usw und dann ist es egal wenn Lkws das Material quer durch Deutschland karren. Das macht das ganze bloß teurer in der Entsorgung und plötzlich liegt wieder alles in den Wäldern und der Natur rum. Sowas ist auch keine Lösung . Mal darüber nachdenken !!!!!!

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    1. Und weil man den Wald vorher weggemacht hat, kann man den Müll jetzt dahinwerfen.

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  4. Naja,
    aber bauen wollts ja doch alle

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    1. Na ja, das was da hin soll hat mit privatem Bauaushub recht wenig zu tun. Vielleicht erstmal richtig informieren?

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      1. Es geht selbstverständlich auch um Bauaushub, etwa bei belasteten Straßen und anderen Grundstücken. Wenn das öffentliche Maßnahmen sind, ist es ebenfalls “unser” gemeinsamer Müll. Also bitte erst einmal Gegenargumente zulassen!

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        1. Ich habe kein Problem mit Gegenargumenten – solange sie wirklich stichhaltig sind. Geplant ist die “Einlagerung” von DK II Material – u.a. asbesthaltige Stoffe. Sie sprechen ja auch selbst von belastetem Straßenmaterial. Das hat mit regulärem Bauaushub nichts zu tun.

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  5. Einen Überblick zu den Fakten kann man sich bei der zuständigen bayerischen Fachbehörde (LfU) verschaffen: ‘Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2018’
    Danach ist derzeit etwa jede dritte DKI/II-Deponie in Bayern mangels Bedarf nicht in Betrieb. Die größte bayerische DKI-Deponie in München soll sogar stillgelegt werden, ohne dass dort je Abfall abgelagert wurde. Alle diese ungenutzten Deponien wurden mit Steuermitteln errichtet. Die Menge der auf den bayerischen Deponien abgelagerten Abfälle geht von Jahr zu Jahr zurück.
    Das bereits genehmigte Volumen der bayerischen Deponien reicht laut LfU daher für weitere 70-100 Jahre aus.
    Einen Bedarf für eine zusätzliche DKI-Deponie in Odelsham gibt es also nicht. Das hat auch die Regierung von Oberbayern im Raumordnungsverfahren (2009/2010) so festgestellt. Auch aufgrund der exponierten Lage riet die Regierung schon damals von einer Deponie Odelsham ab.

    Interessant ist auch, dass die jetzt für die Rodung beantragte Fläche an der B304 zum großen Teil nicht dem Antragsteller gehört, sondern der Allgemeinheit. Die dort lebenden Zauneidechsen sind streng geschützt, die Zauneidechse ist das Reptil des Jahres 2020. Ausgerechnet in diesem Jahr einen Rodungsantrag für ein Zauneidechsenbiotop zu stellen, zeugt von ‘besonderer’ Sensibilität.

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  6. Ja ist ja alles schön und gut mit den Bilanzen. Ob das alles so stimmt oder nicht sei mal dahin gestellt. Wie oft wurden wir schon hinters Licht geführt. Bilanz hin , Bilanz her. Müll wird es immer geben und können wir auch nicht Weg reden oder Diskutieren. Da bringt es dann auch nichts ihn durch das ganze Land zu Karren. Haus gebaut und alte Häuser werden auch Modernisiert und das wird nie stillstehen.
    Ich bin auch für Naturschutz und Tiere aber man hat ja gesehen wie bei der A94 wie lange da es gedauert hat aber sie KAM.

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    1. Stimmt, was sollen all die (halbwegs) objektiven Kriterien, wenn Ihnen ihr Bauchgefühlt etwas ganz anderes eintrichtern will. Der Antragsteller karrt seine Problemabfälle übrigens derzeit durchs ganze Land, weil die Entsorgung in den neuen Bundesländern trotz Transportkosten billiger ist als in den freien Kapazitäten im Nachbarlandkreis.

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  7. Ich bin fürn Weltfrieden

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  8. Das ist ja das schlimmste , weil alles teurer wird. Sei es mit der ganzen Bürokratie oder Demos.
    Ich halte auch nicht slles für Super aber wie gesagt wird man es nicht aufhalten können. Hat uns ja schon oft gezeigt wie Stuttgart 21 auch. Ob freie Kapazitäten da sind oder nicht aber es kommt auch drauf an ob die die freie Kapazitäten haben es sich ohne weiteres zu kippen lassen. (…)

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