„Wir müssen ein Zeichen setzen”

Landesweiter BLLV-Aktionstag „Lehrermangel: So nicht!“ an diesem Freitag, 7. Februar

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Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) steht jetzt bei einem landesweiten Aktionstag für seine Lehrerinnen und Lehrer ein. „Die Kollegen an unseren Grund-, Mittel- und Förderschulen werden am 7. Februar ein Zeichen setzen”, sagt Edith Krieger-Gartner, Vorsitzende des BLLV-Kreisverbandes Wasserburg (Foto). Geschehen wird dies …

… in Form von Fotos und Postkarten mit persönlichen Botschaften an den Kultusminister, die ihm in naher Zukunft übergeben werden.

Der Protest richtet sich gegen die Anfang Januar angeordneten „Maßnahmen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung“ des Kultusministeriums.

„Wir Lehrerinnen und Lehrer an Grund-, Mittel- und Förderschulen sollen eine jahrelang verfehlte Personalpolitik der Staatsregierung nun mit massiven Eingriffen in unsere Arbeitszeit ausbaden. Ich halte die Maßnahmen des Kultusministeriums gegen den Lehrermangel für völlig inakzeptabel”, so Edith Krieger-Gartner.

Die Vorsitzende weiter: „Wir mahnen und fordern seit vielen Jahren, dass dringend etwas gegen den Lehrermangel geschehen muss. Der BLLV  hat der Politik immer deutlich die Realität an den Schulen vor Ort aufgezeigt. Die gesellschaftlichen Veränderungen, welche insbesondere in der Grundschule in den letzten Jahren unsere Arbeit extrem erschwert und mit zusätzlichen und immer weiter steigenden Aufgabenfeldern belastet haben, sind gerade für ältere Kolleginnen und Kollegen kräftezehrend. Aus diesem Grund machen diese Menschen Teilzeit mit bis zu 16 Wochenstunden, die aber im neuen Schuljahr 2020/21 verpflichtend auf 24 Wochenstunden angehoben werden sollen. Das sind acht Wochenstunden Mehrarbeit. Zusätzlich kommt noch die Zeit für Vor- und Nachbereitung dieser Stunden dazu. Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen.”

Schon immer habe es für die Lehrer zusätzlich zum Unterricht verpflichtende Konferenzen und Fortbildungen, Elternabende, Teambesprechungen, Aufsichten außerhalb der Unterrichtszeit, Schulveranstaltungen, zum Beispiel Schuleinschreibung, Projektwoche, Schulfeste und vieles mehr gegeben.

„Ganz abgesehen von diesen Tätigkeiten hat jede Lehrkraft meist noch eine zusätzliche Aufgabe inne, zum Beispiel die Betreuung der Lehrer- und Schülerbücherei, als Sicherheits- Umwelt-, Lesebeauftragter, als Kontaktperson zu Kita und Hort, als Systembetreuer, Sportwart, Musikwart, Medienwart, Homepagebeauftragter, Mebis-Koordinator, Ganztagskoordinator usw. Die Liste ließe sich noch ewig fortsetzen.”

Die Aufgabenfelder der Lehrer hätten sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Edith Krieger-Gartner: „Die Ansprüche an unsere Kernaufgabe des Unterrichtens sind nicht geringer geworden, sondern gestiegen. Viele Lehrer versuchen, durch Teilzeitarbeit unter finanziellen Einbußen, ihre Arbeitsbelastung bewältigbar zu halten. Nun kommen diese aktuellen Notmaßnahmen hinzu, die ihre Ursache in der schlechten, langfristigen, Planung durch das Ministerium hat. Darunter wird die Bildungsqualität in Bayern massiv leiden. Gleichzeitig steigen aber die Anforderungen und Erwartungen an die Schulen immer weiter.”

Die Vorsitzende abschließend: „Um nicht falsch verstanden zu werden: Lehrerinnen und Lehrer arbeiten engagiert, sie machen ihre Arbeit gern, mit großem Einsatz. Es kann aber nicht sein, dass dieses große Engagement immer mehr ausgenutzt wird.”

WG

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2 Kommentare zu “„Wir müssen ein Zeichen setzen”

  1. Ich bin zwar kein Lehrer, aber wie kann man es rational erklären dass Grundschullehrer Besoldungsstufe A12 haben und bei anderen Schularten A13 gezahlt wird?

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  2. Auch ich bin kein Lehrer und erlaube mir beizupflichten. Das Lehrpersonal der Grund-, Förder- und Mittelschulen haben den härtesten Job, weil grosse Klassen, teilweise Kinder mit lern-oder sozialen Problemen, etc. und werden schlechter bezahlt als Real- o. Gym-LehrerInnen. Warum eigentlich??? Wenn wir jetzt nicht investieren, werden wir später dafür bezahlen müssen.

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