„Wir haben da keine Handhabe“

Bürgermeister Karl Fischberger zur Baumfällaktion in Soyen

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Mahnwache, Protestaktionen, entsetzte Bürger: Die Fällung mehrerer Bäume rund um das alte Bahnhofsgebäude in Soyen hat im Ort für einigen Wirbel gesorgt. Vergangene Woche hatte der neue Besitzer, ein hiesiger Bauunternehmer, die Bäume – darunter eine alte Eiche  – in einer Blitzaktion entfernen lassen. „Wir haben da keine Handhabe. Das ist Privatgelände“, sagt Bürgermeister Karl Fischberger. Alleine das Landratsamt hätte im Zuge einer Bauvoranfrage … 

… die Fällung durch eine Verordnung verhindern können. „Das ist aber leider nicht passiert.“

Eigentlich habe man mit dem Bauunternehmer ein gutes Verhältnis und tausche sich auch regelmäßig aus. „Ich vermute, dass er aber durch verschiedene Anfeindungen in Soyen und wegen einigem Ärger mit dem Landratsamt offenbar ziemlich angefressen war.“

Fischberger versicherte, dass das Areal rund um den Bahnhof im Zuge der Dorferneuerung mit Augenmaß überplant werde. „Auch der Besitzer des Bahnhofsgebäudes muss mit uns reden, wenn er konkrete Pläne hat. Es geht unter anderem um Abstandsflächen zu gemeindlichen Arealen im Süden und Osten des Gebäudes. Da reden wir dann schon mit.“ HC/Foto oben: Franziska Tauber. Foto unten/Facebook      

 

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14 Gedanken zu „„Wir haben da keine Handhabe“

  1. Da standen Sie, die reichen Einfamilienhausbesitzer mit 2.000 m² Grundstücken von Soyen bei der Mahnwache.
    Lustig waren Sie drauf, nur der Glühwein hat gefehlt.

    Lieber die Jugend aus dem Dorf treiben als ein Paar Bäume zu opfern um Wohnraum und einen Dorfmittelpunkt zu schaffen.
    Schämt Euch.

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    1. Ein Planer, der ein bisserl sein Handwerk versteht (bzw. ein Investor, der wirklich will), der kann auch Wohnraum und einen Dorfmittelpunkt schaffen und gleichzeitig die großen alten Bäume erhalten. So zu tun, als ginge nur das eine oder das andere, ist schon ziemlich platt.

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      1. Und warum ist dies nicht in den letzten Jahren geschehen? Wurde doch viel Geld für Planungen (Dorferneuerung) ausgegeben. Warum gab es keine Beteiligung der Bürger und andersrum gefragt, warum hat sich kein Bürger bisher darum geschert was auf den alten Bahngrundstücken geschehen wird? Was wird in Soyen benötigt, was fehlt? (bitte nicht die Ü50er fragen sondern die Jüngeren)
        Meine allgemeine Meinung zu Soyen: Soyen stirbt ganz langsam und keiner merkt es.
        Bin beruflich oft in Frankreich in ländlichen Gegenden unterwegs und diese verfallenen Dörfer ohne Junge Menschen erinnern mich langsam sehr an Soyen.
        Wenn man dort mit den Menschen spricht kommt langsam die Einsicht, dass zwar auch die Politik mit Ihrer zentralisierung aber auch die Kommunen und deren Bürger mit Ihrer Verweigerungshaltung das Grab für die Dörfer geschaufelt haben.

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        1. Und Sie meinen wirklich, dieses Aussterben durch das Umschneiden von Bäumen aufhalten zu können?
          Oder vertrauen sie ernsthaft darauf, dass jemand, der so rücksichtslos und selbstsüchtig mit jahrzehntealten Bäumen umgeht bei der Vermarktung der zu bauenden Eigentumswohnungen plötzlich seine altruistische Ader entdeckt und anstelle der Gewinnmaximierung plötzlich die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die jüngere Generation zur obersten Maxime erklärt? Dann dürfte Ihnen wohl eine Enttäuschung bevorstehen.

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        2. @ Frank: Ein “Sterben“ der Gemeinde Soyen kann ich beim besten Willen nicht feststellen. Man muss sich nur mal anschauen, wie sich junge Menschen bei Aktivitäten und Festen in der Gemeinde einbringen. Viele hier aufgewachsene bleiben auch gerne hier.

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    2. Ist wirklich wer noch so naiv zu glauben, dass hier dringend benötigter Wohnraum für Studenten und junge Familien geschaffen wird?! Herr Hinmüller hat auch seine erst kürzlich gebauten Wohnungen im Birkenweg zu Preisen verkauft, die sich kein Normalsterblicher leisten kann. Träumt weiter!

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      1. Natürlich verkauft er zu dem Preis, den er bekommt. Wäre ja auch blöd weniger zu nehmen.
        Zu wenig Angebot ergibt einen hohen Preis, ist doch nicht klar.

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  2. Was bitte war denn da an dem Schandfleck von Soyen erhaltenswert? Wurde auch Zeit, dass jemand das in die Hand nimmt und was daraus macht.

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  3. Dass Herr Fischberger da „keine Handhabe hatte“, sehe ich anders. Das Grundstück mittten im Dorf, mit einer Parkbank im Schatten der Bäume stand meines Wissens zum Verkauf. Hätte die Gemeinde Interesse daran, den Dorfkern zu verschönern, wäre das hier eine Möglichkeit gewesen…

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  4. Herrn Hinmüller den Schwarzen Peter zuzuschieben, finde ich unfair – hätten Gemeinderat und Bürgermeister mehr Interesse an der Erhaltung des Platzes, dann hätte es Möglichkeiten gegeben (s. o.)

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  5. Und jeder, der hier wieder schreit hat einen Dachstuhl und Möbel aus Holz. Einige wohnen sogar in einem Holzhaus.

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  6. Kindergartenmutti

    Jetzt leuchtet mir auch ein, warum es dieses Jahr das erste mal keinen Martinszug in Soyen gibt.
    Alle Teelichter für die Mahnwache am Bahnhof aufgebraucht.

    Mahnwache wegen Bäumen, vor paar Jahren keine Kirchenglocken in Rieden, Killerigel in der Schlicht ….
    Mal nachdenken von welchen Leuten all dies immer ausgeht. Und der Rest ist so dumm und macht da auch noch mit anstatt diejenigen mit der Sch…hausbürste dahin zu treiben wo sie hergekommen sind.

    Das Licht geht aus, wir gehn nach Haus rabimmel ra…

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  7. Natürlich kann Herr Hinmüller mit seinem jüngst erworbenen Grundstück grundsätzlich machen, was er möchte. Das Recht ist auf seiner Seite. Das sagt aber meines Erachtens noch nichts darüber aus, ob das auch moralisch in Ordnung ist. Für viele Soyener ist der Bahnhof nicht nur ein altes Gebäude mit zwei Bäumen. Es sind die Kindheits- und Jugenderinnerungen, die wieder auftauchen, wenn sie den alten Bahnhof betreten. Die Gemeinde hat aus meiner Sicht die Chance vertan, einen schönen Mittelpunkt für die Gemeinde zu schaffen- sie hätte ihr Vorkaufsrecht nutzen können und müssen.
    Vielleicht betrachten die Einen oder Anderen meine Überlegungen als naiv – mag sein. Was aber aus meiner Sicht schwerer wiegt ist die Tatsache, dass vom neuen Besitzer ja offensichtlich zugesagt wurde, die Bäume zu erhalten. Wenn dem so war, ist das also faktisch als Wortbruch gegenüber dem Bürgermeister und der Gemeinde einzuordnen.
    Die untere Naturschutzbehörde hatte eine Empfehlung abgegeben – im Sinne des Naturschutzes. Die Verfügbarkeit der Baumfällfirma, die sonst keine Zeit gehabt hätte, klingt wie eine sehr durchschaubare Ausrede. Man munkelt, man wollte einer eventuellen Verordnung oder dem Widerstand eines nicht zu unterschätzenden Teils der Soyener Bürger einfach zuvorkommen. Dieses Vorhaben ist gelungen und hat viel zerstört – in der Natur und auch in vielen Menschen.
    Ich finde es gut, dass dringend notwendiger Wohnraum geschaffen werden soll. Ich bin schockiert über die Art und Weise, wie hier brachial vorgegangen wird.
    Katharina Danninger

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  8. Ich empfehle, den richtigen Namen anzugeben. Dann fällt das mit der Formulierung leichter.

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