Wilde Verfolgungsfahrt

Elf Personen im Siebensitzer - Rosenheimer Bundespolizei stoppt Schleuserfahrzeug

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Am gestrigen Sonntag hat die Rosenheimer Bundespolizei einen mutmaßlichen Schleuser in Untersuchungshaft gebracht. Der Syrer hatte in seinem Fahrzeug zehn Personen illegal über die deutsch-österreichische Grenze bei Mittenwald gebracht. Seiner Festnahme war eine Verfolgungsfahrt auf der B2 vorausgegangen.

Als der Fahrer und seine Begleiter in der Nacht auf der Bundesstraße am Grenzübergang bei Mittenwald einer Kontrolle unterzogen werden sollten, beschleunigte das Auto mit Berliner Kennzeichen unvermittelt. Der Fahrzeugführer reagierte auf die Anhaltesignale der Bundespolizisten nicht. Deshalb versuchten sie, sich vor den Pkw zu „setzen“, wurden aber bei einer Geschwindigkeit von etwa 100 km/h durch wilde Ausweichmanöver am Überholen gehindert. Mit Unterstützung weiterer Polizeistreifen gelang es schließlich, den völlig überbesetzten Van zu stoppen. In dem Siebensitzer befanden sich insgesamt elf Personen, darunter fünf Kinder. Es gab keine Kindersitze und die meisten Mitfahrer waren nicht angeschnallt.

 

Der 28-Jährige am Steuer des Wagens konnte sich ordnungsgemäß ausweisen. Alle weiteren Insassen führten jedoch keinerlei Dokumente mit. Sie gaben an, ursprünglich aus Syrien und dem Irak zu stammen. Laut ersten Erkenntnissen handelt es sich um eine organisierte Tour von Italien nach Deutschland. Davon wollte der mutmaßliche Schleuser jedoch nichts wissen und sprach lediglich von einer zufälligen Begegnung.

 

Die Bundespolizei Rosenheim ermittelt gegen den Fahrzeugführer wegen Einschleusens von Ausländern unter lebensgefährdenden Umständen. Er wurde dem Richter in München vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft des Syrers an. Ein Großteil seiner Mitfahrer konnte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen vorerst einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet werden. Dort wird über ihren weiteren Verbleib in der Bundesrepublik erst noch zu entscheiden sein. Zwei 19 und 21 Jahre alte Männer wurden nach Österreich zurückgewiesen.

 

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