Wie gelingt der Azubi-Start?

Unser aktuelles Interview in der Corona-Krise: Wie die Agentur für Arbeit junge Leute und Betriebe nun berät

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Unser aktuelles Interview: Michael Vontra, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Rosenheim, spricht über die Lage auf dem Ausbildungsmarkt und darüber wie jungen Menschen und Betriebe beraten werden, damit der Ausbildungsstart im Herbst gelingt …

„Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Wochen bei uns allen für große Unsicherheiten gesorgt. Wir Mitarbeiter*innen der Agentur für Arbeit wissen, dass dadurch leider ganze wirtschaftliche und persönliche Existenzen bedroht sind und wir haben unsere Kräfte gebündelt, um den Betroffenen schnellstmöglich zu helfen“, sagt Michael Vontra, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Rosenheim.

„Dabei sind wir für betroffene Unternehmen und Arbeitnehmer*innen genauso als Ansprechpartner da wie für junge Menschen, die aktuell ihre berufliche Zukunft planen und vor der Herausforderung Studien- und Berufswahl stehen. Das Thema betriebliche Ausbildung liegt mir dabei besonders am Herzen. Denn die international anerkannte und hoch geschätzte duale Berufsausbildung in Deutschland trägt für die Betriebe zur Fachkräftesicherung von morgen bei und bietet für junge Menschen die ideale Grundlage für alle weiteren beruflichen und schulischen Schritte bis hin zum Studium oder Meister/Techniker. Die aktuellen Beschränkungen durch Covid19 werden vorbeigehen und der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften wird bleiben“, sagt Vontra.

Der Geschäftsführer operativ wirft einen Blick auf den Ausbildungsmarkt und sagt zur aktuellen Lage: „Seit Oktober 2019, dem Beginn des Berichtsjahres für den Ausbildungsmarkt, haben sich bei der Arbeitsagentur Rosenheim 2.430 Jungen und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen. Aktuell suchen noch 1.300 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle, 120 weniger als vor einem Monat. Dem gegenüber wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim von Industrie- und Handwerksbetrieben, Verwaltungen und den so genannten freien Berufen wie Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern etc. seit Oktober 3.050 Ausbildungsplätze mit Starttermin im Herbst gemeldet.

Davon waren zum Stichtag am 14. April 1.670 noch unbesetzt, 60 weniger als vor einem Monat“, sagt Vontra.  Die meisten Ausbildungsplatzangebote gibt es noch in den Berufen (es gilt jeweils auch die weibliche Form) Kaufmann Einzelhandel (120), Verkäufer (70), Handelsfachwirt (Ausbildung) (60), Koch (60), und Zahnmedizinischer Fachangestellter (60).

Der Geschäftsführer operativ fügt hinzu: „Die Zahl der jungen Menschen, die noch nach einer Ausbildungsstelle suchen und die der unbesetzten Ausbildungsstellen ist gegenüber März leicht rückläufig. Dies deutet – optimistisch betrachtet – darauf hin, dass Betriebe und Jugendliche den Ausbildungsbeginn im Herbst nach wie vor anstreben. Auf dem Ausbildungsmarkt ist nach wie vor viel Bewegung und ich möchte deshalb Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz für heuer suchen – auch ältere, die bis dato nach der Schulzeit nur gejobbt oder ein Studium abgebrochen haben – ermuntern, am besten gleich eine Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de zu schicken.

Auch wenn der bereits gefundene Ausbildungsplatz in Frage steht, stehen wir beratend für die Jugendlichen zur Verfügung und unterstützen bei der Suche nach einer Alternative. Die Berufsberater*innen melden sich dann mit attraktiven Ausbildungsplatzangeboten und geben Tipps zu Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgesprächen“, sagt Vontra und fügt hinzu:

„Ich möchte auch Unternehmen, die im Herbst einen Ausbildungsplatz besetzen wollen oder die aufgrund der aktuellen Situation unsicher sind, einladen, sich unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 bei unseren Kollegen*innen vom Arbeitgeberservice zu melden. Diese sprechen mit Ihnen über Ihre Situation, unterstützen Sie bei der Stellenanzeige und können wichtige Ratschläge geben.“

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