Wertstoffhof: Kürzere Öffnungszeiten

Stadtrat beschließt Änderung: Künftig nicht mehr durchgehend geöffnet

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Immer höhere Anforderungen an das Personal in Sachen Sicherheit und Ausbildung – das Betreiben eines Wertstoffhofes ist heute beinahe eine eigene Wissenschaft. So darf beispielsweise so genanntes A IV-Holz – das ist lasiertes Holz – nur mehr entgegengenommen werden, wenn mindestens zwei Mitarbeiter am Wertstoffhof zugegen sind. Solche und ähnliche Vorschriften führten gestern zu einer längeren Diskussion im Wasserburger Stadtrat. Das Ergebnis: Der Wertstoffhof hat künftig kürzere Öffnungszeiten.

„Sicherheitsrechtliche und personalrechtliche Auflagen sowie die Einhaltung der Notfallkette – wenn wir das alles erfüllen wollen, müssen wir am Wertstoffhof künftig mit der doppelten Besatzung fahren“, sagte eingangs der Beratung Bürgermeister Michael Kölbl. Durch die Einführung der Papier- und Biotonne zusätzlich zur Restmülltonne müsse der Bürger an sich aber eher seltener zum Wertstoffhof, als früher. „Wenn wir die Kosten im Rahmen halten wollen, geht das eigentlich nur über kürzere Öffnungszeiten“, so Kölbl. Man habe zahlreiche Modelle durchgespielt und sei letztlich bei folgender Regelung gelandet: „Montags bleibt der Wertstoffhof wie bisher geschlossen. Dienstags bis freitags hat er von 8 bis 13 und von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet, samstags von 8 bis 13.30 Uhr.“ 

Rückenwind bekam Kölbl von Wolfgang Schmid (CSU). „Unser Wertstoffhof hat dann immer noch 48 Stunden wöchentlich geöffnet. Wer sich darüber beschwert, der kann sich gerne mal in Babensham oder Edling umsehen.“

Wenig Verständnis für die Kürzung hatten Wolfgang Janeczka (SPD) („führt da wirklich kein Weg vorbei?“) und Marlene Hof-Hippke (SPD): „Ich sehe das nicht so, wie der Bürgermeister. Die Bürger brauchen den Wertstoffhof heute nicht seltener, sondern öfter. Das liegt alleine schon daran, dass viel intensiver und genauer getrennt wird.“ Zudem seien die geplanten neuen Öffnungszeiten für Gewerbetreibende äußerst ungünstig. „Wann sollen denn die ihre Wertstoffe abgeben, wenn wir mittags geschlossen haben?“ Worauf Stadtkämmerer Konrad Doser antwortete: „Wir haben mittags ja sogar beim Bürgerbüro eine Stunde geschlossen. Warum soll das beim Wertstoffhof nicht funktionieren?“

Andreas Ass (CSU) brach eine Lanze für das städtische Personal. „Jeder von uns macht seine Mittagspause. Da denken wir gar nicht drüber nach. Wir sollten da ein bisschen Respekt vor unserem Personal haben.“

Die neuen Öffnungszeiten wurden mit 17 gegen fünf Stimmen beschlossen. Sie gelten ab 1. Januar 2018. 

 

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8 Gedanken zu „Wertstoffhof: Kürzere Öffnungszeiten

  1. Ehemaliger Erzieher

    Wahnsinn was es in diesem Bereich für Anforderungen gibt, wenn man das dann zum Beispiel mit Krankenhäusern oder Altenheimen vergleicht wo man in einem Nachtdienst auch mal allein auf Station ist. Wahnsinn!!!

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    1. Jetzt werden Wertstoffhöfe schon mit Altenheimen verglichen. Ja sauber

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    2. Annette Diouri

      Nicht bedauern, sondern begrüssen sollten wir es, dass zumindest in einigen Betrieben noch auf Sicherheit und Wohlergehen der ArbeitnehmerInnen etc. geschaut wird. Was im pflegerischen Bereich los ist, steht bekanntermassen auf einem anderen Blatt. Ich bedauere die Verkürzung der Öffnungszeiten am späten Nachmittag da ich annehme, dass es den Meisten leichter fällt bis 18 Uhr zum Wertstoffhof zu fahren/gehen. Ab 8 Uhr Morgens ist der Grossteil bereits auf dem Weg zur Arbeit bzw. schon am Arbeitsplatz.

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  2. Ich denke da ist für jeden Zeit genug seinen Müll zu entsorgen und ein paar meckere gibt es immer.

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  3. Wolfgang Schmid

    @ Ehemaliger Erzieher: da haben Sie leider Recht. Solange die Schaukel auf dem Spielplatz steht, gibt’s kein Problem. Aber wenn sie abgebaut wird und im Wertstoffhof entsorgt werden soll, ist sie Giftmüll geworden und allen erdenkbaren Sicherheitsvorschriften unterworfen. Ein anderes Beispiel gefällig: eine asbesthaltige Eternitplatte ist auf dem Garagendach seit Jahrzehnten ok, beim Abbau und der Entsorgung aber hochkrebserregender Giftmüll. Noch unverständlicher: RoundUp (Wirkstoff Glyphosat) darf flächig im großen Stil tonnenweise auf Lebensmitteln ausgebracht werden, aber nicht auf einem Friedhof um die Wege unkrautfrei zu halten. Das verstehe wer will …

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    1. Eternitplatten im festen Zustand sind ja auch kein Problem. Gefährlich wird es durch den Staub, der beim Zerschneiden oder Brechen entsteht.
      Das mit den Friedhofswegen kann auch erklärt werden. Pflanzenschutzmittel dürfen grundsätzlich nur auf gärtnerisch genutzten Flächen ausgebracht werden (gesetzlich so festgelegt), also in Rabatten beispielsweise.
      Die Begründung liegt u.a. in der Entwässerung von Weg und Platzflächen, da die Wirkstoffe so direkt in die Kanalisation gespült werden oder eben ins Grundwasser gelangen können.

      In gärtnerisch genutzten Flächen bauen sich die Wirkstoffe über die Zeit im Erdreich ab, noch bevor sie das Grundwasser erreichen, sagen so zumindest die Hersteller.
      Unklug wäre auch, die BürgerInnen durch die Pflanzenschutzmittel latschen zu lassen, die die Wirkstoffe an den Schuhen sonstwo hintragen und ein direkter Körperkontakt ist ja nun auch nicht immer auszuschließen.

      Man denke hier an spielende Kinder. Der Teufel liegt also im Detail und eine bessere Aufklärung wäre wünschenswert. Seien wir doch also froh, das wir uns um jeden Scheiss gedanken machen, der die Leute weniger krank macht.

      Die 40´ger, 50´ger und 60´ger Jahrgänge können sicher ein Lied davon singen, was sie alles für Sachen u.a. an den Arbeitsplätzen eingeatmet haben, wofür sie im Alter bezahlen.

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  4. So ein Blödsinn – bei Altholz braucht man jetzt zwei Leute. Wer lässt sich so etwas einfallen?
    Typisch für unsere Zeit, es sind nur noch lauter ‚Blöd-Studierte‘ da, die keine Ahnung von der Praxis haben und sich somit lauter Blödsinn einfallen lassen. Dies kann man mittlerweile in sehr vielen Bereichen beobachten.

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  5. Kann mir vielleicht jemand erklären, warum mindestens 2 Mitarbeiter vor Ort sein müssen, um „lasiertes Holz“ abzugeben.
    Ist das so gefährlich?
    Würde es gerne verstehen!

    Jetzt habe ich gerade mal überlegt, was wir so an lasiertem Holz haben und da fällt mir jetzt nur unser Gartenhaus ein.
    Ich bin mir sicher, dass ich das auf Grund der Menge ja eh wieder nicht abgeben könnte, sondern zum Zosseder nach Schilchau verwiesen werde.

    „Wertstoffhof“ heißt für mich so viel wie Umweltschutz und dann fängt man schon wieder an, die Kosten im Rahmen zu halten!!!

    Auf der anderen Seite denke ich mir gerade, warum schickt man die Bürger die lasiertes Holz abgeben wollen nicht direkt zum Zosseder. Dann wäre dieser Punkt schon wieder hinfällig.

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